Nachdem gleich zwei astronomische Ereignisse die Nachrichten am vergangenen Freitag dominierten, scheinen die Menschen den Himmel über ihnen aufmerksamer zu betrachten. Anders lässt es sich nicht erklären, dass an dem Tag, an dem der Einschlag eines Meteoriten in Russland Schäden anrichtete und Menschen verletzte, am anderen Ende der Welt - in Kalifornien - ebenfalls eine Himmelserscheinung für Aufsehen sorgte.
Augenzeugen wollen gegen 20 Uhr Ortszeit am Freitag gesehen haben, wie ein schnelles, helles Objekt Richtung Westen geflogen sei. Ein Video, das eine Kamera in einem Auto in der Nähe von San Francisco aufgenommen hat, zeigt die Himmelserscheinung.
"Der Meteorit hatte eine leicht grüne Farbe", erzählte eine Augenzeugin dem TV-Sender NBC. "Jeder auf dem Parkplatz blieb stehen und schaute ihn an."
Der kalifornische Meteorit war nur ein kurz aufleuchtendes Licht am Abendhimmel, es gab weder einen lauten Knall noch eine Rauchspur, geschweige denn eine Druckwelle, die Fenster zersplittern ließ wie in Russland. Er sei ein kleines Stück eines größeren Meteoriten gewesen, erklärt der Astronom Jonathan Braidman. Er habe es "irgendwie" durch die Erdatmosphäre geschafft. "Das ist eine ganz normale Erscheinung", so Braidman. "Was daran ungewöhnlich ist, ist dass es so nah an bewohntem Gebiet passiert ist."
Der Meteorit ist über der russischen Stadt Tscheljabinsk zu sehen.
Foto: dpaBerechnungen der American Meteor Society zeigten, dass der Meteorit eine andere Flugbahn hatte als der russische Meteorit. Daher schließen Experten aus, dass er im Zusammenhang steht mit dem Meteoriten, der in der Ural-Gegend einschlug. "Feuerbälle sieht man jede Nacht, überall auf der Erde", erklärte ein Experte der American Meteor Society.
Als Meteor bezeichnet man eine Himmelserscheinung, die vom Eintritt eines kleinen Himmelskörpers in die Erdatmosphäre verursacht wird. Der Himmelskörper selbst heißt Meteoroid, so lange er sich im All befindet. Erreichen Teile eines Meteoroiden die Erdoberfläche, nennt man diese Meteoriten. Normalerweise verglühen Meteoroiden aber beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Das dabei entstehende Licht ist die klassische Sternschnuppe. Hellere Meteore sind sehr viel seltener und werden Feuerkugeln oder Boliden genannt.
Vergangenen Freitag war ein Meteorit in der russischen Ural-Region eingeschlagen und hatte dort zahlreiche Schäden verursacht und mehr als tausend Menschen verletzt. Am gleichen Tag näherte sich der Asteroid 2012 DA 14 bis auf knapp 28.000 Kilometer der Erde. Auch wenn es ein großer Zufall war: Astronomen schließen aus, dass die beiden Ereignisse in einem Zusammenhang zueinander stehen.
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