Kabul. Vor dem Hintergrund der US-Offensive in Südafghanistan haben die Taliban einen schweren Angriff auf einen amerikanischen Stützpunkt im Südosten des Landes ausgeführt.
Der Sprecher der Regierung der Provinz Paktika, Hamidullah Zhwak, sagte am Samstag, zwei US-Soldaten seien getötet und vier weitere verwundet worden. Auch ein kanadischer Soldat kam ums Leben. Die Aufständischen hätten einen Tanklastwagen vor der Basis zur Explosion gebracht und den Stützpunkt dann angegriffen. Bei den anschließenden Gefechten seien zehn Taliban-Kämpfer getötet worden.
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Die Anschläge setzten sich am Samstag fort. Bei einem Anschlag auf ein Polizeifahrzeug in der südafghanischen Provinz Kandahar wurden sieben Polizisten getötet. Bei der Explosion einer Bombe am Straßenrand seien zwei weitere Polizisten verletzt worden, teilte das Innenministerium in der Hauptstadt Kabul mit. Der Anschlag im Bezirk Registan sei von den Taliban verübt worden. Bei einer weiteren Bombenexplosion in der nördlichen Provinz Dschosdschan wurde laut Innenministerium ein Zivilist getötet und ein weiterer verletzt.
In Paktika hatten Aufständische bereits am Dienstag einen US-Soldaten entführt, dessen Schicksal des Soldaten ungewiss ist. Die Taliban haben bislang keine Forderungen gestellt.
Augenzeugen sprachen von einer lauten Explosion und schweren Gefechten um die Basis herum. Sie berichteten, die Kämpfe seien inzwischen beendet. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte, acht Tonnen Sprengstoff seien vor der Basis detoniert worden. 20 Aufständische hätten dann den Stützpunkt gestürmt. Bei den vierstündigen Kämpfen seien mehrere Soldaten und sieben Aufständische getötet worden. Angaben der Taliban gelten als hochgradig unzuverlässig.
Zwei Tote nach Sprengstoffanschlag
Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Samstag mit, zwei Soldaten seien im Osten Afghanistans bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden. Einzelheiten nannte die ISAF nicht. Paktika gehört zum Regionalkommando Ost, das von den US-Truppen geführt wird.
Ebenfalls in Paktika musste ein von US-Truppen gepachteter Hubschrauber nach Angaben der Streitkräfte notlanden. Das US-Militär teilte mit, es habe sich um mechanische Probleme gehandelt. Die Besatzung sei von einem zweiten Hubschrauber geborgen worden. Die Taliban teilten dagegen mit, sie hätten den Helikopter abgeschossen. Die US-Truppen berichteten, kurz nach der Bergung sei eine kleine Gruppe Unbekannter dabei beobachtet worden, wie sie Gegenstände aus dem notgelandeten Hubschrauber entfernt habe und dann davongerannt sei. Kurz darauf sei der Helikopter in Flammen aufgegangen. Weder der Hubschrauber noch die Ladung könnten geborgen werden.
In Paktika ist es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Angriffen auf ausländische Soldaten gekommen. In der südafghanischen Provinz Helmand hatten amerikanische und afghanische Truppen am Donnerstag eine Großoffensive gegen die Taliban begonnen. Die Offensive wird von einer Operation britischer ISAF-Soldaten flankiert. Die ISAF teilte am Samstag mit, im Süden Afghanistans sei am Vortag ein Soldat getötet worden. Angaben zur Nationalität machte die ISAF wie üblich nicht. (afp/dpa)
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