Mit "Sondermodellen" und unvollständigen Angaben versuchen Elektromärkte den Internet-Preisvergleich zu erschweren. Verbraucherschützer decken die Tricks von Media Markt & Co. auf. Von Thomas Wüpper
Wer Schnäppchen sucht, wird nicht immer bei Media Markt & Co. fündig.
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Wer Schnäppchen sucht, wird nicht immer bei Media Markt & Co. fündig.
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Berlin. Das Internet schafft Transparenz wie nie zuvor. Mit wenigen Klicks können Verbraucher die Preise von Millionen Produkten vergleichen. Das macht vor allem dem stationären Handel zu schaffen. Manche Anbieter versuchen daher, den Kunden auszutricksen. Mit Sondermodellen und unklaren Angaben wird den Käufern ein rascher Preisvergleich erschwert oder gar unmöglich gemacht.
Die Masche ist nicht neu, aber in Zeiten verschärften Wettbewerbs besonders beliebt. Woche für Woche werben Saturn, Media Markt & Co. in ihren Prospekten ganz groß mit Preisknüllern. In der bunten Schnäppchenwelt locken Fernseher, Kameras oder Waschmaschinen - alles zum Tiefstpreis. Doch ist das Gerät wirklich so billig wie behauptet?
Mit den Preissuchmaschinen im Internet ist das für clevere Verbraucher leicht zu ermitteln. Zumindest im Prinzip. In der Praxis läuft der Preisvergleich mit Internetläden oft ins Leere. Das zeigt eine neue Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW. Die Tester nahmen rund zwei Dutzend Werbeprospekte von Saturn, Media Markt, Pro Markt und Karstadt unter die Lupe - und stießen beim Preisvergleich von 33 groß beworbenen Topangeboten nach eigener Auskunft oft auf merkwürdige Barrieren.
Ein paar Buchstaben und Zahlen fehlen
Die dreistesten Mogelpackungen
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Die dreistesten Mogelpackungen
Neuer Inhalt: 225 Gramm. Haben's Sie den Original-Werther's-Zahlendreher bemerkt? Glückwunsch!
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Platz 2: Eine hohe Verpackung mit 400 Gramm Bärenmarke-Milch. Sieht doch viel aus, oder?
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Jedenfalls macht die neue Variante mehr her als dieses frühere Layout. Nur, dass hier noch 500 Gramm reinpassten. Ergibt eine Preiserhöhung von 19 Prozent.
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Platz 3: Schwartau bekommt den Sonderpreis für die aktive Förderung des Dreisatzes. Früher sind zehn Corny-Riegel mit jeweils 25 Gramm zu multiplizieren - ergibt zusammen 250 Gramm.
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Nun lautet die Aufgabe: sechsmal 20 Gramm, ergibt 120 Gramm. Wie hoch also fällt die versteckte Preiserhöhung aus? Wir kommen auf stolze 34 Prozent.
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Platz 4: Auch Discounter schlagen zu. Gleiches Verpackungslayout bei Lidls Fix-Nudeln, aber eine entscheidende Ziffer ist anders.
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30 statt 50 Gramm - macht einen Aufschlag von 66,7 Prozent.
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Platz 5: Auf der alten Verpackungen von Milupa-Milchbrei lesen Sie unten links groß geschrieben: 300 Gramm.
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Auf der neuen Verpackung steht dort - nichts. Wer auf der Seite nachliest, sieht dort die Angabe 250 Gramm.
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Platz 6: Auch Kleinvieh macht Mist. Früher füllte ein Twix-Schokoriegel den Magen mit 60 Gramm.
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Ebenfalls Platz 6: Den gleichen Platz schafft Snickers. Statt der 60 Gramm...
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...essen wir nun 57 Gramm mit vielen Kalorien.
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Platz 8: Da bleibt Ihnen gleich das Knäckebrot im Hals stecken. Hier die bisherige Verpackung mit 275 Gramm.
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Und hier die fast identische neue Variante mit 205 Gramm. Preiserhöhung: 34 Prozent.
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Platz 9: Falls Sie auf Ihrem teuren Knäckebrot Frischkäse mögen, wird die Überraschung für Ihren Geldbeutel doppelt schön. In der eckigen Verpackung steckten 200 Gramm.
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In der runten sind's noch 175 Gramm. Ergibt Sondereinnahmen für den Lebensmittelriesen Kraft Foods von 14,3 Prozent.
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Die weiteren Plätze zeichnen sich dadurch aus, dass die Verpackung ziemlich gleich bleibt, nur abgesehen von der Gewichtsangabe. Aus 54 wird...
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bei Alldays-Binden dann die 50.
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Bei den Babylove-Pflegetüchern der Drogerie dm reihten sich einst 100 Tücher schön Tuch an Tuch.
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Ein alter Vorratspack mit 1,8 Kilogramm Spülmaschinen-Tabs.
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In der aktuellen Variante sind noch 1,5 Kilogramm drin.
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CD-Seife, früher 150 Gramm.
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Nun sind es 125 Gramm. Preiserhöhung aus dem Hause Lornamead: 20 Prozent.
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Säuglingsnahrung von Hipp: Aus 600 Gramm...
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Früher reichte eine Pampers-Packung für 44 Geschäfte.
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Nun ist nach dem 40. Wechsel Schluss. Da hilft nur eins: schneller trocken werden.
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Da fiele es auch weniger ins Gewicht, dass in einer Verpackung Penaten-Pflegetücher statt 64...
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... nur noch 56 Tücher stecken.
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Die Mogelpackungen treffen nicht nur Eltern - auch Liebhaber von Pflaumenmus. Vorher: 225 Gramm.
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Nachher: 200 Gramm. Aufschlag für den Hersteller Zentis: 12,5 Prozent.
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Nochmal ein Blick auf den Frühstückstisch: einst 750 Gramm in einer schlanken Packung.
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Nun 725 Gramm in einer wuchtig wirkenden Schachtel.
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In seltenen Fällen plagt die Hersteller aber offenbar ein schlechtes Gewissen. In der früheren Variante mit 54 Stück prangte auf der Persil-Megaperls-Kiste noch der Hinweis "Vorratspack".
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Immerhin der ist auf der neuen 50er-Packung verschwunden. -
Übrigens:Nicht nur an der Verpackung wird gemogelt, auch beim Inhalt. Sehen Sie selbst: Die dreistesten Mogel-Lebensmittel.
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Gleicher Ladenpreis, fast gleiche Verpackung, weniger Inhalt - das ist das Prinzip der Mogelpackungen. Wir stellen unsere Hitliste vor.
Platz 1: Elegante Masche - der Hersteller fordert selbst jene heraus, die genau hinschauen und die Gewichtsangaben nachlesen. Früherer Inhalt: 255 Gramm.
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Eurovision Song Contest
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Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen
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Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen
Bei Mogelpackungen ist die Lösung einfach: Immer nach jenen Zahlen schauen, die die Füllmenge angeben. Die aktuelle Tüte des Hundefutters "Frolic Unterwegs" zeigt 180 Gramm.
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Und so sah die Angabe vorher aus: 200 Gramm. Ergibt beim gleich gebliebenen Preis einen Aufschlag von elf Prozent.
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Also nochmal zur Übung. Zwei Tüten mit Hundefutter (diesmal Frolic Rodeo mit Rind), die fast gleich aussehen. Den Blick nach unten...
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... und Sie erkennen die Differenz. Sie ist 35 Gramm groß. Preiserhöhung: 50 Prozent.
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Das Prinzip funktioniert, wie bei "Always Slipeinlagen", auch mit Stückzahlen. Aus 32...
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wird mal schnell 28. Damit schlägt der Hersteller Procter & Gamble bei gleichem Verkaufspreis versteckt um 14,3 Prozent auf.
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Solche Tricks sind zum Pickel-bekommen. Clerasil Ultra verspricht Abhilfe. Früher mit 30 Milliliter pro Tube.
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Jetzt sind noch 15 Milliliter drin.
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Wer nicht die Original-Tinte verwendet, spart. Oder? 20 Milliliter der kostbaren Flüssigkeit steckten mal in dieser Patrone.
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Jetzt sind es noch zehn Milliliter - damit ist die Alternative um 100 Prozent teurer als zuvor.
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Spar- oder Familienpack - was denken Sie, welcher Frico-Käse der günstigere ist?
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Im alten Familienpack waren 400 Gramm, im neuen - so genanannten - Sparpack sind bei gleichem Preis nur noch 375 Gramm. Ein Aufschlag um 6,7 Prozent.
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Eine Fisch-Schlemmerei mit angepriesenem neuen Rezept - auch das kann überraschen. Unten im Bild hervorgehoben der Anteil des in der Herstellung teuren Fisch-Filet-Anteils: 52 Prozent.
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Vorher waren's 70 Prozent. Auch wenn das Füllgewicht gleich bleibt, der Hersteller Iglo macht damit das Filet um 34,6 Prozent teurer (bezogen auf den verringerten Fischanteil).
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Früher war der Deckel von Homanns fruchtigem Käsesalat weniger blau. Dafür verbargen sich drunter 200 Gramm Essen.
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Mit dem zusätzlichen Blau gingen 50 der 200 Gramm verloren. Eine versteckte Preiserhöhung um 33,3 Prozent.
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Auch kleine Differenzen summieren sich zu beachtlichen Aufschlägen. 2,25 Gramm im neuen Teebeutel von Milford.
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Vorher waren's drei Gramm - das bedeutet eine Preiserhöhung von 33,3 Prozent.
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Nochmal eine kleine Zahl: 26 Gramm Milky Way -
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jetzt sind's noch 21,9 Gramm. Der prozentuale Preiseffekt: plus 18,7.
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Was schätzen Sie: Wo ist mehr drin?
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Die rechte, neue Packung kommt zwar wuchtiger daher - aber es sind 40 Millilieter weniger Dessertsoße drin.
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Versteckte Preiserhöhung auch bei Schleckers AS Glaskeramik-Reiniger.
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Aus 250 werden 225 Milliliter - elf Prozent teurer bei gleichem Verkaufspreis.
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Maggis Hühnersuppe wollte bisher vier Kinder mit Tierfiguren erfreuen.
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Da waren's nur noch drei.
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Trösten Sie sich nun bloß nicht mit Zuckerstreusel: Einst legte Schwartau 160 Gramm in den Behälter.
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Jetzt nur noch 115 Gramm - ein Preisplus von 28,7 Prozent. Schwartau war schon früher auffällig mit Packungstricks - wie Sie in unserer ersten Mogel-Fotostrecke sehen können.
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Sie kennen das Prinzip aus der Rätselzeitschrift: Wo ist der Unterschied zwischen der linken und rechten Variante?
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Ein Fünftel der Geräte fanden die Verbraucherschützer überhaupt nicht online, obwohl sie mehrere Suchmaschinen einsetzten. Nur zwei Onlineshops führten einige der Angebote, konnten aber nicht kurzfristig liefern. Eine Erklärung dafür: Die Preisknüller in den Prospekten haben fehlerhafte Modellbezeichnungen, es fehlen Buchstaben oder Zahlen. Ob das Absicht ist? Auf jeden Fall kann der Kunde so die Produkte kaumnoch vergleichen.
In einigen Fällen werden die Sonderangebote in den Prospekten überhaupt nicht näher beschrieben. Die Tester fanden groß angelegte Werbung für einen "Exquisit Tisch-Gefrierschrank" oder ein "Grundig 94 cm (37) LCD-TV", ohne dass der Kunde näher über Baureihe, Typbezeichnung oder Modell aufgeklärt wurde. Die Verbraucherzentrale fragte bei den Anbietern Karstadt und Pro Markt nach, was das soll, erhielt aber nur ausweichende und nichtssagende Antworten.
Um Preisvergleiche zu verhindern und die Markttransparenz zu senken, sind zudem Sondermodelle beliebt. Große Handelsketten mit ihrer Einkaufsmacht bestellen einfach eine exklusive Produktvariante, die eine eigene Modellbezeichnung hat, selbst wenn sie bis auf I-Tüpfelchen einem gängigen Gerät gleicht. Nur mit dem zeitaufwändigen Vergleich der technischen Merkmale kann der Kunde herausbekommen, welche Geräte womöglich baugleich sind - und dann ermitteln, ob das Sondermodell tatsächlich ein Schnäppchen ist.
Unauffindbare Sondermodelle
Als Beispiele für den Trick mit den Sondermodellen nennen die Tester eine Hoover-Waschmaschine aus einem Saturn-Prospekt. Auch zwei Monaten nach dem Start der Reklame war das Gerät mit keiner Suchmaschine zufinden, obwohl es als "Neuheit" angepriesen wurde.
Auch ein Navigationsgerät von Becker gab es monatelang nur bei Saturn und Media Markt, ebenso waren Lautsprecher von Canton für 749 Euro pro Stück zehn Wochen lang nur bei Saturn zu haben.
Die Werbung erweckt dabei gerne den Eindruck, als sei das Spezialangebot ein Kampfpreis, schon bald ausverkauft und in anderen Läden teuer. Nichts davon muss stimmen. Zwei Drittel der groß beworbenen Schnäppchen, die von der Verbraucherzentrale geprüft wurden, waren in Wirklichkeit konkurrenzlos. Es waren Sondermodelle, die es erst mal sonst nirgendwo gab, die manchmal wochenlang zu haben waren und mit der Zeit teils sogar deutlich billiger wurden.
Jedes zweite Gerät fanden die Verbraucherschützer nach einiger Zeit auch bei der Konkurrenz im Internet, und zwar oft genug günstiger. So inserierte Media Markt einen Mini-Camcorder für 199 Euro zunächst fast konkurrenzlos. Knapp ein Vierteljahr später gabs das Gerät dann 58 mal bei Suchmaschinen schon um ein Drittel billiger, nach fünf Monaten kostete die Kamera bei 100 Online-Anbietern teils kaum noch mehr als die Hälfte.
Auch bei einem 1100 Euro teuren Siemens-Kaffeeautomaten, den Saturn im Prospekt zunächst exklusiv anbot, lohnte sich für die Experten das Abwarten. Zwei Monate danach offerierten Onlineläden das angebliche Superschnäppchen für unter 900 Euro, etwas später sogar mehr als 300 Euro billiger.
Genau hinschauen und nichts überstürzen - diese Strategie zahlt sich also aus, besonders bei Elektrogeräten, die wegen der Massenproduktion und des rasanten Innovationstempos ohnehin schnell im Preis sinken. Und auch im Laden lohnt sich für Kunden häufig die Nachfrage, ob der Händler auf den Preis von Amazon & Co. im Internet fürs vergleichbare Produkt einsteigt. Ein Nachlass ist nicht selten drin.