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Astronomie und Raumfahrt

24. März 2016

ExoMars: „ExoMars“ entgeht offenbar Katastrophe

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Start der Progress-Rakete mit "ExoMars".  Foto: REUTERS

Gut eine Woche nach dem Start von „ExoMars“ stellt sich heraus, dass die Raumsonde wohl knapp einer Katastrophe entgangen ist: Die Raketenstufe Breeze-M ist nach der Trennung offenbar explodiert und hätte den Satelliten beschädigen können. Doch es ist offenbar alles gut gegangen.

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Am späten Abend des 14. März waren der Jubel und die Erleichterung im Satellitenkontrollzentrum der europäischen Weltraumorganisation Esa groß: Auf einem Monitor im Hauptkontrollraum war das erste Signal der Raumsonde "ExoMars" zu sehen - die europäisch-russische Sonde war erfolgreich auf den Weg zum Mars gebracht worden, wo sie im Oktober ankommen soll. Zuvor war "ExoMars" - bestehend aus dem Mars-Satelliten "Trace Gas Orbiter" (TGO) und dem Lander "Schiaparelli" - von einer russischen Proton-Rakete erst in eine Erdumlaufbahn und anschließend in eine Flugbahn in Richtung Mars gebracht worden.

Doch nun stellt sich heraus: Möglicherweise ist die europäisch-russische Mission zum Mars nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Das zumindest legen Aufnahmen nahe, die Astronomen am OASI-Observatorium in Brasilien von der abgetrennten Breeze-M-Oberstufe gemacht haben. Die Breeze-M ist die letzte Stufe der Rakete, die sich von der Nutzlast - in diesem Fall der Sonde "ExoMars" - trennt. Vorher führt sie mehrere Schubmanöver durch, mit denen sie "ExoMars" in eine Flugbahn in Richtung Mars schiebt.

Nach der Trennung sollen zwei weitere Schübe dafür sorgen, dass die Oberstufe sich von der abgetrennten Nutzlast entfernt und dabei auch die Flugbahn ändert - schließlich soll die Raketenstufe im Gegensatz zu "ExoMars" nicht zum roten Planeten fliegen. Doch offenbar ist etwas schiefgegangen, wie die Bilder zeigen, die vom OASI-Observatorium aufgenommen wurden: Darauf sind neben der Breeze-M-Oberstufe sechs Trümmerteile zu sehen, die eigentlich nicht dort sein dürften.

Anatoly Zak vom Webportal "Popular Mechanics", das zuerst über die Trümmerteile berichtete, geht davon aus, dass die Oberstufe explodiert ist - und zwar zu einem Zeitpunkt, als "ExoMars" noch in der Nähe der Breeze-M war. Die Explosion hätte der europäisch-russischen Mars-Mission durchaus Schaden zufügen können, doch die Esa gibt sich gelassen: "Nach den ersten kritischen Tagen im Weltraum verhält sich TGO fehlerlos", erklärt Esa-Flugdirektor Michel Denis. In den kommenden Wochen werden alle Systeme der Raumsonde routinemäßig überprüft.

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Das Portal "Spaceflight Now" zitiert Flugdirektor Denis: "Wenn es wahr ist, dann war die Entfernung zwischen ExoMars und Breeze-M groß". Daher gebe es kein Risiko für "ExoMars". "Wir haben definitiv nichts an der Sonde gesehen", wird Denis weiter zitiert.

"ExoMars" ist also weiter auf dem Weg zum Mars, nachdem die Sonde offenbar knapp einer Katastrophe entgangen ist. Den roten Planeten soll "ExoMars" Mitte Oktober erreichen. Während der Satellit TGO dann um den Mars kreisen und das Methan-Vorkommen in der Atmosphäre untersuchen wird, soll "Schiaparelli" auf dem Mars landen und den Weg für eine weitere europäisch-russische Mars-Mission ebnen: "Schiaparelli" soll eine Lande-Methode auf dem roten Planeten testen, die beim zweiten Teil der "ExoMars"-Mission ab 2018 zum Einsatz kommen soll.

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