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Zivildienst-Regelung: Verdi fürchtet Lohndumping

Verdi macht Front gegen die beabsichtigte "freiwillige" Verlängerung des Zivildienstes. Denn für Zivis soll es keinen Bonus vom Staat geben und sie könnten als billige Arbeiter Pflegehelfern Lohneinbußen bescheren. Von Andreas Schwarzkopf

Die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi macht Front gegen die beabsichtigte "freiwillige" Verlängerung des Zivildienstes. "Wir sind gegen Niedriglöhne im Pflegebereich", sagt Verdi-Chef Frank Bsirske der Frankfurter Rundschau. "Es ist ein Skandal, wenn gerade mühsam ein Mindestlohn von 8,50 Euro im Westen und 7,50 Euro im Osten für Pflegehilfskräfte eingeführt wurde, nun aber die Bundesregierung hingeht, um mehr als 30.000 Hilfskräfte für 3,75 Euro pro Stunde zu beschäftigen."

Damit stellt er sich gegen Pläne des Familienministeriums und der CDU-Bundestagsfraktion. Die Christdemokraten wollen im Zuge der geplanten Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate Wohlfahrtsverbänden und Zivildienstleistenden ermöglichen, den Pflichtdienst "freiwillig" auf bis zu zwölf Monate zu erweitern. Vorbild ist dabei das Modell des freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) bei der Bundeswehr, der bis 24 Monate dauern kann. Als ein Anreiz zahlt der Bund zum Wehrsold von rund 360 Euro bis zu 650 Euro zusätzlich. Diesen Bonus soll es nach dem bisherigen Vorschlag der Christdemokraten für Zivis nicht geben.

De facto würden Hilfskräfte dann für 3,75 Euro pro Stunde arbeiten. Verdi und die Zentralstelle KDV schlagen als Alternative vor, entweder Zivildienstleistenden nach Ende der Dienstzeit einen Job zu geben oder den Pflichtdienst mit dem freiwilligen sozialen Jahr zu kombinieren. Seite 12

Autor:  Andreas Schwarzkopf
Datum:  29 | 4 | 2010
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