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Neue Coca-Cola-Dose: Schluck und weg

Der Getränkeriese will von April an 0,25-Liter-Behälter in Kühlregalen von Supermärkten, Bäckereien und Kiosken verkaufen. Die Umwelthilfe sieht darin eine Kampagne für das Einweg-System. Von Marie-Sophie Adeoso

Wird wieder gerade gebogen und aufgefüllt: die Cola-Dose.
Wird wieder gerade gebogen und aufgefüllt: die Cola-Dose.
Foto: Kumpfmüller

Es soll Leute geben, die Cola-Dosen sammeln. Deutsche oder spanische Büchsen, klassisch rote oder solche mit Sondermotiven. Jenen Sammlern dürfte das Herz dieser Tage höher schlagen, denn Coca-Cola führt in Deutschland eine neue Dose ein.

Nicht, dass die alte 0,33-Liter-Dose vom Markt verschwunden wäre. Jedoch fristete sie seit Einführung des Einwegpfands im Jahr 2003 ein Schattendasein im Getränkeregal. Das soll sich nach Wunsch von Coca-Cola ändern. Die neue Dose sei eine "wirklich kleine Dose", betont eine Sprecherin von Coca-Cola Deutschland.

Dosenpfand

Das Einwegpfand wurde im Jahr 2003 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung eingeführt, um das umweltfreundliche Mehrwegsystem zu stärken.

Pfandpflichtig sind Mineralwasser, kohlensäurehaltige Softdrinks, Tee- und Kaffeegetränke, Bier und alkoholartige Mischgetränke. Pfandfrei sind Säfte, Milchgetränke (mindestens 50 Prozent), sowie Wein und Spirituosen.

Auf Einwegverpackungen zwischen 0,1 und drei Litern werden einheitlich 25 Cent Pfand erhoben. (msa)

Als schlanke, ranke Schwester der alten Dose fasst sie nur 0,25 Liter - "die ideale Größe für den Sofortverzehr", so die Sprecherin. Marktforschungen hätten gezeigt, dass den Verbrauchern die alte Dose dafür zu groß sei.

"Kampagne für Einweg"

Maria Elander von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hält nichts von dieser Argumentation. "Wir sehen schon seit Jahren, dass Coca-Cola versucht, die Dose wieder salonfähig zu machen." Sie bezweifle, ob 0,25 oder 0,33 einen großen Unterschied bei der Kaufentscheidung der Kunden ausmachten. Auch gebe es durchaus Mehrwegflaschen in alternativen (kleinen) Größen.

Die Einführung der neuen Dose sei aus Umweltgesichtspunkten "sehr zu bedauern", so die Leiterin der DUH-Abteilung Kreislaufwirtschaft. "Dass so ein großes Unternehmen eine Kampagne für Einwegprodukte fährt, ist einfach schwach." Sorge bereitet der Umwelthilfe auch eine seit einem Jahr offensiv betriebene Lobby-Kampagne von Dosenherstellern und Abfüllern. So sei ein Energydrink mit Hinweis auf einen hohen Molke-Anteil pfandfrei vertrieben worden. Die Umwelthilfe konnte in Labortests aber keinen Molke-Anteil nachweisen.

Die neue Cola-Dose, so fürchtet Maria Elander, könnte die seit Jahren sinkende Mehrweg-Quote im Bereich der kohlensäurehaltigen Softdrinks weiter nach unten treiben. Für das Jahr 2009 liege sie bei nur noch 26 Prozent. Einwegverpackungen verbrauchen bei der Herstellung und Entsorgung mehr Energie und verursachen mehr Abfall als wiederbefüllbare Mehrwegflaschen. Die Umwelthilfe bemängelt zudem zahlreiche Verstöße gegen die Pfandpflicht, die Händlern unrechtmäßige Wettbewerbsvorteile verschafften.

Der Mehrweg-Anteil im Coca-Cola-Sortiment liegt laut Konzern-Angaben bei rund 70 Prozent. Der seit 2003 von mehr als zehn auf knapp ein Prozent gesunkene Dosenanteil soll nun wieder gesteigert werden. Von April an steht die Dose bundesweit in Kühlregalen von Einzelhandel, Bäckereien und Imbissen. Zur Vertriebsmenge sagt Coca-Cola nichts und benennt lediglich 20 Millionen Dosen, die bis Jahresende gratis verteilt werden. Ein Test sei das nicht, sagt die Konzernsprecherin. "Die Einführung ist absolut langfristig geplant."

Autor:  Marie-Sophie Adeoso
Datum:  12 | 3 | 2010
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