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Astronomie und Raumfahrt

07. Januar 2013

Astronauten: Flüge durchs All machen apathisch

 Von Dirk Eidemüller
Astronaut bei Wartungsarbeiten an der Internationalen Raumstation. Foto: dpa

Bei einem Langzeitexperiment finden Forscher heraus, dass die körpereigenen Rhythmen durch eine Reise zum Mars schwer durcheinandergeraten können.

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Astronauten haben auf der langen Reise zum Mars nicht nur mit der räumlichen Enge und der kosmischen Strahlung zu kämpfen. Auch die Aktivität der körpereigenen Rhythmen könnte schwer durcheinandergeraten. Das haben Forscher nun in einem Langzeit-Experiment herausgefunden.

Sie ließen ein multinationales Team für 520 Tage in einem engen Wohn- und Forschungscontainer ausharren, um einen Flug zum Mars zu simulieren. Dabei überwachten sie deren Schlaf-Wach-Zyklen und Körperfunktionen. Vier von sechs Crewmitgliedern entwickelten deutliche Auffälligkeiten wie Schlafstörungen oder Konzentrationsdefizite. Diese Probleme begannen schon früh während der Mission und hielten unverändert an, berichten die Forscher der Universität Pennsylvania im Fachblatt PNAS.

Simulierte Landung auf dem Mars

Im Juni 2010 hatten sich in Moskau die Luken der 550 Kubikmeter großen, raumschiffähnlichen Anlage geschlossen. Über 90 verschiedene Experimente mussten die Pseudoastronauten durchführen, unter anderem die simulierte Landung auf dem Mars. Die Reise gliederte sich in drei Etappen: 250 Tage für den Flug zum Mars, 30 Tage Aufenthalt auf der Oberfläche und 240 Tage für den Rückflug zur Erde.

Die gesundheitlichen Probleme traten nicht bei allen Teilnehmern gleichermaßen auf. Dieses Phänomen kennt man bereits von Überwinterungen in Polarstationen. Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass die Anfälligkeit der biologischen Rhythmen gegenüber veränderten Licht- und Schlafverhältnissen zum Teil genetisch bestimmt und deshalb bei jedem Menschen unterschiedlich ist.

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