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23. Januar 2013

Weltwirtschaft: Japans Lehre für Europa in der Krise

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Warum schaden sich die Japaner so? Schulden haben sie angehäuft in einer Höhe, die sogar die Griechen erschrecken lassen würde. Dennoch legt der Ministerpräsident ein Konjunkturprogramm auf, mit Kredit finanziert, versteht sich.

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Die Notenbank, unter Kuratel der Regierung, überschwemmt das Land mit Geld. Aufgeschreckt reagiert die deutsche Politik, erst der Finanzminister, nun der Bundesbankchef. Die spinnen, die Japaner – so lässt sich die deutsche Sichtweise zusammen fassen.

Spinnen sie wirklich? Seit Jahrzehnten kämpft das Land gegen den wirtschaftlichen Niedergang. Trotz mehrerer Erholungsphasen verschwand die lähmende Deflation, die Wirtschaftskrise mit sinkenden Preisen, nie wirklich. Nichts von dem, was Japan plant, ist schön. Zwar droht kein Staatsbankrott. Die Schuldenlast ist aber eine schwere Hypothek für die Zukunft. Genauso problematisch ist das Ausmaß, in dem die Regierung die Notenbank drangsaliert und ihre Unabhängigkeit beschneidet.

Doch schmerzfreie Therapien ohne Risiken stehen nach einer so langen Zeit der Krise nicht mehr zur Verfügung. Die orthodoxe Medizin mit Sparen und Maßhalten funktioniert ohnehin nicht mehr. Statt den Japanern wohlfeile Ratschläge zu erteilen, sollten die Europäer aus dem Beispiel lernen: Wer Krisen überwinden will, muss sie entschlossen und mit allen Mitteln bekämpfen, bevor es zu spät ist.

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