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Astronomie und Raumfahrt

25. März 2015

Mars-Rover "Opportunity" und "Curiosity": "Opportunity" legt Marathon-Strecke zurück

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Künstlerische Darstellung: "Opportunity" auf dem Mars.  Foto: Courtesy NASA/JPL-Caltech

Zwei Rover sind derzeit auf dem Mars aktiv - und beide melden neue Erfolge vom roten Planeten: "Curiosity" hat Stickstoffverbindungen auf dem Mars entdeckt, "Opportunity" beeindruckt dagegen mit der bisher zurückgelegten Strecke.

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Die beiden aktiven Mars-Rover der US-Raumfahrtorganisation Nasa melden neue Erfolge vom roten Planeten: Während "Curiosity", der jüngere der beiden Rover, der im August 2012 auf dem Mars gelandet ist, eine wissenschaftliche Entdeckung gemacht hat, meldet der ältere Rover "Opportunity" einen neuen Rekord: 42,195 Kilometer hat der Oldie auf der Oberfläche des roten Planeten zurückgelegt, das entspricht genau einem Marathon.

Doch zuerst zur wissenschaftlichen Meldung vom Mars: "Curiosity" erforscht seit seiner Landung, ob der Mars in der Lage war, Leben zu beherbergen. Dass es auf dem roten Planeten Wasser in Form von Eis gibt, ist bekannt. Nun hat "Curiosity" erstmals Stickstoff in Form von Stickoxid in Mars-Staub und Mars-Gestein entdeckt. "Stickstoff ist entscheidend für alle bekannten Lebensformen", teilt die Nasa mit. Es werde für die Herstellung von DNA und Proteinen benötigt.

Es gebe jedoch keine Hinweise, dass die Moleküle, die gefunden wurden, von Lebewesen geschaffen wurden, heißt es weiter. Die Oberfläche des Mars sei zu unwirtlich für die bekannten Lebensformen. Die Nasa-Forscher schließen daraus, dass der gefundene Stickstoff sehr alt ist und mutmaßlich von einem nicht-biologischen Prozess wie einem Meteoriteneinschlag oder einem Blitzschlag in ferner Vergangenheit stammt.

Der Mars-Rover "Curiosity" hat im Februar 2013 dieses Selfie aufgenommen.  Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Dass der Mars vor langer Zeit einmal lebensfreundlicher gewesen sein könnte, darauf lassen Formen, die aussehen wie ausgetrocknete Flussbetten schließen. Auch Mineralien, die nur in der Gegenwart von flüssigem Wasser entstehen können, wurden bereits entdeckt. Der Mars-Rover "Curiosity" konnte außerdem nachweisen, dass es einst flüssiges Wasser auf dem roten Planeten gab. "Die Entdeckung von biochemisch verwendbarem Stickstoff unterstützt die Theorie, dass die Umgebung des Gale-Kraters früher lebensfreundlich war", sagt Nasa-Forscherin Jennifer Stern.

Eine Meldung ganz anderer Art kommt dagegen von Mars-Rover "Opportunity". Dass der Rover die Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern auf dem roten Planeten zurückgelegt hat, mag keine bahnbrechende Entdeckung sein. Und auch die Zeit, die der Rover für die Strecke brauchte - elf Jahre und zwei Monate - ist weiß Gott nicht schnell. Doch alleine die Tatsache, dass der alte Mars-Rover immer noch rollt und Daten zur Erde schickt, ist bemerkenswert - schließlich war seine Lebensdauer nur auf 92 Tage ausgelegt. Der Kontakt zu "Opportunitys" Schwester-Rover "Spirit" ist bereits im März 2010 abgebrochen, doch "Opportunity" rollt und rollt und rollt. Der Stickstoff-Entdecker "Curiosity" muss noch einige Zeit auf dem roten Planeten verbringen, um aufzuholen: Er hat noch nicht einmal die 10-Kilometer-Marke geknackt.

Der Mars-Rover "Curiosity" hat im Februar 2013 dieses Selfie aufgenommen.  Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS

"Das ist das erste Mal, dass ein menschliches Vorhaben die Marathon-Distanz auf der Oberfläche eines anderen Planeten zurücklegt", freut sich John Callas, "Opportunity"-Projektmanager der Nasa. "Ein erstes Mal passiert nur ein Mal." Bereits im vergangenen Jahr hatte "Opportunity" den Rekord des sowjetischen "Lunokhod 2"-Mondrovers eingestellt und damit die längste Strecke auf außerirdischem Boden zurückgelegt.

"Bei dieser Mission geht es nicht darum, Streckenrekorde zu brechen", erklärt Steve Squyres, der mit den Daten von "Opportunity" an der Cornell University in Ithaca forscht. "Es geht um wissenschaftliche Entdeckungen auf dem Mars. Aber einen Marathon auf dem Mars zu laufen fühlt sich ziemlich cool an." Was wissenschaftliche Entdeckungen angeht, muss sich "Opportunity" übrigens nicht hinter "Curiosity" verstecken: Bereits in seinen ersten drei Monaten auf dem Mars entdeckte "Opportunity" Hinweise darauf, dass es einst flüssiges Wasser auf dem Mars gab. Seit 2011 erforscht der Rover den Rand des "Endeavour"-Kraters.

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