Steigende Beiträge sind für viele Privatversicherte nichts Ungewöhnliches. Wohl aber, wenn sie sich um bis zu 30 Prozent erhöhen. Was tun? Fachleute raten davon ab, zu kündigen. Sie haben eine andere Idee. Von Jutta Maier
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Frankfurt a.M. Steigende Beiträge sind für viele Privatversicherte nichts Ungewöhnliches. Wohl aber, wenn sie sich um bis zu 30 Prozent erhöhen. Für seine aktuelle Ausgabe hat das Magazin Finanztest auf einen Aufruf 400 Zuschriften von Lesern erhalten, die teils über exorbitant gestiegene Beiträge bei ihrer privaten Krankenversicherung zum Jahreswechsel klagen.
Mehrere Kunden, etwa von Barmenia, Central, DKV, Gothaer und Universa, berichteten Finanztest, dass sie 2010 im Vergleich zum Vorjahr rund 70 bis 80 Euro oder sogar noch mehr zusätzlich zahlen. Nur weniger als zehn Prozent schrieben, dass ihre Beiträge konstant blieben oder sanken. Die Privatversicherten schickten Beispiele für Beitragssteigerungen von 27 Gesellschaften.
Finanztest ermittelte häufig Aufschläge zwischen fünf und 15 Prozent, in mehreren Fällen auch deutlich über 20 Prozent. Die Ergebnisse seien nicht repräsentativ, räumt die Stiftung ein, sie zeigten jedoch den Trend.
Als Gründe für die Preissteigerungen nennen die Versicherer etwa die erhöhte Lebenserwartung. Eine große Rolle spielen aber vor allem die gestiegenen Ausgaben, besonders für ambulante Versorgung. Die Versicherer sind verpflichtet, jedes Jahr für alle Tarife nachzurechnen, ob ihre Ausgaben höher liegen als kalkuliert. Wenn die Ausgaben mehr als zehn Prozent über der Kalkulation liegen, müssen sie höhere Beiträge verlangen.
Die zwölf kuriosesten Versicherungen
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Die zwölf kuriosesten Versicherungen
Platz 11: Versicherung gegen Funkstille. Ein Mobiltelefon soll immer und überall funktionieren. Tut es das aber 48 Stunden nicht, gibts von der Versicherung 280 Euro.
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Platz 10: Versicherung gegen Weltuntergang. Egal ob durch einen Meteoriteneinschlag oder Krieg. Weltuntergangsszenarien gibt es genügend. Gut, wenn man im Ernstfall per Versicherung gewappnet ist. Das Geld zu bekommen und auszugeben, dürfte dann aber schwierig werden.
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Platz 9: Versicherung gegen Tempolimit. Auf der Autobahn fahren doch ohnehin immer alle zu langsam. Da wäre ein Tempolimit fatal. Wer solche Angst hegt, wäre mit einer Tempolimit-Versicherung sicher gut beraten.
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Platz 8: Versicherung gegen Prohibition. Hopfen und Malz, Gott erhalts. Und hoffentlich auch der Staat. Denn was könnte man sonst mit den ganzen Versicherungsprämien anfangen, die man im Falle einer Prohibition kassiert. Vertrinken jedenfalls nicht.
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Platz 7: Versicherung gegen Ohnmacht im Kreißsaal. Ob es mit der puren Freude oder einfach nur mit böser Vorahnung zu tun hat, weiß niemand. Trotzdem fallen immer wieder Väter im Kreißsaal in Ohnmacht. Auch gegen dieses Risiko kann man sich absichern.
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Platz 6: Versicherung gegen hohe Benzinpreise. Tanken ist zur Qual geworden. Doch eine Assekuranz bietet Schutz, falls der Rohölpreis mal wirklich durch die Decke geht.
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49 Chancen auf das große Glück. Und genau so viele für das große Pech.
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Platz 4: Versicherung gegen Auflösung der Lieblingsband. Die Beatles haben es getan, die Backstreetboys und auch Take That - alle lösten sich irgendwann auf. Doch warum weinen, wenn es die Lieblingsband nicht mehr gibt. Schließlich kann sich jeder dagegen versichern.
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Platz 3: Versicherung gegen Bigamie. Ach wie schön könnte eine Beziehung sein, gäbe es da nicht die bange Frage, wie es um die Treue des Partners steht. Gut beraten ist, wer da schon einmal vorgebaut hat - und am Ende noch eine Prämie kassiert.
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Platz 2: Versicherung gegen Abstieg. Es gibt nichts Schlimmeres als den Lieblingsverein am Ende der Saison auf einem Abstiegsplatz zu sehen. Vielleicht trocknet ja ein kleiner Scheck von der Versicherung die Tränen.
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Platz 1: Versicherung gegen Entführung von Außerirdischen. Jeder kennt das: Da schauen die kleinen grünen Männchen im Vorgarten vorbei und Kidnappen einen kurzerhand. Eine Versicherung zahlt den unfreiwilligen Trip zum Mars.
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Doch was können Privatversicherte tun? Finanztest rät davon ab, die Versicherung zu kündigen. Denn in die gesetzlichen Kassen kommen die Aussteiger in der Regel nicht zurück, und der Anbieterwechsel kann teuer werden. Das liegt vor allem daran, weil der Kunde in diesem Fall seine Altersrückstellung vollständig oder zum Teil verliert. Deshalb ist es laut Finanztest am besten, sich beim bisherigen Anbieter um ein günstigeres Angebot zu bemühen. Zum Beispiel durch den Wechsel in einen anderen Tarif oder durch Abspecken der Leistungen. Für ältere Privatversicherte etwa kann sich der Standardtarif für Rentner lohnen. Allerdings sind damit auch weniger Leistungen verbunden - zum Beispiel könnte im Krankenhaus die Chefarzt-Behandlung wegfallen.
Alternativ können Privatversicherte auch innerhalb ihres bestehenden Tarifes sparen - etwa, wenn sie bereit sind, im Krankenhaus aufs Zweibettzimmer zu verzichten und ins Mehrbettzimmer zu gehen. Eine weitere Möglichkeit zu sparen kann sein, den Selbstbehalt zu erhöhen. Ein Mindestmaß an Schutz sollte jedoch bewahrt werden, rät Finanztest. Denn ein Zurück zu höheren Leistungen gibt es normalerweise nicht. Und wer ein Billigangebot wählt, hat unter Umständen Anspruch auf weniger Leistungen als gesetzlich Versicherte. jma