Die Erfolgsstory ist bekannt: Der öffentliche geförderte Solarboom in Deutschland und Teilen Europas hat in den vergangenen Jahren einen prosperierenden und vielfältigen Industriezweig entstehen lassen, der teils enorme Gewinne erwirtschaften konnte.
Das zeigt sich auch an der Börse. Mehr als 15 notierte Solarunternehmen ringen um die Gunst der Anleger, allein acht sind im Tec-Dax gelistet. Einst waren sie die Garanten für hohe Kursgewinne. Doch zuletzt sind sie wie Ikarus, der der Sonne zu nah kam, abgestürzt. Die Gründe sind vielfältig - und die Chancen der Unternehmen in der Zukunft sehr unterschiedlich.
Zum einen stagniert 2009 die internationale Nachfrage für Solaranlagen, nachdem der Markt in den Jahren zuvor mit Raten um 20 bis 30 Prozent gewachsen war. Das trifft auch die exportorientierte deutsche Solarindustrie.
Aufgrund des extremen Ausbaus der Produktionskapazitäten weltweit übersteigt zugleich das Angebot erstmals die Nachfrage. Damit geraten die Preise unter Druck. Hersteller aus China bieten ihre Produkte teils um bis zu 30 Prozent günstiger an. Das hat auch im ersten Halbjahr bei vielen Unternehmen zusammen mit mancher Fehlinvestition für kräftige Verluste gesorgt.
Doch langfristig steht die Branche auf der Gewinnerseite. Denn Länder wie China und die USA haben angekündigt, aus Klimaschutzgründen große solare Kapazitäten aufzubauen, so dass die weltweiten Anbieter nicht mehr nur auf Deutschland - den global größten Solarmarkt - alleine schauen werden.
Zugleich sorgen zunehmender Wettbewerbsdruck und technischer Fortschritt für Kostensenkungen in der Produktion. Nach Ansicht von Frank Asbeck, Chef der Bonner SolarWorld AG, wird Solarstrom schon in drei bis vier Jahren günstiger sein als normaler Haushaltsstrom.
Doch nicht alle Unternehmen werden diese Zeiten erleben. Insbesondere Hersteller von wenig technologie-intensiven Produktionsstufen werden es schwer haben, dem Wettbewerbsdruck stand zu halten. Integrierte Unternehmen, die Produktion und Kosten vom Rohstoff bis zur fertigen Anlagen bestimmen können, sind klar im Vorteil. Das gilt ebenso für den Maschinenbau, der seine Fabriken auch nach China verkauft, und die Entwickler von Solarkraftwerken.
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