Der regnerische und kühle Juli hat viele Pflanzen stark wachsen lassen. Gehölze können jetzt durch einen Sommerschnitt im Zaum gehalten werden. Obstbäume werden durch einen Schnitt gelichtet, damit reifen die Früchte besser aus und es wird die Blütenbildung für das kommende Jahr angeregt.
Vermehrung
– Viele Pflanzen sind in der Lage, sich selber auszusäen – bei genügend Platz kann man die Natur sich selbst überlassen. Kontrolle über Menge und Standort der Aussaat hat, wer das Saatgut einsammelt oder kauft. Bis Ende August sollte sie in der Erde sein. Leicht feuchter Boden und, bei starker Sonneneinstrahlung, eine Schattierung beeinflussen die Keimung positiv.
Pflanzung
– Wer noch keine Herbstkrokusse kennt, sollte jetzt im Fachhandel nach den herbstblühenden Zwiebelgewächsen schauen. Herbstzeitlose, Herbstkrokus und Goldkrokus bereichern den Garten.
Pflege
– Das Abschneiden der verblühten Blüten macht die Pflanzen kräftiger und fördert die weitere Blüte. Rosen, die abgeblüht sind, zurückschneiden.
– Große, überalterte Stauden teilen und umpflanzen.
– Sommerschnitt an Zierbäumen und Sträuchern. Schnitt von sommergrünen und immergrünen Hecken sollte nur erfolgen, wenn kein Vogel mehr in ihnen brütet.
– Bodenlockerung reduziert die Verdunstung und stört auflaufende Unkrautsamen. Unkraut jäten und leere Beete mit Gründünger einsäen.
– Nachdüngung mit Kalium-betontem organischem Volldüngern. – Rasen bei bedecktem Wetter düngen, danach wässern, um Verbrennungen zu vermeiden. Rasen regelmäßig mähen und, wenn nötig, gießen.
– Kletterpflanzen hochbinden und Kletterhilfen geben.
– Viele Pflanzen vertragen angewärmtes Wasser besser, vor allem Sommerblumen stocken im Wachstum, wenn sie mit kaltem Wasser gegossen werden.
Pflanzenschutz
– Pilzerkrankungen sollten an allen Pflanzen behandelt werden. Clematiswelke ganz zurückschneiden, ein Pflanzenstärkungsmittel und eine leichte Kalkung machen die Pflanzen widerstandsfähiger.
– Thripse treten bei anhaltender trockener Witterung vermehrt an Rosen, Sommerblumen, Kübelpflanzen und Zwiebelblumen auf. Sie saugen an den Blattunterseiten und fliegen gerne auf blaue Leimtafeln.
– Je nach Witterung treten Rhododendronzikaden jetzt noch vermehrt auf. Wer verstärkt braune Knospen entdeckt, kann die Zikade mit Gelbtafeln oder Kali-Seifen und Pyrethrine-Mitteln beziehungsweise Pyrethrine- und Rapsöl-Mitteln bekämpfen.
Pflanzenschutztipp: Schnecken nachts absammeln
Schnecken haben, bedingt durch die wechselhafte Witterung, zurzeit günstigste Bedingungen. Zum Test kann ein nasser Sack auf der Fläche ausgelegt werden, der dann ein bis zwei Tage später kontrolliert wird. Hierdurch kann man auch das Auftreten der kleinen Ackerschnecken erfassen, die sich tagsüber verstecken und nur nachts aktiv werden. Neben dem nächtlichen Absammeln der Schnecken und verschiedenen Hausmitteln wie zum Beispiel Bierfallen ist ein Einsatz von zugelassenen Schneckenkorn-Präparaten zur direkten Bekämpfung möglich. Die Präparate Ferramol Schneckenkorn und Bayer Garten Schneckenkorn Biomol mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat können auch im ökologischen Anbau angewendet werden und sind somit gut für den Einsatz im Haus- und Kleingarten geeignet. Die Präparate sind sehr breit zugelassen und können in allen Zierpflanzen, Gemüse- und Obstkulturen angewendet werden. Für Haustiere und Igel besteht keine Gefahr, und auch Vögel, Regenwürmer und Frösche werden nicht gefährdet. Im Gartenfachhandel ist eine Vielzahl von Schneckenkorn-Präparaten mit dem Wirkstoff Metaldehyd erhältlich, deshalb an dieser Stelle nur eine kleine Auswahl: Schneckenkorn Limex, Compo Schneckenkorn und Bayer Garten Schneckenkorn Protect. Bei den Präparaten handelt es sich um Streugranulate mit Lockwirkung. Gebrauchsanleitung beachten. Schneckenkorn-Präparate nie über Pflanzen streuen, sondern um die Pflanzen herum ausbringen.
von Ralf Jung