Im Jahr 1054 erstrahlte ein neuer Stern so hell, dass er am Tag zu sehen war. Aus dieser Supernova entstand der Krebsnebel.
Foto: ESO
Im Jahr 1054 erstrahlte ein neuer Stern so hell, dass er am Tag zu sehen war. Aus dieser Supernova entstand der Krebsnebel.
Foto: ESO
Für Theodor W. Adorno ist das Feuerwerk „die perfekte Form aller Künste, da sich das Bild im Moment seiner Vollendung dem Betrachter wieder entzieht“. Auch im All gibt es bunten Regen. Ein Blick ins leuchtende Universum
Lebewesen aus Wasserstoff und Helium kann es nach unserem Wissen nicht geben. Zu flüchtig sind die Gase und unfähig, komplexe Moleküle zu bilden. Der Urknall brachte aber fast nur diese Leichtgewichte hervor, weswegen die Natur nachbessern musste, um lebensnotwendige Substanzen wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff zu produzieren.
Nach neuesten Erkenntnissen sorgte ein Feuerwerk explodierender Sterne dafür, dass sich das junge Universum wesentlich schneller mit diesen schweren Elementen füllte, als die Forscher bis vor kurzem noch annahmen.
Diese Supernovae hatten zuvor in ihrem Innern die leichten Elemente zu schwereren fusioniert. Damit schuf der Kosmos schon sehr früh die Bedingungen für das Entstehen von Leben.
Zwei unsichtbare Galaxien
„Wir waren sehr überrascht, als wir unsere Messdaten ausgewertet hatten“, sagt Sandra Savaglio vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching. Sie leitet ein internationales Astronomenteam, dem durch einen Glücksfall eine bedeutende Entdeckung gelang.
Unsere Einblicke ins All: Die wichtigsten Teleskope
Bildergalerie ( 15 Bilder )
Unsere Einblicke ins All: Die wichtigsten Teleskope
Das Teleskop soll 1608 von Hans Lipperhey erfunden worden sein - noch bevor Galileo Galilei es ein Jahr später zur Sternenbeobachtung einsetzte. Seitdem wurden die Spiegel der optischen Teleskope immer größer - und die Einblicke, die sie liefern, immer tiefer.
Foto: dpa
30 Jahre lang, nämlich von 1947 bis 1975, war das Hale-Teleskop im Palomar-Observatorium nahe San Diego das größte Fernrohr der Welt. Der Spiegel, hier im Bild, hatte einen Durchschnitt von fünf Metern.
Foto: Nasa
In Arizona, USA, steht das Large Binocular Telescope. Es lässt Blicke ins All gleich über zwei Spiegel zu, jeder mit einem Durchmesser von 8,4 Metern.
Foto: Nasa
Das Innenleben des Gran Telescopio Canarias auf der Kanareninsel La Palma ist riesig - alleine der Spiegel kommt auf 10,4 Meter im Durchmesser.
Foto: H. Raab (User:Vesta), Wikipedia
Der Spiegel des Southern African Large Telescope in Südafrika ist segmentiert - um Kosten zu sparen. Trotzdem erreicht er einen Durchmesser von etwa elf Metern. Nachteil der günstigen Bauweise: Das Teleskop ist in seinem Höhenwinkel festgezurrt - und damit in seiner Beweglichkeit beschränkt.
Foto: Mark J. Roe / Janusz Kałużny, Wikipedia
Auch das Hobby-Eberly-Teleskop in Texas ist im Höhenwinkel fixiert. Seine Besonderheit: die hohe Lichtsammelkraft. Diese reicht nämlich - trotz vergleichsweise geringem Spiegeldurchmesser - an die der weltweit größten Spiegelteleskope heran.
Foto: EricandHolli, Wikipedia
Mit Hilfe eines Radioteleskops in Arecibo (Puerto Rico) hören Forscher das All nach außerirdischen Signalen ab. Das Radioteleskop hat einen Durchmesser von 305 Metern. Bei der "Search for Extraterrestrial Intelligence" (SETI) kann jeder Computerbesitzer mithelfen, indem er Rechenleistung zur Verfügung stellt.
Foto: dpa
Blick auf das Observatorium der Europäischen Sternwarte (ESO) in den Chilenischen Anden. Hier steht das Very Large Telescope - das seinem Namen alle Ehre macht. Mit seinen insgesamt vier Spiegeln kann das Fernrohr auch das mittlere Infrarotspektrum ausleuchten.
Foto: dpa
Ebenfalls auf dem chilenischen ESO-Observatorium wird das European Extremely Large Telescope geplant. Sein Hauptspiegel soll satte 42 Meter umfassen - und aus knapp 1000 Spiegelelementen zusammen gesetzt werden. Mit Bildern ist aber frühestens 2018 zu rechnen.
Foto: dpa
Bis 2007 galten die beiden Keck-Teleskope auf dem hawaiianischen Vulkan Mauna Kea als die größten der Welt. Sie bieten gleich zwei Spiegel mit je einem Durchschnitt von zehn Metern. Die Keck-Teleskope sind Teil des Mauna-Kea-Observatoriums, das neben ihnen noch mit dem Subaru-Teleskop und dem IRTTF in den Himmel blickt.
Foto: REUTERS
Auch auf dem Mauna Kea soll ein neues, riesiges Teleskop entstehen - mit einem Spiegel-Durchschnitt von dreißig Metern. Hier ist es auf einer Illustration zu bestaunen.
Foto: dpa
Die wichtigsten Eindrücke aus dem All liefert jedoch das Weltraumteleskop Hubble. Seit dem 24. April 1990 liefert es bereits Bilder von fernen Welten.
Foto: Nasa
Seit März 2009 sucht das Weltraumteleskop Kepler nach extrasolaren Planeten - vornehmlich nach solchen, die bewohnbar sind. Am 2. Februar 2011 wurde von der Nasa bekanntgegeben, dass 1235 Planetenkandidaten seit Missionsbeginn ermittelt wurden. Im Bild sind die letzten Startvorbereitungen am Weltraumteleskop Kepler dokumentiert.
Foto: Nasa
Das James Webb Space Telescope (JWST) wird frühestens 2018 an Bord einer Ariane5-Rakete ins All geschossen. Der Primärspiegel des Weltrauminfrarotteleskops hat einen Durchmesser von 6,5 Metern. Eine der Aufgaben des Teleskops: Es soll nach Licht von den ersten Sternen und Galaxien nach dem Urknall suchen.
Foto: NASA/Ed Campion
Sie zeigen uns weit entferrnte Welten, geben uns Einblicke in fremde Galaxien und liefern uns Bilder aus der Tiefe des Alls: Teleskope. Sie sind quer über den Globus verteilt. Hier stellen wir die wichtigsten Standorte vor.
Foto:
dpa
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Am 23. März 2009 leuchtete am Himmel unvermutet ein Himmelskörper auf. Als erstes registrierte das Weltraumteleskop Fermi der Nasa den Gammastrahlenausbruch mit der Bezeichnung GRB090323. Fermi alarmierte ein Netz von Observatorien, die daraufhin möglichst rasch versuchten, den Himmelskörper detailliert zu untersuchen.
Größte Eile war geboten, denn die Gammablitze glimmen im Bereich des sichtbaren Lichts nur schwach auf und klingen innerhalb von wenigen Tagen unter die Nachweisgrenze ab.
Savaglio und Kollegen gelang es, das Licht von GRB090323 mit einem der Großteleskope der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile in seine Spektralanteile zu zerlegen. Dabei stießen sie auf eine große Überraschung, die sie kürzlich in der britischen Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlichten.
Guckloch ins Universum
Bildergalerie ( 23 Bilder )
Unbemerkt von den Erdenbürgern sind Sonden, Teleskope und kleine Roboter wie Phoenix dabei, die Tiefen des Weltalls zu erforschen. Von Zeit zu Zeit senden sie Bilder zur Erde: Kleine Gucklöcher in unendliche Weiten. Das Bild kommt von einer Kamera, die deutsche Forscher vom Max-Planck-Institut entwickelt haben.
Foto: DLR
Die acht Planeten unseres Sonnensystems, außerdem der Zwergplanet Ceres. Wie Pluto, der hinter Neptun um die Sonne kreist, ist Ceres nach der neuen Begriffsdefinition der Internationalen Astronomischen Union von 2006 kein "Planet".
Foto: dpa
Dieser Bildausschnitt einer Infrarot-Aufnahme des Spitzer-Teleskops zeigt ein "Familienporträt" ungezählter Sternengenerationen: Die ältesten Sterne sind als blaue Punkte zu erkennen, schwerer zu identifizieren sind die pinkfarbenen "Neugeborenen" im Sternenkreissaal.
Diese sternenbildende Region - von Wissenschaftlern unromantisch W5 genannt - hat das Teleskop Spitzer im Sternenbild Cassiopeia entdeckt, in einer Entfernung von 6500 Lichtjahren.
Diese schillernde Glut eines sterbenden Sternes hat das Spitzer-Teleskop der Nasa aufgenommen. Der Donut-förmige Ring besteht aus Material, das der Stern im Sterbeprozess herausschleuderte.
Foto: dpa
Im riesigen Trifid-Nebel, 5400 Lichtjahre von der Erde entfernt, entstehen aus Gas und Staub neue Sterne. Das Spitzer-Teleskop der Nasa schoss diese Foto der galaktischen Geburtsstube.
Foto: REUTERS
Der Plejaden-Sternhaufen, auch "Die sieben Schwestern" genannt, kann nachts mit dem bloßen Auge gesehen werden. Mit dem Teleskop kommen allerdings die Farben besser zur Geltung.
Foto: REUTERS
Wie ein rotes Age blickt der Helix-Nebel auf diesem Infrarot-Foto dem Betrachter entgegen. Er befindet sich 700 Lichtjahre entfernt im Aquarius-Sternbild.
Foto: NASA/JPL-Caltech/K. Su
Seine Ähnlichkeit mit einem irdischen Kontinent brachte diesem Nebel den Titel Nordamerika ein. Eine Kombination aus normalem und infrarotem Foto sorgt für die spektakuläre Farbgebung.
Foto: AFP
Dieser Babystern konnte in seiner vollen Schönheit erst durch die Infrarotdetektoren des Spitzer-Teleskops aufgenommen werden.
Foto: REUTERS
Saturn und seine Ringe: Wie diese entstanden sind, ist eines der großen Rätsel der Astronomie. Möglicherweise sind sie die Überreste eines Saturn-Mondes, der vor 4,5 Milliarden Jahren spurlos verschwand.
Foto: dapd
Eine der größten und schärfsten Aufnahmen des Hubble-Teleskops: Die Whirlpool-Galaxie
Foto: Reuters
Je nach Farbgebung werden Aufnahmen von Spiralgalaxien zu wahren Kunstwerken.
Foto: picture-alliance/Picture Press/N
Die von der Europäischen Südsternwarte veröffentlichte Aufnahme zeigt den mehrere tausend Lichtjahre entfernten Trifid-Nebel im Sternbild Schütze. Der Name Trifid stammt von dem lateinischen Wort trifidus (dreigeteilt, dreigespalten), da dunkle Staubstreifen das glühende Herz der Sternen-Geburtsstätte dreiteilen.
Foto: dpa
Im Sternbild Schlangenträger haben Astronomen die Vorboten einer kosmischen Karambolage fotografiert: 400 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt rasen die Kerne zweier verschmelzender Galaxien aufeinander zu und werden unausweichlich miteinander kollidieren.
Foto: dpa
Diese Sternen-Geburt zeichnete das Hubble-Teleskop in der Spiralgalaxie M83 auf. Wem technische Abkürzungen nicht liegen, der mag sie bei ihrem Spitznamen Südliches Feuerrad nennen.
Foto: dpa
Das Foto des Weltraumteleskops Hubble zeigt einen Ausschnitt aus dem Irisnebel im Sternbild Kepheus. Der 1400 Lichtjahre entfernte Nebel besteht aus Staubkörnchen, die zehn bis hundert Mal kleiner sind als gewöhnlicher Hausstaub.
Foto: dpa
Dieses Bild wurde aus optischen und Röntgen-Aufnahmen verschiedener Teleskope zusammengefügt. Es zeigt einen Ring aus schwarzen Löchern, 430 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.
Foto: AFP
Diese Gruppe von Galaxien, Arp 273 genannt, nahm das Weltraumteleskop Hubble für die Nasa auf. Die größere Spiralgalaxie nennen Wissenschaftler UGC 1810.
Foto: dapd
In diesem Sternennebel befindet sich die hellste Gruppe junger Sterne unserer Milchstraße. Die Sternenwiege produziert immer neue Youngster.
Foto: dpa
Auch diese Sternen-Wolke, verbunden mit dem Rosetten-Nebel, bringt laufend neue Babysterne hervor - 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Foto: AFP
In dieser hell strahlenden Galaxie mit einem kleinen Schwarzen Loch existiert noch kein Staub, sondern nur Gas. Forscher vermuten, dass er erst kurz nach dem Urknall entstanden ist, als im Universum vorwiegend Wasserstoff zu finden war.
Foto: ddp/NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (SSC)
Bizarre Räume eröffnen die Teleskope im Weltraum dem Menschen - dieses Bild aus dem Krebs-Nebel ergänzte ein Künstler um einen Pulsar ergänzt.
Foto:
AFP/David A. Aguilar (CfA) / NASA / ESA
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Fotostrecken Wissen
Das Licht hatte auf dem Weg zur Erde zwei unsichtbare Galaxien durchquert. Das darin vorhandene Gas wirkte wie ein Filter und absorbierte das Licht bei bestimmten Wellenlängen, so dass sich in dem Spektrum die Fingerabdrücke von einer Vielzahl von Stoffen zeigten, darunter Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff.
Erstaunlich viele Elemente
Nach einer genauen Analyse war klar, dass das Gas in diesen beiden Galaxien mehr schwere Elemente enthält als unsere Sonne, obwohl diese jungen Sternsysteme zu einer Zeit existierten, als das Universum erst 1,4 Milliarden Jahre alt war. Gemessen am heutigen Weltalter von 13,4 Milliarden befand es sich damals noch im Kindesalter. „Wir haben nicht erwartet, dass sich das Universum so früh chemisch schon so weit entwickelt hat“, sagt Savaglio.