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Astronomie und Raumfahrt

13. Dezember 2012

Geminiden: Sternschnuppen-Schwarm im Advent

Sternschnuppen ziehen ihre Bahnen am Nachthimmel Foto: dpa

Sternengucker können bei klarem Himmel einen der prächtigsten Sternschnuppen-Regen des Jahres bewundern: Die Geminiden erreichen ihr Maximum, zu sehen sind bis zu zwei Sternschnuppen pro Minute.

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Himmelsgucker können bei klarem Wetter derzeit einen der prächtigsten Meteor-Schwärme des Jahres bewundern. Der Strom der Geminiden erreicht in der Nacht zum Freitag sein Maximum - bei wolkenfreiem Himmel und fernab der Großstädte könnten dann bis zu zwei Sternschnuppen pro Minute zu sehen sein, sagt Christian Gritzner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auf die Geminiden dürften sich also besonders jene freuen, die beim Anblick einer Sternschnuppe an die Erfüllung eines Wunsches glauben - auch und gerade in der Vorweihnachtszeit.

Der nach dem Sternbild Zwillinge (lateinisch gemini) benannte Schwarm bringt besonders viele Sternschnuppen - die hellsten sind auch am Himmel über lichtdurchfluteten Großstädten zu sehen. Dennoch stehen die Geminiden meist im Schatten der wesentlich bekannteren Perseiden, die im Sommer auf die Erde niedergehen. Dass die Geminiden so wenig populär sind, liegt vor allem an der Jahreszeit ihres Auftretens: Das kalte und oft auch trübe Dezember-Wetter bietet Sternschnuppen-Jägern nun einmal unbequemere Beobachtungsbedingungen als laue Sommernächte.

Sternbild Zwillinge stand Pate

Das Sternbild der Zwillinge mit seinen hellen Hauptsternen Castor und Pollux stand übrigens Pate bei der Namensgebung für den Geminiden-Schwarm, weil die Sternschnuppen aus genau dieser Richtung zu fallen scheinen - diesen Ausgangspunkt der Meteorbahnen bezeichnen die Astronomen als Radiant. In Wahrheit stammen die Schnuppen freilich aus einer Staubwolke. „Diese Staubwolke umkreist die Sonne, und jedes Jahr um die selbe Zeit fliegt die Erde durch diese Wolke hindurch“, erläutert der DLR-Raumfahrtingenieur Gritzner.

Dabei weisen die Geminiden im Vergleich zu anderen Sternschnuppen-Schwärmen einige Besonderheiten auf. So ziehen die Meteore des Stroms vergleichsweise langsam über den Himmel. Grund ist die geringe Geschwindigkeit, mit der die Geminiden-Teilchen in die Atmosphäre eintauchen. Als weitere Eigentümlichkeit der Geminiden gilt, dass in den Stunden des Sternschnuppen-Maximums zunächst die lichtschwächeren und erst am Ende die hellsten Meteore aufleuchten. Diese hellen Geminiden leuchten dann meist gelblich-weiß.

Ungewöhnlicher Ursprung der Geminiden

Ungewöhnlich ist auch der Ursprung der Staubwolke, die für das winterliche Sternschnuppen-Spektakel verantwortlich ist. In der Regel gehen Meteor-Schauern auf winzige Überreste von Kometen zurück - Schweifsterne, die bei der Annäherung an die heiße Sonne Gas und Staub freisetzen, der sich dann über die Kometenbahn verteilt. So liegt der Ursprung der spektakulären Perseiden im August in der kosmischen Staubspur des Kometen „Swift-Tuttle“, der etwa alle 130 Jahre der Sonne einen Besuch abstattet.

Anders liegt der Fall bei den Geminiden: „Nach neueren Forschungen ist die Staubwolke offenbar durch den Zusammenstoß eines Asteroiden mit einem weiteren solchen Gesteinsbrocken entstanden“, sagt Gritzner. Übrig blieben nach dieser Kollision ein kleinerer Asteroid, der heute Phaeton genannt wird, sowie zwei weitere noch kleinere Brocken. Und es entstanden unzählige winzige Staubpartikel - eben jene Teilchen, die als Geminiden am vorweihnachtlichen Firmament aufleuchten. (afp)

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