Das russische Raumfahrtprogramm muss erneut einen Rückschlag einstecken: Ein russischer Kommunikationssatellit ist am Freitag kurz nach dem Start abgestürzt. Nach ersten Erkenntnissen habe es bei dem Satellitenstart eine Panne an der dritten Stufe der Trägerrakete vom Typ Sojus gegeben, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax. Die Agentur RIA Nowosti meldete unter Berufung auf das Militär, der Satellit sei über der Region Tjumen im Westen Sibiriens abgestürzt.
Zu möglichen Opfern oder Schäden wurden zunächst keine Angaben gemacht. Es war unklar, ob der Satellit in der Erdatmosphäre verglühte oder auf der Erde aufschlug. Laut ITAR-TASS sollte sich der Satellit neun Minuten nach dem Start von der Trägerrakete lösen. Doch bereits vor der geplanten Trennung habe es eine Fehlfunktion in der Rakete gegeben. Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos und das Verteidigungsministerium in Moskau wollten sich auf Anfrage nicht zu den Berichten äußern.
Sechs Satelliten verloren
Russland hatte den Meridian-Satelliten zur zivilen und militärischen Kommunikation am Freitag an Bord einer Sojus-Rakete vom militärischen Raumfahrtbahnhof Plessezk ins All geschossen. Er sollte vor allem der Kommunikation von Schiffen und Flugzeugen in der Arktis dienen.
Das russische Raumfahrtprogramm musste in den vergangenen zwölf Monaten eine Reihe von Rückschlägen hinnehmen. So verlor Russland drei Navigationssatelliten, einen Militärsatelliten und einen Telekommunikationssatelliten. Im August stürzte eine Sojus-Rakete mit dem Versorgungsraumschiff Progress ab, die bemannten Flüge zur Internationalen Raumstation ISS mussten daraufhin zwei Monate lang ausgesetzt werden.
Im November scheiterte der Start einer Sonde, die den Marsmond Phobos untersuchen sollte. Die Triebwerke der Sonde konnten nicht gezündet werden und so gelang es ihr nicht, die Erdumlaufbahn in Richtung Mars zu verlassen. Die Anfang November gestartete Sonde kreist in rund 250 Kilometern Höhe um die Erde.
Nach Berechnungen aus Moskau soll die Sonde bald zerbrechen und im Januar 2012 abstürzen. Zwischen dem 6. und 19. Januar sollen mindestens 20 Trümmer mit einem Gesamtgewicht von maximal 200 Kilogramm auf die Erde fallen. Ein genauer Ort und Zeitpunkt kann erst wenige Tage vorher berechnet werden. (afp/dpa)
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