Wie reduziert man ihre Macht wieder? Ganz einfach: Man streicht ihre Urteile aus den Gesetzen und Regelwerken. Dadurch verkommen sie zu ganz normalen Analysehäusern, die Meinungen äußern und mal besser und mal schlechter liegen als andere Auguren.
Für ihre Einstufungen verwenden die Rating-Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt in der Regel mit der Bestnote AAA, es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen unterteilt werden.
Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch Ramsch genannt wird. Die Skala reicht nach unten bis D. Diese bedeutet praktisch den Bankrott. Griechenland rangiert derzeit kurz vor D auf Stufe CCC. Das Land ist somit schlechter bewertet als Pakistan oder die Fidschi-Inseln.
Weltweit gibt es rund 150 Rating-Agenturen, aber viele sind nur regional oder für bestimmte Branchen von Bedeutung. Rund 90 Prozent des Marktes teilen die drei US-Firmen Standard & Poor’s, Moody's und Fitch unter sich auf. Zur Überwachung der Rating-Agenturen hat die EU eine neue Marktaufsichtsbehörde geschaffen. Die ESMA (European Securities and Markets Authority) ist in Paris angesiedelt und nahm ihre Arbeit zu Jahresbeginn auf.
Das Europaparlament fordert, dass die Rating-Agenturen zu mehr Transparenz bei ihren Bewertungen verpflichtet werden. Auch das Vergütungssystem solle geändert werden. Bislang zahlen Emittenten neuer Wertpapiere zumeist für die Noten ihrer Bonitätsprüfer. Dies sei, als ob Schüler ihre Lehrer für die Benotung zahlten, kritisiert Sven Giegold, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament. Bei grober Fahrlässigkeit oder Fehlverhalten sollen die Agenturen haften, schlagen EU-Abgeordnete vor. (afp/dpa)
Die Schuldenkrise hat Europa im Griff: Nachrichten zur Eurokrise, Konjunktur, Eurobonds und Ratingagenturen.
Heute machen sich die Politiker wieder für Regulierung stark. Die Frankfurter Rundschau erinnert an die Worte von gestern - und veröffentlicht exklusiv den Deregulierungs-Index. Mehr...