Vaduz. Ein Dokumentarfilm über das Leben des Daten-Diebes Heinrich Kieber hat im Fürstentum Liechtenstein Empörung hervorgerufen. Kieber löste die Datenaffäre aus, bei der im Februar 2008 Ex-Postchef Klaus Zumwinkel festgenommen wurde.
Kieber soll dem Bundesnachrichtendienst (BND) die gestohlene Kundendaten seines Arbeitgebers, der Liechtensteinischen LGT Treuhand, verkauft und dafür 4,2 Millionen Euro kassiert haben.
Im Fürstentum verärgert weniger der Film als die Tatsache, dass das von den Autoren als Zeitdokument gesehene Werk von der Kulturstiftung Liechtenstein mit 65.000 Franken (45.000 Euro) unterstützt wurde. Dies grenze für viele schon an Landesverrat, schrieb die Schweizer Nachrichtenagentur SDA am Mittwoch.
Einer der Filmemacher, Sigvard Wohlwend, sagte der Nachrichtenagentur dpa, er habe zusammen mit seinem Kollegen Sebastian Frommelt Kieber "kein Denkmal setzen" wollen. "Aber ein Denk-Mal im reinen Wortsinne ist es wohl schon geworden", sagte Wohlwend.
Wohlwend hat Kieber, nach dem weiterhin international gefahndet wird und der vermutlich unter falschen Namen lebt, nie selbst gesehen. "Wir haben über Mittelsmänner Kontakt mit ihm aufgenommen, aber er hat eine Teilnahme am Film dankend abgelehnt", sagt Wohlwend.
"Für uns ist er weder Robin Hood noch Held - aber eine bemerkenswerte Persönlichkeit." In Liechtenstein kochen unterdessen die Emotionen hoch. "Ein Dieb und ein Hehler. Ein Krimineller wird zum Star, vielleicht sogar zum Helden gemacht. Bewilligt von der Kulturstiftung Liechtenstein, bezahlt vom Steuerzahler", ereiferte sich der Parlamentarier Jürgen Beck in einem Zeitungsbeitrag.
Der Film "Heinrich Kieber - Datendieb" soll am 7. Mai in Liechtenstein uraufgeführt werden. Wohlwend hat auch mit deutschen Verleihern und Fernsehanstalten gesprochen, aber bisher habe man eine Übernahme unter anderem mit dem Hinweis abgelehnt, Kieber komme in dem Film ja nicht selbst zu Wort. (dpa)
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