Einen Schlitten aus Schweden oder Lavendelöl aus Frankreich – die Möglichkeiten im Internet Produkte im In- und Ausland zu kaufen sind im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos. Schnell ist das potenzielle Weihnachtsgeschenk in die Suchmaschine eingetippt und schon tun sich diverse Online-Shoppingportale auf, die – seriös oder unseriös – die gewünschte Ware feilbieten. Betrügerische Kaufportale sind dabei nicht immer leicht zu erkennen. Gefälschte Gütesiegel, kaum erkennbare Schreibfehler in bekannten Markennamen oder erfundene Lobhudeleien angeblich zufriedener Kunden geben einem das Gefühl, nur ein paar Mausklicks vom großen Schnäppchen entfernt zu sein. Die Macher solcher Täuschungsseiten sind Experten in Sachen Design, Technik und Marketing. Die Fachgruppe E-Commerce im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat zehn Tipps zusammengestellt, damit Käufer beim virtuellen Einkaufsbummel keine bösen Überraschungen erleben.
Achten Sie auf ein klares Impressum mit vollständiger Firmenanschrift, die mit Adresse, also Straße, Hausnummer und Ort sowie Ansprechpartner oder gesetzliche Vertreter für mögliche Abwicklungsprobleme der Bestellung angegeben sein muss. Anbieter ohne Kontaktinformationen oder nur mit Postfachadresse haben etwas zu verbergen. Letzteres macht gerade bei der Rücksendung die Zustellung von Paketen nahezu unmöglich. Auch die Wahl des Firmensitzes hat einen großen Einfluss auf ihre Bestellung. Für ausländische Anbieter gelten andere Rechtsgrundlagen und nicht zuletzt andere Preise. Deshalb sollten die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters jederzeit und vollständig abrufbar sein.
Verschiedene unabhängige Prüfstellen bewerten die Angebote nach verschiedenen Kriterien und vergeben Zertifikate. In Deutschland stehen die Gütesiegel von zum Beispiel Trusted Shops, „EHI Geprüfter Online-Shop“ oder das TÜV-Siegel „Safer-Shopping“ für sicheres Einkaufen im Netz. Die Verleiher der Zertifikate testen die Betreiber der Online-Shops dabei auf Garantieleistungen und Preistransparenz, Lieferbedingungen und Kundenservice sowie Datenschutz und nahezu 100 weitere Kriterien.
Bei Online-Einkäufen kann es zu logistischen Problemen oder Unklarheiten zu den angebotenen Produkten kommen. Ein freundlicher, gut erreichbarer Kundenservice kann hier schnell Abhilfe schaffen. Neben einer telefonischen Hotline bieten viele Anbieter den direkten Kontakt per E-Mail und zunehmend auch Live-Chat-Dienste an. Achten Sie bei der telefonischen Hotline aber auf die Kosten. Teure Servicenummern mit langen Warteschleifen sind keine Seltenheit. Sinnvoll für Bestellungen im Ausland ist die Überprüfung, ob der Anbieter Englisch spricht.
Sie sollten sich einen Überblick verschaffen, wie viele Empfehlungen zu einem Produkt bereits im Online-Shop abgegeben wurden. Zehn bis fünfzehn Aussagen zu einem bestimmten Produkt vermitteln eine erste Sicherheit, dass diese vertrauenswürdig erscheinen. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Anzahl negativer Aussagen, bevor Sie auf den Kauf eines Produktes verzichten sollten. Finden Sie nur sehr positive und nahezu keine negativen Bewertungen oder kritischen Produktrezensionen, sollten Sie bereits vor dem Kauf skeptisch werden. Auch helfen Ihnen die Berichte in Foren, Blogs oder unabhängigen Bewertungsportalen. Werden die Produkte auf verschiedenen Portalen ähnlich bewertet, können Sie davon ausgehen, dass die Bewertungen authentisch sind.
Zu Weihnachten ist viel los bei den Versandtunternehmen. Daher sollten Sie unbedingt auf das rechtzeitige Bestellen ihrer Artikel achten, damit die Waren möglichst zum Wunschtermin geliefert werden. Aber: Bestellen Sie nicht zu früh, damit der Beschenkte eventuell von seinem Rückgaberecht Gebrauch machen kann!
Vergleichen Sie die einzelnen Produkte in verschiedenen Online-Shops, zumal die Preisunterschiede beim Einkauf im Internet sehr groß sein können. Berücksichtigen Sie für ihr bestes Angebot auch die Versandkosten und alle anderen Gebühren.
Die Zahlungsbedingungen müssen vom Shopbetreiber eindeutig und unmissverständlich angegeben werden. Dies beinhaltet die Angaben zu den Preisen, dem Bestellverfahren und den Zahlungsmöglichkeiten. Die Versandkosten und Angaben zur Umsatzsteuer müssen transparent und sichtbar dargestellt sein, also nicht im Kleingedruckten stehen. Alle Informationen müssen unmittelbar beim Produkt zu finden sein oder bei dem Endpreis der Bestellung in allen Einzelheiten aufgeführt sein.
Das Bezahlen per Kreditkarte oder Lastschrift ist eine gängige Methode, doch bietet ein Online-Händler keine geschützte Datenübertragung an, sollten Sie ihre Kreditkarten- oder Kontodaten nicht preisgeben. Auch hier können Viren, Trojaner oder andere Spähprogramme ihre Bankdaten im Internet abfangen und an Unbefugte weiterleiten.
Der Kauf per Nachnahme ist hingegen relativ sicher, weil Sie erst bei Erhalt der Ware bezahlen müssen. Öffnen Sie die Bestellung idealerweise noch in Gegenwart des Postboten. Dieser kann bei Reklamationen bei einer falschen Lieferung oder im Schadensfall bei beschädigten Produkten ihr Zeuge sein. Bezahlen Sie per Vorkasse im Idealfall nur dann, wenn die Zahlung über einen Drittanbieter abgewickelt wird. Oft bieten die mit einem Gütesiegel ausgezeichneten Online-Shops eine seriöse Treuhandstelle an, die ihr Geld erst nach Erhalt der unbeschädigten Ware an den Anbieter des Shops auszahlt. Das sicherste Bezahlverfahren ist die Zahlung per Rechnung, die der gelieferten Ware beiliegt, sofern der Shopbetreiber diese Zahlungsmöglichkeit anbietet.
Gemäß dem Fernabsatzgesetz können Sie ihre erworbene Ware innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen an den Anbieter zurückgeben. Sie sollten den Kaufvertrag schriftlich per Einschreiben mit einer Kopie ihrer Auftrags- oder Bestellbestätigung widerrufen, damit diese Frist gewahrt wird. Sollte Sie der Anbieter eines Online-Shops nicht ausdrücklich auf das Widerrufsrecht belehrt haben, verlängert sich die Frist auf sechs Monate. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie bei ihrer Reklamation bei den Rücksendekosten von den Betreibern des Online-Shops nicht das Nachsehen haben. Viele Anbieter legen den Verbrauchern die Rücksendekosten auf, wenn der Warenwert unter 40 Euro liegt oder wenn die Ware noch nicht bezahlt ist.
Der gesamte Bestellprozess sollte mit SSL-Verschlüsselung (Secure Socket Layer) ablaufen, was zum einen an einem Vorhängeschloss oder einem ähnlichem Symbol im Browser und am Kürzel „https“ am Anfang der URL zu erkennen ist. Die Informationen zur verwendeten Verschlüsselungstechnik dürfen auf der Webseite des Online-Shops nicht fehlen. Ein Online-Shop-Anbieter muss den Kunden gewährleisten, dass ihre Kundendaten nicht an Dritte weitergegeben und nur für die Abwicklung der Bestellung genutzt werden. Die AGB oder Datenschutzbestimmungen geben üblicherweise Hinweise darauf, dass diese Garantie besteht. Diese Formulierungen sollten nicht unverständlich sein.