Ich will versichert werden, nicht verunsichert“, beklagt sich ein junger Mann seit einigen Wochen auf Plakaten und in Spielfilmpausen. Die Werbung einer großen Assekuranz weist darauf hin: Versicherungen gelten wohl vor allem bei jungen Menschen als kompliziert und undurchsichtig. Ganz ohne Police kommen sie aber nicht aus.
Die Stiftung Warentest hat nun überprüft, welche Versicherungen für Studenten nötig und sinnvoll sind. Die gute Nachricht: Studienanfänger müssen sich nur um eine Grundausstattung kümmern, heißt es in der jüngsten Ausgabe von Finanztest.
Eine Hausratversicherung können sich Studenten sparen - zumindest wenn sie keine wertvollen Dinge besitzen. Oft schützt die Versicherung der Eltern die Bude mit. Die Versicherung muss allerdings über den neuen Wohnort informiert werden.
Autoversicherungen für Studenten sind teuer. Günstigere Angebote gibt es, wenn Studenten die Versicherung ihrer Eltern wählen oder den Führerschein schon länger als drei Jahre haben. (prjr)
Unverzichtbar sind Kranken- und Haftpflichtversicherung. Oft können Studenten über ihre Eltern versichert bleiben. Bei der Haftpflichtversicherung gilt das in der Regel bis zum Abschluss der ersten Ausbildung der Kinder. In der gesetzlichen Krankenkasse können Studenten über ihre Eltern versichert bleiben bis sie 25 sind und solange sie bis zu 365 Euro, im Minijob bis 400 Euro, verdienen.
Wer privat versichert ist, darf das natürlich auch bleiben. Das lohnt sich vor allem, wenn die Eltern beihilfeberechtigt sind, wie etwa Beamte oder Angestellte im öffentlichen Dienst. Sie zahlen einen günstigen Beitrag Satz für die Kinder. Dieser gilt allerdings nur, wenn Studenten Kindergeld erhalten. Erlischt der Anspruch während des Studiums, kann die Versicherung teuer werden.
Für Studenten, die nicht privat versichert bleiben wollen oder nicht mehr über die Familie in der gesetzlichen Kasse bleiben können, gibt es die studentische Versicherung. Sie kostet vom kommenden Semester an 75 Euro im Monat, bei derzeit 13 von 117 offenen Kassen kommt noch ein Zusatzbeitrag von acht Euro hinzu.
Wer mit über 30 Jahren noch studiert, das 14. Fachsemester überschritten hat oder mehr als 400 Euro verdient, kommt nicht mehr in die studentische Versicherung. Ältere Studenten, die nichts oder wenig verdienen, müssen für die gesetzliche Krankenversicherung 140 Euro zahlen, hat Finanztest berechnet. Private seien in der Regel nicht günstiger.
Zusätzliche Policen sind in bestimmten Situationen sinnvoll. Eine Auslandsversicherung ist gut angelegt und mit etwa zehn Euro recht günstig. Der Schutz bei Berufsunfähigkeit hingegen hat zwar auch seine Berechtigung, dürfte aber mit 50 Euro im Monat für eine monatliche Rente von 1000 Euro ein Studentenbudget oft übersteigen.