Private Rentenversicherungen sind ungeachtet aller Krisen sicher, bringen aber immer weniger ein. Zudem können oft nur Reiche profitieren. Große Ängste um die Sicherheit von Privatrenten müssen Anleger aber nicht haben, beruhigt der Chef des Versicherungsanalysehauses Map-Report, Manfred Poweleit.
Denn investiert hätten Versicherer vor allem in sichere deutsche Staatsanleihen oder die deutscher Bundesländer. Umfangreiche Kapitalanlagen steckten zwar auch in festverzinslichen Wertpapieren regionaler Banken, die aber vielfach durch staatliche Rettungsschirme abgesichert sind.
Untersucht haben die Experten des Map-Report die Variante sofort beginnender Rentenversicherung gegen Einmalzahlung. Ausgegangen sind sie von einem 63-jährigen, der einem Versicherer zu seinem Rentenbeginn 50.000 Euro zahlt und dafür sofort eine monatliche Rente bezieht. Geschah das 1990, sind aus der Einzahlung binnen 20 Jahren beim besten getesteten Versicherer R+V bis heute 107.468 Euro geworden, beim schlechtesten Neue Leben immer noch 93.124 Euro.
Variante mit Haken
Die Branche trifft die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase. Die macht sich bei jüngeren Verträgen zunehmend bemerkbar. Im Schnitt aller untersuchten Versicherer erhielt ein Kunde 2010 bei einer seit 20 Jahren laufenden Police fast 390 Euro monatliche Rente. Wurde der Vertrag 1995 abgeschlossen, waren es noch knapp 345 Euro und bei zehn Jahre alten Policen nur noch gut 291 Euro. Bleibt das Zinsniveau zur Bekämpfung von Staatsschulden noch lange niedrig, sei es dann auch den besten Versicherern künftig unmöglich, binnen 20 Jahren eine Verdoppelung des eingezahlten Einmalbeitrags zu erwirtschaften, sagt Poweleit.
Der Map-Report hat ausgerechnet, dass jeder Deutsche im Schnitt monatlich 140 Euro in eine private Rentenversicherung stecken müsste, um diese Lücke zu schließen. In der Realität sind es aber nur 60 Euro.
Speziell die Variante der Privatrente gegen Einmalzahlung habe zudem einen Haken, der sie zur Reichenrente macht, kritisiert Poweleit. Denn viele Versicherer verlangten als Mindestbeitrag 40.000 Euro oder mehr. "Welcher Frührentner kann sich das leisten?", fragt der Map-Chef. Zudem gebe es Hinweise, dass Privatrenten gegen Einmalzahlung auch deshalb so relativ gut abschneiden, weil sie innerhalb der Versicherungsunternehmen durch andere Einzahlungsarten quersubventioniert würden. Mit derartigen Praktiken laufe die Assekuranz Gefahr, als Reichenversicherung in eine Imagekrise zu schlittern und normale Kunden zu verprellen, warnt Poweleit.