Königsmacher - diese Rolle würde auch den Grünen im Bund gefallen. Beim Dreifach-Stimmungstest an diesem Sonntag haben sie mit Sicherheit vorerst nur das eine Ziel erreicht: Sie haben in allen drei Ländern den Sprung in die Landtage geschafft. "Das ist ein guter Schlag gegen Schwarz-Gelb dank des guten Abschneidens der Grünen", triumphiert Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin nach den ersten Hochrechnungen, "das könnte der Anfang vom Ende der Regierung Merkel sein."
Dass sie nun im Saarland das Zünglein an der Waage sein können könnten, ist für die Bundestagswahl das erhoffte Signal. Die Aussicht, dass sie auch in Thüringen für eine linke Mehrheit gebraucht würden, schwindet im Laufe des Abends allerdings wieder. Das genau interessiert die Grünen aber enorm. Denn mit Blick auf den 27. September leiden sie bisher unter dem Paradox von machtloser Stärke. In allen Umfragen stehen sie bisher besser da denn je in ihrer Geschichte. Nur zum Regieren im Bund reicht es nicht wegen der erschreckend fußkranken SPD.
Nun könnten sie zumindest im Saarland den großen Zeh in die Tür stecken und Mitregieren - mit der bundespolitischen Botschaft: Eine Stimme für die Grünen geht keineswegs in der Opposition verloren. Zugleich haben sie nun die Chance, ihre bisherige Koalitionspalette in den Ländern um die Farbgebungen Rot-Rot-Grün oder im äußersten Fall sogar Jamaika im Saarland zu erweitern.
Ob es dazu kommt, ist offen. Im Saarland haben die dortigen Grünen die Latte reichlich hoch gelegt für einen Sprung in die Regierungsbeteiligung. Sie haben unter anderem den sofortigen Ausstieg aus der Kohleförderung zur Bedingung gemacht. Ein Brocken für Linkspartei und SPD. Deshalb haben die Saar-Grünen sogar Jamaika nicht ausgeschlossen. In der grünen Bundeszentrale erntet ein solches Jamaika-Rechenspiel am Wahlabend heftige Buh-Rufe.
Und auch Trittin gibt den saarländischen Parteifreunden klare Präferenzen vor: "Der moralische Sieger dieser Wahl heißt Heiko Maas. Der Verlierer CDU-Ministerpräsident Peter Müller."
Doch die Saar-Grünen gelten aus Sicht ihrer Bundespartei als eigenwilliger Landesverband. Das Signal "wir können regieren" könnte für den 27. September also nicht nur Rückenwind für die Grünen bedeuten, sondern auch für Wirbel sorgen.
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