Der Eiswein des Jahrgangs 2011 wird ein äußerst rares Tröpfchen. Erst im Januar kamen die ersten Meldungen über die Eisweinlese aus einigen Anbaugebieten in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Insgesamt würden nur wenige Winzer einen Eiswein des Jahrgangs 2011 anbieten können, teilte das Deutsche Weininstitut in Mainz mit.
Einen Silvaner erntete das Weingut Reiss vergangene Woche vor den Toren Würzburgs – bei den erforderlichen sieben Grad unter Null. Durch die gefrorene Flüssigkeit in den Trauben wurde allerdings nur der gesetzlich geforderte Mindestwert von 125 Grad Oechsle erreicht.
Am Kaiserstuhl in Baden erntete das Weingut Gregor & Thomas Schätzle in Vogtsburg-Schelingen 60 Liter Eiswein der Rebsorte Grauburgunder, an der Mosel berichtete das Weingut Steffen-Prüm in Maring bei Bernkastel-Kues, dass der Riesling bei minus acht Grad in der Lage Sonnenuhr etwa 100 Liter Most mit 150 Grad Oechsle gebracht habe.
In der Pfalz waren vor allem die Lesemannschaften in Freinsheim, Landau und Essingen im Einsatz. Sie wurden belohnt mit Reben der Sorten Gewürztraminer, Kerner und Grauburgunder, Cabernet mitos und Cabernet Sauvignon, Merlot, Scheurebe, Gewürztraminer und Muskateller mit bis zu 160 Grad Oechsle.
Das Deutsche Weininstitut hielt ein „Trostpflaster für die Liebhaber der edelsüßen und zugleich säurebetonten“ Rebensäfte bereit. Sie könnten sich, wenn schon kaum aus dem aktuellen Jahrgang, aufgrund der jahrzehntelangen Haltbarkeit der Spitzengewächse problemlos aus älteren Jahrgängen bedienen. (dapd)