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Kapitalanlage: Die Tricks der Fondsgesellschaften

Die "Performance Fee" fließt manchmal auch dann an die Anbieter, wenn Papiere Verluste einfahren. Dabei handelt es sich nicht um kleine Beträge, wie die Stiftung Warentest ermittelt. Von Stephan Börnecke

Manche Anbieter von Kapitalanlagen treten die Interessen der Investoren mit Füßen.
Manche Anbieter von Kapitalanlagen treten die Interessen der Investoren mit Füßen.
Foto: Arnold

Frankfurt a.M. Schonmal was von einer Performance Fee, einem Erfolgshonrorar für Investmentfonds gehört? Allianz Global Investors, Cominvest, Deka, DWS und Union Investment - sie alle kassieren diese (in vielen Fällen gar nicht so) neue Art von Zusatzgebühr, und nicht jeder Bankkunde dürfte davon etwas gemerkt haben.

Kaum ist die Börsenkrise vorbei, soll das Erfolgshonorar weggebrochene Erträge mittels einer neuen Einnahmequelle ausgleichen, vermutet Finanztest.

Dabei handelt es sich keineswegs um kleine Beträge: Bei DWS machten die Erfolgsgebühren 2008/2009 rund 6,7 Millionen Euro aus - oder 1,36 Prozent, um die sich die Rendite der Anleger verringerte.

Nichts gegen eine finanzielle Anerkennung, wenn der Gewinn stimmt. Die Art, wie diese Gebühr mitunter errechnet wird, grenzt aber an Dreistigkeit, wie Finanztest augenfällig zeigt. Die meisten Anbieter, schreibt das Blatt, "biegen den Anlageerfolg durch Tricks so zurecht, dass sie kräftig abkassieren können".

Denn Erfolg ist ein dehnbarer Begriff. Einer der Tricks beruht darauf, dass der zur Bewertung herangezogene Wertpapierindex wie etwa der MSCI Welt nicht benutzt wird als Performance-Index, bei dem die Dividenden berücksichtigt sind, sondern der Kursindex. Prompt aber dienen die Ausschüttungen bereits als Erfolg, obwohl die Fondsmanager nichts dazu beigetragen haben.

Kritisch ist auch der Punkt, wie der Fonds mit Verlusten umgeht. Werden sie ins Folgejahr übertragen? Dann müsste der Fonds nicht nur seinen Maßstab schlagen, sondern auch den Rückstand aufholen. Erst, wenn das geschafft ist, wäre das Honorar fällig. Die Hälfte der Fonds aber hat keinen derartigen Puffer. Ergo: "Mit Beginn jedes neuen Geschäftsjahres löschen sie zum Nachteil der Anleger die alten Ergebnisse aus dem Gedächtnis."

Ein Beispiel: Fällt ein Fonds, der zu 100 Euro gekauft wurde, zum Jahreswechsel auf 80 Euro, steigt im Folgejahr dann auf mickrige 85 Euro und liegt damit etwas über seiner zugrundeliegenden Messlatte, dann wird eine Erfolgsgebühr fällig. Obwohl der Fonds dicke Verluste eingefahren hat.

Hinzu kommt: Die meisten Fonds nehmen keinen Index als Messlatte, sondern eine feste Prozentmarke zum Maßstab. Jeder fünfte Fonds operiert dabei nicht einmal mit einem Trick, sondern deklariert bereits das Überschreiten der Null-Prozent-Marge als Erfolg.

"Der Spaß hört auf, wenn eine Null-Prozent-Hürde mit einer 20-prozentigen Beteiligung am sogenannten Erfolg kombiniert wird", meint Finanztest. Im Klartext: Hat der Fonds einen Zuwachs von zehn Prozent, greift die Gesellschaft gleich wieder zwei Prozentpunkte ab.

Autor:  Stephan Börnecke
Datum:  15 | 2 | 2010
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