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Absturz des Satelliten UARS: Warten auf den Aufschlag

Am Freitagabend soll der NASA-Satellit UARS in die Erdatmosphäre eintreten - einige Trümmer werden wahrscheinlich auf die Erde stürzen. Noch ist unklar, wo sie aufschlagen, doch einige Behörden in Europa haben Warnungen herausgegeben.

Simulation des Upper Atmosphere Research Satelliten (UARS) in der Erdumlaufbahn.
Simulation des Upper Atmosphere Research Satelliten (UARS) in der Erdumlaufbahn.
Foto: dpa

Raumfahrtexperten und Menschen weltweit warten gespannt auf den Absturz eines ausgedienten US-Forschungssatelliten auf die Erde. Während die US-Raumfahrtbehörde NASA die Wahrscheinlichkeit, dass Satellitenschrott Menschen treffen könnte, als „extrem gering“ einstufte, forderten die italienische Zivilschutzbehörde die Bewohner im Norden des Landes auf, am Freitagabend zu Hause zu bleiben.

Der Satellit von der Größe eines Schulbusses sollte nach NASA-Angaben am Freitag zwischen 18.00 und 24.00 Uhr MESZ in die Erdatmosphäre eintreten. Der voraussichtliche Eintrittsort war zunächst unklar, da er von nicht berechenbaren Faktoren wie Sonnenstürmen und der Trudelbewegung des abstürzenden Satelliten abhing.

Trümmer könnten sich über 800 Kilometer verteilen

Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der sieben Milliarden Menschen auf der Erde von den Bruchstücken getroffen werde, liege bei nur 0,03 Prozent, erklärte die NASA. Allerdings rechnete die Raumfahrtbehörde laut einer schon 2002 erstellten Studie damit, dass von dem rund zehn mal drei Meter großen Satelliten immerhin 26 Teile mit einem Gewicht zwischen einem und 158 Kilogramm nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen würden. Es wurde erwartet, dass sich die Trümmer des gut 5,6 Tonnen schweren Forschungsgeräts über 800 Kilometer verteilen.

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Die italienische Zivilschutzbehörde rief die Bewohner des Nordens des Landes dazu auf, am Freitagabend sicherheitshalber das Haus nicht zu verlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines oder mehrere Trümmerstücke in Italien einschlagen, liege bei 1,5 Prozent, erklärte die Behörde unter Berufung auf Wissenschaftler. Die Bewohner der nördlichen Regionen sollten sich möglichst in unteren Etagen ihrer Häuser und in der Nähe tragender Wände aufhalten. Sollten Satellitentrümmer in Italien einschlagen, sollten sich Menschen ihnen nicht näher als bis auf 20 Meter Entfernung nähern, da sie giftige Gase freisetzen könnten.

Bislang kein Mensch durch Weltraumschrott verletzt

Der Satellit UARS war 1991 von dem US-Space-Shuttle „Discovery“ in den Orbit gebracht worden, um die obere Atmosphäre zu erforschen. Er beendete 2005 seinen Einsatz und wird nun mangels weiteren Treibstoffs auf die Erde stürzen.

Nach Angaben der NASA stürzt im Schnitt einmal pro Jahr ein Flugobjekt von der Größe des UARS auf die Erde. Das bisher größte abgestürzte Flugobjekt war demnach die 40 Tonnen schwere sowjetische Raumstation Saljut 7, deren Bruchstücke 1991 auf eine Stadt in Argentinien fielen, ohne dass Menschen getroffen wurden. Ein NASA-Experte betonte, die Wahrscheinlichkeit sei deutlich höher, von einem Blitz getroffen als von Weltraumschrott erschlagen zu werden. Laut NASA wurde in den 50 Jahren seit Beginn der Erforschung des Weltraums kein Fall bekannt, in dem ein Mensch durch Weltraumschrott verletzt wurde. (afp)

Datum:  23 | 9 | 2011
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