In den 1980er Jahren leben in Südossetien wie in anderen Regionen des Vielvölkerstaats Sowjetunion nationale Strömungen auf. Am 10. November 1989 ruft die Regionalverwaltung die "Südossetische Autonome Sowjetrepublik" aus. Moskau schafft diese sofort wieder ab und unterdrückt Proteste.
Am 20. September 1990 ruft Südossetien erneut die Unabhängigkeit aus. Daraufhin marschieren georgische Freiwilligentruppen dort ein. In den folgenden knapp zwei Jahren Bürgerkrieg sterben mindestens 1000 Menschen, rund 100 000 Osseten und mehrere Tausend Georgier fliehen.
Im Juni 1992 vereinbaren der russische Präsident Boris Jelzin und der damalige georgische Präsident Eduard Schewardnadse Waffenstillstand. Mehrere Hundert russische Friedenssoldaten sollen seitdem eine Auseinandersetzung der verfeindeten Seiten verhindern - oft jedoch ohne Erfolg. Die Waffenruhe wird von beiden Seiten oft gebrochen.
Von 2003 an steigen die Militärausgaben Georgiens deutlich an, 2006 machen sie 5,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensinstituts (Sipri.org) sind sie 2007 wieder gestiegen. Südossetische Truppen werden von Russland versorgt. Genauere Daten über liegen nicht vor.
Im Januar 2004 übernimmt Michail Saakaschwili die Regierung in Tiflis, im Herbst vereinbart er mit Südossetien die Entmilitarisierung der Region. Im Jahr 2004 sterben bei kleineren Gefechten zwischen Georgien und Südossetien Dutzende Menschen.
Im September 2005 beschießen georgische Truppen mit Mörsern die ossetische Regionshauptstadt Zchinwali. Als Begründung gibt Tiflis an, dass entgegen der Abmachungen nach wie vor russische Truppen in Südossetien stationiert seien.
Im Herbst 2006 mischen sich die USA, die die Politik Saakaschwilis massiv unterstützen, in den Konflikt ein und fordern Russland auf, sich aus der Region ganz zurück zu ziehen. Für Moskau bestätigt sich damit die These, dass Washington Russland mit Alliierten einkreisen will. Die USA unterstützen zudem Georgiens Bemühungen, möglichst bald in die Nato aufgenommen zu werden.
Im Juni 2008 kommt es zu kleineren Zusammenstößen und Provokationen zwischen georgischen Soldaten und russischen Truppen an der Grenze zu Südossetien. Beide beschuldigen sich Gegenseitig. Nach FR-Recherchen hätten georgische Militärs Interesse an einer Eskalation des Konfliktes.
Seit Mitte Juli bereiten sich beide Seiten auf eine militärische Konfrontation vor, Saakaschwili lässt seine Soldaten von 1000 US-Marines trainieren. Auf der russischen Seite üben 8000 Soldaten den Einmarsch in Georgien.
Seit dem 3. August 2008 evakuieren südossetische Behörden Hunderte Kinder in das russische Nordossetien. Georgier und Osseten beschießen Dörfer des jeweils anderen, es gibt Meldungen über Verletzte.
In der Nacht zum 8. August 2008 marschieren georgische Truppen nach Südossetien ein und liefern sich am Stadtrand von Zchinwali schwere Gefechte mit den Osseten. vf
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