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Astronomie und Raumfahrt

19. November 2012

ISS Sojus: Astronauten landen in verschneiter Steppe

Der Japaner Akihiko Hoshide winkt, nachdem er die Sojus in der verschneiten kasachischen Steppe verlassen hat. Foto: AFP

Nach 127 Tagen im All kehren drei Astronauten wieder zurück auf die Erde. In der Nacht landen sie in der verschneiten kasachischen Steppe - die erste Nachtlandung einer "Sojus"-Kapsel seit 2006.

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Nach 127 Tagen im All kehren drei Astronauten wieder zurück auf die Erde. In der Nacht landen sie in der verschneiten kasachischen Steppe - die erste Nachtlandung einer "Sojus"-Kapsel seit 2006.

Berlin/Koroljow –  

Glückliches Ende einer arbeitsintensiven Dienstreise: Nach rund 127 Tagen im All sind der Russe Juri Malentschenko, die Amerikanerin Sunita Williams und der Japaner Akihiko Hoshide am Montagmorgen in stockdunkler Nacht sicher von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Ihr Raumschiff „Sojus TMA-05M“ sei um 02.56 Uhr deutscher Zeit (05.56 Uhr Moskauer Zeit) 85 Kilometer nordöstlich der kasachischen Stadt Arkalyk in der verschneiten Steppe gelandet, teilte das Flugleitzentrum (ZUP) in Koroljow bei Moskau mit.

Es war die erste Nachtlandung einer „Sojus“-Kapsel seit 2006. Zur schnellen Bergung des Trios rund eine Stunde vor Sonnenaufgang waren 14 Hubschrauber, 3 Flugzeuge und 7 Geländefahrzeuge aufgeboten worden. Wegen der Dunkelheit gab es keine Live-Bilder von der Landung. In dicke Decken gehüllt und von Scheinwerfern angestrahlt, beantworteten die Astronauten bei Temperaturen um minus elf Grad Celsius gut gelaunt die Fragen der Journalisten. Dann wurden sie zu einer ersten medizinischen Kontrolle in beheizte Zelte gebracht.

Drei Astronauten sind nachts mit einer Sojus-Kapsel in der verschneiten kasachischen Steppe gelandet.
Drei Astronauten sind nachts mit einer Sojus-Kapsel in der verschneiten kasachischen Steppe gelandet.
Foto: AFP

Experimente-Muster im Gepäck

Malentschenko, Williams und Hoshide hatten seit Mitte Juli zahlreiche wissenschaftliche Experimente in der ISS durchgeführt. Einige Ergebnisse ihrer Arbeit brachten sie jetzt auch im Gepäck mit. Darüber hinaus haben sie ein russisches, ein japanisches, ein europäisches und das erste private US-Frachtraumschiff auf der Umlaufbahn empfangen und entladen sowie fünf Minisatelliten ausgesetzt. Bei zwei Ausstiegen in den freien Raum führten die Amerikanerin und der Japaner Wartungs- und Reparaturarbeiten durch, der Russe unternahm mit einem Landsmann einen weiteren „Weltraumspaziergang“.

US-Astronautin baut ihre Flugkonto aus

Sunita Williams hat bei ihrer zweiten Weltraummission nach 2006/07 ihre bisherige Flugzeit von 195 auf 322 Tage ausgebaut. Außerdem verdrängte sie ihre Landsfrau Peggy Whitson bei den Außenbordaktivitäten vom ersten Platz, den diese bis dato mit 39 Stunden und 46 Minuten innehatte. Nach insgesamt sieben Ausstiegen hat Williams jetzt 50 Stunden und 40 Minuten auf ihrem Konto. Möglicherweise hält dieser Rekord aber nicht lange. Denn Whitson gilt als heiße Anwärterin auf einen der beiden Plätze für einen Einjahresflug in der ISS, der im März 2015 beginnen soll. Aus Russland ist Gennadi Padalka für den Test im Gespräch. Die Kandidaten sollen Ende November offiziell ernannt werden.

Über 200 Astronauten aus 15 Ländern in der ISS

Nach Angaben der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos haben in den vergangenen 14 Jahren mehr als 200 Raumfahrer aus 15 Ländern in der ISS gearbeitet. Die Station umkreist die Erde seit 5.000 Tagen und hat dabei bisher 3,5 Milliarden Kilometer zurückgelegt.

Williams hatte am Samstag als Chefin der 33. ISS-Stammbesatzung das Kommando an ihren Landsmann Kevin Ford übergeben. Dieser setzt mit den Russen Jewgeni Tarelkin und Oleg Nowizki die Arbeit als 34. Stammbesatzung bis Weihnachten allein fort. Das nächste Raumschiff mit dem Russen Roman Romanenko, dem Amerikaner Tom Marshburn und dem Kanadier Chris Hadfield an Bord startet am 19. Dezember vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan und koppelt zwei Tage später an der Station an. (dapd)

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