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23. Februar 2012

Zahl der Kriege verdreifacht sich: Die Welt brennt an immer mehr Stellen

 Von Jonas Nonnenmann
Im libyschen Bürgerkrieg starben zwischen 10.000 und 50.000 Menschen. Foto: dpa

Das Leben auf der Erde wird friedlicher? Von wegen - 2011 gab es so viele Kriege wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Besonders im Vergleich zum Vorjahr ist die Entwicklung dramatisch.

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Im Vorjahr gab es so viele Kriege wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt das Heidelberger Institut für Konfliktforschung, das 2011 zwanzig Kriege zählte. Dramatisch war die Zunahme besonders im Vergleich zum Vorjahr, in dem nur sechs Kriege gezählt wurden. Der bisherige Höchstwert des jährlichen Konfliktbarometers war 1993 mit 16 Kriegen, wie das Institut mitteilte. Insgesamt zählten die Forscher 38 „hoch gewaltsame Konflikte“, also Auseinandersetzungen mit massivem Einsatz von Gewalt und gravierenden Folgen.

Die neuen Konflikte gehen vor allem auf die Volksaufständen im Laufe des arabischen Frühlings zu tun. Jemen, Syrien, Libyen - in all diesen Länder gab oder gibt es neue Kriege. Außerdem eskalierten bereits seit längerem bestehende Auseinandersetzungen in Nigeria.

Viele Bürgerkriege

Überwiegend handelt es sich um innerstaatliche Konflikte. Besonders der Nahe und Mittlere Osten sowie Afrika sind betroffen. „Hier sehen wir hohes Potenzial für weitere Eskalationen", sagte Institutsvorstand Christoph Trinn. Verschärft haben sich der Konflikt im Sudan sowie die Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und den Drogenkartellen in Mexiko.

In den meisten Konflikten geht es darum, dass zwei Parteien für unterschiedliche Systeme oder Ideologien streiten. Ebenfalls ein häufiger Grund ist laut Bericht der Streit um Ressourcen wie Wasser oder Öl.

Schlechte Aussichten?

Eine Tendenz hin zu einer friedlicheren Welt können die Forscher "bei weitem nicht erkennen", sagte HIIK-Vorstandsmitglied Natalie Hoffmann. Ob die Zahl der Konflikte in den nächsten Jahren sinkt, hängt nun vor allem von der Entwicklung in den arabischen Ländern ab. Länder wie Libyen und Ägypten haben es geschafft, sich von ihren Diktatoren zu befreien.

Jetzt ist für viele Revolutionäre allerdings die Versuchung groß, sich an den alten Machthabern zu rächen. Bleibt zu hoffen, dass sie dieser Versuchung widerstehen. (mit dpa)

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