Wiesbaden. Wenn die hessische SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti bundesweite linke Lockerungsübungen macht, ist auf die Kontroverse in ihrem Heimatland Verlass. CDU und FDP sind überzeugt, dass es in ihrer neuen Denkfabrik mit Wissenschaftlern und Politikern von SPD, Grünen und Linken eigentlich um eine Annäherung der drei Parteien geht.
Der hessische FDP-Fraktionschef Florian Rentsch sagte am Montag in Wiesbaden, es handele sich "um ein offenes Linksbündnis, das die Weichen für weitere rot-rot-grüne Bündnisse auf allen Ebenen stellen soll". Ypsilanti organisiere einen "radikalen Linkskurs", urteilte CDU-Landesgeneralsekretär Peter Beuth.
Beide zielen auf Ypsilantis Nachfolger an der hessischen SPD-Spitze, Thorsten Schäfer-Gümbel. Der habe "seinen Laden nicht im Griff", befand Beuth. Rentsch forderte, dass sich Schäfer-Gümbel "von seiner Linksaußen Ypsilanti öffentlich distanzieren" müsse.
Daran denkt Ypsilantis hessische SPD allerdings nicht. Ihr Generalsekretär Michael Roth sagte der Frankfurter Rundschau, es sei "gut, wenn sich Menschen zusammenschließen und Gedanken machen über die Grundlagen der Politik". Die SPD brauche "programmatischen Input. Da kann das sicherlich hilfreich sein." Es wundere ihn auch nicht, dass nur die drei Parteien vertreten gewesen seien, "da die Initiatoren einen alternativen Entwurf zum neoliberalen Mainstream planen", fügte Roth hinzu.
Zugleich warnte er davor, eine "allzu große Rückwirkung" auf die hessische SPD-Politik zu erwarten, nur weil mit Ypsilanti ein prominentes Mitglied des Landesverbandes beteiligt war. "Wir diskutieren unsere Sachen in den Parteigremien", betonte der hessische SPD-Generalsekretär.
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