Das Deutsche Weininstitut rechnet mit einem guten Jahrgang 2012. „Die Voraussetzungen sind gut, die Reifesituation ist gut, der Gesundheitszustand ist gut“, sagte Instituts-Sprecher Ernst Büscher Anfang der Woche in Mainz. Der Ertrag werde voraussichtlich im Durchschnitt oder etwas darunter liegen. Im vergangenen Jahr waren es 9,3 Millionen Hektoliter Wein und Most bundesweit – laut dem Weininstitut war das auch das Durchschnittsniveau der vergangenen zehn Jahre. Die Qualität war 2011 nach einem Bilderbuchherbst sehr gut. Der Regen zuletzt habe den Trauben gutgetan, sagte Sprecher Büscher. Nun hofften die Winzer auf einen trockenen und milden Herbst. Allerdings sah es vor einigen Wochen wegen kalter Nächte nicht gut aus. Deshalb halfen Hubschrauber in der Pfalz, Kaltluft in den Senken zu verwirbeln. Die Lese der frühen Sorten begann Mitte August, die Hauptweinlese startet Mitte September. Im vergangenen Jahr war die Lese der frühen Sorten bereits Anfang August losgegangen.
Im Weinland Frankreich dagegen sieht die Prognose ganz anders aus: Dort wird die magerste Traubenernte seit mehr als zwei Jahrzehnten erwartet. Der Ertrag in diesem Jahr werde mit rund 42,5 Millionen Hektolitern so niedrig ausfallen wie seit 1991 nicht mehr, sagte Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll in der vergangenen Woche nach einem Treffen mit Branchenvertretern in Paris. Verantwortlich seien die ungünstigen Wetterbedingungen in den vergangenen Monaten. Frost und Hagel hätten gebietsweise schwere Schäden verursacht. Zuversichtlich geben sich die Winzer immerhin aber in Bezug auf die Qualität. Der Jahrgang sei „vielversprechend“, heißt es. Das macht ihnen Mut.
Im vergangenen Jahr hatten die Ernte der französische Winzer noch 51 Millionen Hektoliter gebracht. Das ist dann schon eine beeindruckende Zahl im Vergleich zu Deutschland, wo – noch Mal zur Erinnerung – im vergangenen Jahr gerade einmal 9,3 Millionen Hektoliter Wein und Most produziert wurden. (dpa)