Mehr als 50 der gesetzlichen Krankenkassen haben ihren Mitgliedern zugesichert, in diesem Jahr auf Zusatzbeiträge zu verzichten. Während zehn andere Anbieter von ihren Versicherten einen Aufschlag zum Beitrag verlangen, zahlen drei ihren Versicherten sogar Prämien. Und manche Kasse wiederum will mehr Geld, lockt aber bei einem Entgegenkommen der Kunden - etwa beim Abbuchen der Beiträge - mit einem finanziellen Bonbon. Das berichtet die Zeitschrift Finanztest in ihrer jüngsten Ausgabe.
Bei der DAK, Deutsche BKK, KKH-Allianz, Novitas BKK, BKK advita, BKK Gesundheit und BKK Phoenix werden monatlich acht Euro zusätzlich fällig; bei den ersten vier ist das kürzeste Zahlungsintervall monatlich, bei den letzten quartalsweise. Die BKK für Heilberufe und die Gemeinsame BKK Köln (GBK) verlangen ein Prozent vom Einkommen (kürzestes Intervall monatlich), die BKK Westfalen-Lippe berechnet auch ein Prozent, aber maximal zwölf Euro (kürzestes Intervall quartalsweise).
Das meiste Geld gibt es für Mitglieder der baden-württembergischen G&V BKK zurück. Hier beträgt die Prämie 72 Euro im Jahr und wird zum 1. April 2011 gezahlt. Versicherte der hkk erhalten 60 Euro im ersten Quartal 2011, und die BKK ALP plus zahlt 50 Euro. Freiwillig versicherte Mitglieder, die den Höchstbetrag zahlen, können sich sogar über eine Prämie von 70 Euro freuen.
Geld zurück gibt´s für die unterschiedlichsten Gegenleistungen. Beispiel KKH-Allianz: Wer den Zusatzbeitrag zwölf Monate im Voraus abbuchen lässt, erhält einen Rabatt von acht Prozent. Und wer bei der DAK versichert ist und eine Einzugsermächtigung für den Extrabeitrag der nächsten zwölf Monate erteilt, muss nur 93 statt 96 Euro zahlen. Anstelle eines Rabatts können Versicherte auch eine kostenlose Auslandsreisekrankenversicherung für ein Jahr wählen. Wer aber regelmäßig per Dauerauftrag zahlt, geht leer aus und erhält weder Zusatzversicherung noch Preisnachlass.
Doch auch wer sich zu einer Vorauszahlung an seine Krankenkasse entschließt, muss keine Nachteile fürchten und kann nach wie vor kündigen, erklärt Finanztest und zitiert Jörg Bodanowitz, Sprecher der DAK: "Dann bekommen sie den vorab gezahlten Zusatzbeitrag anteilig zurück." Gleichzeitig läuft allerdings die Zusatzpolice aus. Wem der Zusatzbeitrag seiner Kasse zu hoch ist, kann meist sofort zu einem anderen Anbieter wechseln, so Finanztest - auch wenn das nicht die beste Lösung sein müsse.
Oft reiche es, einfach zu prüfen, ob die Leistungen der bisherigen Kasse nicht besser genutzt werden können und ob der neue Anbieter wirklich bessere Konditionen offeriert. Hilfe bei der Suche nach einem neuen Versicherer bietet die Zeitschrift unter www.test.de/krankenkassen. Die detaillierten Informationen kosten jedoch drei Euro.
Vergleichen lohnt sich in jedem Fall auch für Hartz-IV-Empfänger, denn sie müssen den Zusatzbeitrag aus eigener Tasche bezahlen - wenn das Jobcenter nicht einspringt. Denn nur in einem Härte-fall, der beim Kassenwechsel vorliegen könnte, übernimmt die Behörde den Extrabeitrag.