Am Freitagabend soll der NASA-Satellit UARS in die Erdatmosphäre eintreten - einige Trümmer werden wahrscheinlich auf die Erde stürzen. Noch ist unklar, wo sie aufschlagen, doch einige Behörden in Europa haben Warnungen herausgegeben.
Simulation des Upper Atmosphere Research Satelliten (UARS) in der Erdumlaufbahn.
Foto: dpa
Simulation des Upper Atmosphere Research Satelliten (UARS) in der Erdumlaufbahn.
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Raumfahrtexperten und Menschen weltweit warten gespannt auf den Absturz eines ausgedienten US-Forschungssatelliten auf die Erde. Während die US-Raumfahrtbehörde NASA die Wahrscheinlichkeit, dass Satellitenschrott Menschen treffen könnte, als „extrem gering“ einstufte, forderten die italienische Zivilschutzbehörde die Bewohner im Norden des Landes auf, am Freitagabend zu Hause zu bleiben.
Der Satellit von der Größe eines Schulbusses sollte nach NASA-Angaben am Freitag zwischen 18.00 und 24.00 Uhr MESZ in die Erdatmosphäre eintreten. Der voraussichtliche Eintrittsort war zunächst unklar, da er von nicht berechenbaren Faktoren wie Sonnenstürmen und der Trudelbewegung des abstürzenden Satelliten abhing.
Trümmer könnten sich über 800 Kilometer verteilen
Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der sieben Milliarden Menschen auf der Erde von den Bruchstücken getroffen werde, liege bei nur 0,03 Prozent, erklärte die NASA. Allerdings rechnete die Raumfahrtbehörde laut einer schon 2002 erstellten Studie damit, dass von dem rund zehn mal drei Meter großen Satelliten immerhin 26 Teile mit einem Gewicht zwischen einem und 158 Kilogramm nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen würden. Es wurde erwartet, dass sich die Trümmer des gut 5,6 Tonnen schweren Forschungsgeräts über 800 Kilometer verteilen.
50 Jahre Reise in den Weltraum
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50 Jahre Reise in den Weltraum
Im Oktober 1971verglühte sie in der Erdatmosphäre.
Skylab war die erste Raumstation der USA. Die Station war von Mai 1973 bis Juli 1979 in Betrieb. Sie sollte zeigen, welche Auswirkungen Langzeitaufenthalte in der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper haben.
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Umfangreiche Erd- und Sonnenbeobachtungen wurden ebenfalls durchgeführt.
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Saljut 4 war ein weiterentwickeltes Nachfolgemodell der Saljut 1 und wurde von der Sowjetunion für Forschungszwecke genutzt. Kupplungsmanöver zwischen Station und Raumschiff wurden erprobt. Sie ging Ende Dezember 1974 in Betrieb und war 93 Tage bemannt bevor sie Anfang Februar 1977 ebenfalls in der Erdatmosphäre verglühte.
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Sojus ist eine, von den Russen seit 1967 in Verwendung genommene Rakete, die mit drei Personen bemannt werden kann. Sie gilt als eine der sichersten Transportmöglichkeiten im All. Es gibt über 10 verschiedene Formen der Sojus, die sich nur vom Aussehen unterscheiden.
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Ein Apollo- und ein Sojus-Raumschiff koppelten am 17. Juli 1975 in der Erdumlaufbahn aneinander an, so dass die Raumfahrer von einem Raumschiff ins andere umsteigen konnten: Das erste gemeinsame Projekt von USA und Sowjetunion
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Saljut 7 war ein weiteres Modell der Sowjetunion. Die Station war von April 1982 bis Februar 1991 im All. Die Raumstation war von 1982 bis 1986 zeitweise Betrieb. Nach 1986 begann der schrittweise durchgeführte Rückbau der Station.
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Die berühmte russische Raumstation Mir war von Februar 1986 bis März 2001 in Betrieb. Sie wurde anfangs ausschließlich von der Sowjetunion genutzt, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde die Raumstation auch von westliche Staaten genutzt. Die MIR war die erste hochentwickelte Raumstation, außerdem war sie das Vorläufermodell der heutigen ISS. Die Station wurde vor allem für Forschungszwecke genutzt. 2001 ließ man die Mir in der Atmosphäre verglühen und die Trümmer in den Pazifischen Ozean stürzen.
Die ISS ist seit November 1998 in Betrieb. Sie ist das Prestigeprojekt der NASA an dem auch Länder wie Deutschland, Frankreich oder Russland beteiligt sind. Sie ist die bis jetzt größte je erbaute Raumstation der Welt und soll mindestens bis 2020 betrieben werden. Die ISS ist an rund 300 Tagen in Jahr bemannt und wird seit ihrem Bestehen regelmäßig ausgebaut. Die Station wird sowohl vom amerikanischen Spaceshuttle als auch von den russischen Sojus-Raketen angeflogen.
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Der Weg des Menschen ins Weltall beginnt 1971: Die Saljut1 war die erste Raumstation der Menschheit und wurde von der Sowjetunion als Vorzeigemodell erstellt und bemannt. Die Station war von April bis Oktober 1971 in Betrieb. Insgesamt lebten die Kosmonauten 123 Tage dort.
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Unsere Einblicke ins All: Die wichtigsten Teleskope
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Unsere Einblicke ins All: Die wichtigsten Teleskope
Das Teleskop soll 1608 von Hans Lipperhey erfunden worden sein - noch bevor Galileo Galilei es ein Jahr später zur Sternenbeobachtung einsetzte. Seitdem wurden die Spiegel der optischen Teleskope immer größer - und die Einblicke, die sie liefern, immer tiefer.
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30 Jahre lang, nämlich von 1947 bis 1975, war das Hale-Teleskop im Palomar-Observatorium nahe San Diego das größte Fernrohr der Welt. Der Spiegel, hier im Bild, hatte einen Durchschnitt von fünf Metern.
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In Arizona, USA, steht das Large Binocular Telescope. Es lässt Blicke ins All gleich über zwei Spiegel zu, jeder mit einem Durchmesser von 8,4 Metern.
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Das Innenleben des Gran Telescopio Canarias auf der Kanareninsel La Palma ist riesig - alleine der Spiegel kommt auf 10,4 Meter im Durchmesser.
Foto: H. Raab (User:Vesta), Wikipedia
Der Spiegel des Southern African Large Telescope in Südafrika ist segmentiert - um Kosten zu sparen. Trotzdem erreicht er einen Durchmesser von etwa elf Metern. Nachteil der günstigen Bauweise: Das Teleskop ist in seinem Höhenwinkel festgezurrt - und damit in seiner Beweglichkeit beschränkt.
Foto: Mark J. Roe / Janusz Kałużny, Wikipedia
Auch das Hobby-Eberly-Teleskop in Texas ist im Höhenwinkel fixiert. Seine Besonderheit: die hohe Lichtsammelkraft. Diese reicht nämlich - trotz vergleichsweise geringem Spiegeldurchmesser - an die der weltweit größten Spiegelteleskope heran.
Foto: EricandHolli, Wikipedia
Mit Hilfe eines Radioteleskops in Arecibo (Puerto Rico) hören Forscher das All nach außerirdischen Signalen ab. Das Radioteleskop hat einen Durchmesser von 305 Metern. Bei der "Search for Extraterrestrial Intelligence" (SETI) kann jeder Computerbesitzer mithelfen, indem er Rechenleistung zur Verfügung stellt.
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Blick auf das Observatorium der Europäischen Sternwarte (ESO) in den Chilenischen Anden. Hier steht das Very Large Telescope - das seinem Namen alle Ehre macht. Mit seinen insgesamt vier Spiegeln kann das Fernrohr auch das mittlere Infrarotspektrum ausleuchten.
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Ebenfalls auf dem chilenischen ESO-Observatorium wird das European Extremely Large Telescope geplant. Sein Hauptspiegel soll satte 42 Meter umfassen - und aus knapp 1000 Spiegelelementen zusammen gesetzt werden. Mit Bildern ist aber frühestens 2018 zu rechnen.
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Bis 2007 galten die beiden Keck-Teleskope auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Kea als die größten der Welt. Sie bieten gleich zwei Spiegel mit je einem Durchschnitt von zehn Metern. Die Keck-Teleskope sind Teil des Mauna-Kea-Observatoriums, das neben ihnen noch mit dem Subaru-Teleskop und dem IRTTF in den Himmel blickt.
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Auch auf dem Mauna Kea soll ein neues, riesiges Teleskop entstehen - mit einem Spiegel-Durchschnitt von dreißig Metern. Hier ist es auf einer Illustration zu bestaunen.
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Die wichtigsten Eindrücke aus dem All liefert jedoch das Weltraumteleskop Hubble. Seit dem 24. April 1990 liefert es bereits Bilder von fernen Welten.
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Seit März 2009 sucht das Weltraumteleskop Kepler nach extrasolaren Planeten - vornehmlich nach solchen, die bewohnbar sind. Am 2. Februar 2011 wurde von der Nasa bekanntgegeben, dass 1235 Planetenkandidaten seit Missionsbeginn ermittelt wurden. Im Bild sind die letzten Startvorbereitungen am Weltraumteleskop Kepler dokumentiert.
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Das James Webb Space Telescope (JWST) wird frühestens 2018 an Bord einer Ariane5-Rakete ins All geschossen. Der Primärspiegel des Weltrauminfrarotteleskops hat einen Durchmesser von 6,5 Metern. Eine der Aufgaben des Teleskops: Es soll nach Licht von den ersten Sternen und Galaxien nach dem Urknall suchen.
Foto: NASA/Ed Campion
Sie zeigen uns weit entferrnte Welten, geben uns Einblicke in fremde Galaxien und liefern uns Bilder aus der Tiefe des Alls: Teleskope. Sie sind quer über den Globus verteilt. Hier stellen wir die wichtigsten Standorte vor.
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Die italienische Zivilschutzbehörde rief die Bewohner des Nordens des Landes dazu auf, am Freitagabend sicherheitshalber das Haus nicht zu verlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines oder mehrere Trümmerstücke in Italien einschlagen, liege bei 1,5 Prozent, erklärte die Behörde unter Berufung auf Wissenschaftler. Die Bewohner der nördlichen Regionen sollten sich möglichst in unteren Etagen ihrer Häuser und in der Nähe tragender Wände aufhalten. Sollten Satellitentrümmer in Italien einschlagen, sollten sich Menschen ihnen nicht näher als bis auf 20 Meter Entfernung nähern, da sie giftige Gase freisetzen könnten.
Bislang kein Mensch durch Weltraumschrott verletzt
Der Satellit UARS war 1991 von dem US-Space-Shuttle „Discovery“ in den Orbit gebracht worden, um die obere Atmosphäre zu erforschen. Er beendete 2005 seinen Einsatz und wird nun mangels weiteren Treibstoffs auf die Erde stürzen.
Nach Angaben der NASA stürzt im Schnitt einmal pro Jahr ein Flugobjekt von der Größe des UARS auf die Erde. Das bisher größte abgestürzte Flugobjekt war demnach die 40 Tonnen schwere sowjetische Raumstation Saljut 7, deren Bruchstücke 1991 auf eine Stadt in Argentinien fielen, ohne dass Menschen getroffen wurden. Ein NASA-Experte betonte, die Wahrscheinlichkeit sei deutlich höher, von einem Blitz getroffen als von Weltraumschrott erschlagen zu werden. Laut NASA wurde in den 50 Jahren seit Beginn der Erforschung des Weltraums kein Fall bekannt, in dem ein Mensch durch Weltraumschrott verletzt wurde. (afp)