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Astronomie und Raumfahrt

08. Januar 2016

Philae: Letzte Hoffnung für „Philae“

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Grafische Darstellung: "Philae" auf der Oberfläche des Kometen.  Foto: AFP/ESA Medialab

Die Raumsonde „Philae“ meldet sich seit Juli nicht mehr auf der Erde. Die Zeit, mit ihr Kontakt aufzunehmen, wird knapp. Forscher unternehmen nun einen letzten Versuch, um die Sonde noch einmal zu reaktivieren.

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Seit dem letzten eindeutigen Lebenszeichen des Kometenlabors "Philae" ist viel Zeit vergangen: Am 9. Juli 2015 meldete sich die Sonde zum letzten Mal von ihrem schattigen Landeplatz auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko", seitdem ist sie still geblieben. Doch langsam wird es für das Minilabor eng, berichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Ende Januar würden die Bedingungen auf dem Komete so "lander-feindlich", dass die Mission von Philae ihr natürliches Ende finden dürfte.

Dann ist der Komet mehr als 300 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und es wird zu kalt für den Kometenlander. Bei einer Betriebstemperatur von unter -51 Grad Celsius schaltet sich das Gerät nicht mehr an. Um die letzten Wochen noch zu nutzen, schicken die DLR-Wissenschaftler am 10. Januar ein Kommando ins All, das Philaes Drallrad im Inneren der Sonde in Bewegung versetzen soll. "Die Zeit wird knapp, deshalb wollen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen", erklärt der Projektleiter der "Philae"-Mission, Dr. Stephan Ulamec. "Es ist eine kleine Chance", erklärt Cinzia Fantinati vom DLR-Kontrollraumteam. "Wir wollen nichts unversucht lassen."

Das Drallrad hatte bei der Landung der Sonde auf dem Kometen im November 2014 dafür gesorgt, dass sich das Gerät beim Abstieg stabilisierte. Wenn es auf das Kommando reagiert, könnte es dem Lander nun einen Drehimpuls verleihen. "Im besten Fall rüttelt Philae sich dadurch frei, Staub auf den Solarpaneelen fällt ab, und er steht besser zur Sonne ausgerichtet", erläutert der technische Projektleiter Dr. Koen Geurts.

Wie geht es "Philae"?

Wie genau es dem kleinen Roboter auf dem Kometen geht, weiß derzeit niemand, denn die letzten Daten, die die Sonde zur Erde schickte, stammen aus dem Sommer. "Die Stille von Philae bedeutet leider nichts Gutes", befürchtet Ulamec. Das DLR vermutet, dass je einer von zwei Sendern und Empfängern von "Philae" ausgefallen sind. Der zweite Sender und Empfänger scheinen ebenfalls nicht mehr reibungslos zu funktionieren.

Auch die Position von "Philae" ist unklar: Weil der Komet, auf dem sich der Roboter befindet, aktiv ist, hat "Philae" keinen sicheren Stand - die Sonde könnte umgekippt sein, außerdem ist es möglich, dass sie zu sehr von Staub bedeckt ist, um noch genügend Sonnenenergie zu erhalten.

Egal wie der Versuch, das Drallrad zu bewegen, ausgeht: Auch danach wird man weiter nach Zeichen von "Philae" lauschen, teilt das DLR mit. Und auch die "Rosetta"-Mission, die den Lander auf den Kometen brachte ist noch nicht beendet: Die Raumsonde "Rosetta" umkreist den Kometen noch bis September 2016. Ihr Ende soll sie ebenfalls auf dem Kometen finden. Voraussichtlich am 30. September 2016 soll "Rosetta" auf dem Kometen landen. Doch im Gegensatz zu "Philae" wird sie sich nach der Ankunft auf der Kometenoberfläche vermutlich nicht mehr auf der Erde melden: "Rosetta" war nie für eine Landung vorgesehen - ob die Instrumente die Landung überstehen, ist unklar. Außerdem dürfte es für die Raumsonde äußerst schwierig werden, überhaupt Kontakt zur Erde aufzubauen.

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