Die Kultusminister der Länder haben sich mit den Rektoren der Hochschulen auf eine Reform der umstrittenen Bachelor- und Masterstudiengänge geeinigt. Die Prüfungsbelastung solle auf "grundsätzlich nicht mehr als eine Prüfung pro Modul" reduziert werden, hieß es am Donnerstag nach gemeinsamen Beratungen in Bonn. Die Arbeitsbelastung für Studenten wolle man auf ein "realistisches und vertretbares Maß" reduzieren.
Den sogenannten Bologna-Prozess zur europaweiten Angleichung der Studienabschlüsse wollen die Länderminister und Hochschulchefs aber fortsetzen. "Die Studierbarkeit der Studiengänge steht dabei an vorderster Stelle", teilten die Gremien weiter mit. Die gemeinsamen Strukturvorgaben für die Bachelor- und Masterstudiengänge wollen sie "flexibilisieren". Auch einzelne Länder sollten keine spezifischen Regelungen treffen, die die Gestaltungsfreiheit der Uni einengen. Rund 5000 Studenten demonstrierten am Rande der Kultusministerkonferenz in Bonn für Bildungsreformen.
Erste Reaktionen auf die Beschlüsse sind verhalten: "Kultusminister und Hochschulen haben erste Trippelschritte gemacht", sagte Andreas Keller, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der FR. Dennoch hätten die Proteste der Studierenden offenbar Wirkung gezeigt. Dinge, die vorher als sakrosankt galten wie die gemeinsamen Strukturvorgaben der Länder, würden angegangen. "Elegant umschifft" hätten Hochschulen und Minister allerdings den Master, zudem sich Studenten und Bildungsgewerkschaft einen freien Zugang wünschen. Harte Kritik gab es vom Freien Zusammenschluss von Studentinnenschaften. "Wenn von einer stärkeren Flexibilisierung die Rede ist, kann das alles und nichts bedeuten", so Anja Gadow. (mit ddp)Seiten 13, 14/15
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