kalaydo.de Anzeigen

Zentralrat der Juden: Kritik an israelischen Siedlungsplänen

Der Zentralrat der Juden in Deutschland sieht in den jüngsten israelischen Siedlungsplänen ein falsches Signal zur falschen Zeit. Die israelische Regierung vermindere damit ihre politische Glaubwürdigkeit.

Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann.
Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann.
Foto: ddp

Berlin/Tel Aviv. Die neuen israelischen Siedlungspläne für das besetzte Ost-Jerusalem sind im Zentralrat der Juden in Deutschland auf Kritik gestoßen. Es handele sich um ein falsches Signal zur falschen Zeit, sagte Zentralrats-Vizepräsident Dieter Graumann am Donnerstag "Handelsblatt online".

Dass das Vorhaben ausgerechnet während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden bekanntgeworden sei, sei politisch wie perspektivisch zu bedauern. Die israelische Regierung vermindere ihre politische Glaubwürdigkeit, "wenn sie derartige Fehlleistungen fahrlässig zulässt und so einen wichtigen Verbündeten brüskiert", sagte Graumann.

US-Vizepräsident Joe Biden hat seine Treffen in Israel begonnen.
US-Vizepräsident Joe Biden hat seine Treffen in Israel begonnen.
Foto: Foto: dpa

Der Plan zum Bau von weiteren 1600 Wohnungen war international auf Kritik gestoßen. Auch die USA als wichtigster Verbündeter des jüdischen Staates waren auf Distanz gegangen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Naher Osten des Europaparlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), sagte, Israel demütige mit seiner Entscheidung die Palästinenser und Abbas. Unter solchen Umständen sei eine Zwei-Staaten-Lösung nicht zu verwirklichen.

Vorwürfe auch in Israels Regierungskoalition

Das Bauvorhaben gefährdet mittlerweile auch Israels Regierungskoalition. Landwirtschaftsminister Schalom Simhon drohte am Donnerstag, seine Arbeitspartei könnte das Bündnis verlassen und sprach von einem "schweren Fehler". Der israelische Kabinettssekretär Zvi Hauser nannte die Ankündigung im Armeeradio einen "Fehler", der sich nicht wiederholen dürfe.

Innenminister Eli Jischai hatte die Baupläne im Stadtteil Ramat Schlomo, nördlich der Altstadt Jerusalems, am Dienstag verkündet. Die Siedlungsfrage ist eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt. Die Gespräche liegen seit über einem Jahr auf Eis.

Versöhnliche Worte zwischen Israel und den USA

Nach den offen ausgetragenen Differenzen haben die USA wieder versöhnlichere Worte angeschlagen. Die USA hätten keinen besseren Freund in der Völkergemeinschaft als Israel, sagte US-Vizepräsident Joe Biden während einer Grundsatzrede in Israel.

US-Präsident Barack Obama und er fühlten eine tiefe Freundschaft und Seelenverwandtschaft zu israel. "Ich fühle mich hier wie zu Hause", sagte Biden am Donnerstag in der Universität von Tel Aviv.

Der US-Vizepräsident wiederholte die Garantien der Vereinigten Staaten für die Sicherheit Israels. Die USA würden alles unternehmen, damit der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelange.

Biden drängte Israel und die Palästinenser, ihre Differenzen beizulegen. Er verstehe, dass Israelis und Palästinenser skeptisch seien. Aber der gegenwärtige Zustand sei nicht haltbar, sagte Biden. Frieden und Sicherheit seien auch in erheblichem Interesse Israels. (rtr/dpa/afp)

Datum:  11 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten


Kolumne

Unser Autor Stephan Hebel macht launische Bemerkungen über die doppelte Merkel, den griechischen Unmut über Spar-Kommissare - und, natürlich, den Sylt-Urlaub unseres Staatsoberhaupts.

Spezial
        

 Polizisten vor dem  durch eine Explosion zerstörten Haus in Zwickau,  in dem das rechtsradikale Trio zuletzt untergeschlüpft war.

13 Jahre lang überziehen Rechtsextreme der Zwickauer Zelle das Land mit Morden, Bombenanschlägen und Überfällen. Analysen und Hintergründe im Spezial zum Neonazi-Terror.

Interaktiv

Hier finden Sie alle Termine und aktuellen Ergebnisse der Vorwahlen der Republikaner, sowie Informationen zu den Präsidentschaftskandidaten.

Interaktiv

Wer sitzt mit wie vielen Abgeordneten im Bundesrat? Alle Ministerpräsidenten, alle Zahlen und Fakten hier!

Fotostrecke
Fotostrecke
Politiker-Pannen 2011 (14 Bilder)
Spezial
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.

Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Fotostrecke
Plaßmanns Welt (238 Bilder)

Anzeige

Spezial
Rechte Proteste gegen den Bau der Kölner Zentralmoschee (Archivbild).

Radikales Gedankengut erreicht unter dem Deckmantel von Islamkritik das bürgerliche Lager. Das Spezial zur Neuen Rechten.

In eigener Sache

FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.

Sonderthema
Protest in Libyen.

Tunesien, Ägypten, Libyen, Algerien, Jemen - das Volk wagt den Aufstand gegen die Autokraten. Einige sind gefallen, andere bekämpfen die Revolutionäre bis aufs Blut.

Video
Fotostrecke
Zum Anbeißen: Der Zoo Hannover sorgt beim Füttern für die saisonal passende Deko. Das Erdmännchen hat offenbar seinen Spaß dran.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Genau die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Anzeige

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige

 
Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Fotostrecke
Plaßmanns Klima (19 Bilder)
Meistgeklickt
LAOS-Parteichef George Karatzaferis stemmt sich gegen die auferlegten Sparmaßnahmen.
Schuldenkrise in Griechenland 
        

Warm anziehen: Eintracht-Trainer Armin Veh.
Vor dem Spitzenspiel in Düsseldorf 
Demonstranten protestieren in Stockholm gegen das Urheberrechtsabkommen.
Streit um Acta 
Spezial

Verteidigt Deutschland tatsächlich seine Sicherheit am Hindukusch? Und ist die Mission ihre tödlichen Folgen wirklich wert?

ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!