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Sternenhimmel im November: Sternschnuppen begleiten die Venus

Die Venus taucht wieder auf und die Wintersternbilder sind im Anmarsch. Auch Sternschnuppen gibt es im November wieder zu sehen: Mitte des Monats flammen morgens die Leoniden auf - und der Vollmond beschert manchem schlaflose Nächte.

Überbleibsel einer Supernova im Sternbild Kassiopeia - Kombination von Bilder der Teleskope Spitzer, Hubble und Chandra.
Überbleibsel einer Supernova im Sternbild Kassiopeia - Kombination von Bilder der Teleskope Spitzer, Hubble und Chandra.
Foto: NASA/JPL-Caltech/STScI/CXC/SAO
Stuttgart –  

Nach monatelangem Fehlen am Abendhimmel taucht unser innerer Nachbarplanet endlich wieder auf: Venus beginnt ihre Abendsternperiode. Noch erscheint sie nicht sehr auffällig, denn sie ist nur kurz in der Abenddämmerung knapp über dem Südwesthorizont zu sehen. Venus wandert durch die südlichsten Bezirke des Tierkreises. Anfang November geht Venus eine Viertelstunde vor 18 Uhr unter, am Monatsende kurz vor 6 Uhr. Am 27. passiert die schmale Sichel des zunehmenden Mondes den Liebesplaneten.

Jupiter im Sternbild Widder beherrscht als auffällig helles, weiß leuchtendes Gestirn den Nachthimmel. Allerdings beginnt sich der Riesenplanet allmählich vom Morgenhimmel zurückzuziehen. Ende November sinkt Jupiter gegen 4:40 Uhr unter die westliche Horizontlinie. Mit Einbruch der Dunkelheit steht der Riesenplanet schon hoch am Osthimmel. Am späten Abend sieht man ihn am Südhimmel. Am 9. zieht der zunehmende Halbmond nördlich an Jupiter vorbei. Mars ist Planet der zweiten Nachthälfte. Seine Helligkeit nimmt im Laufe des Novembers deutlich zu. Der rote Planet wandert durch das Sternbild Löwe und begegnet am 10. Regulus, dem Hauptstern des Löwen, wobei er nördlich an Regulus vorbeizieht.

Obwohl Merkur am 14. mit knapp 23° seinen größten östlichen Winkelabstand von der Sonne einnimmt, reicht dies nicht für eine Abendsichtbarkeit. Denn der flinke Planet eilt durch die südlichsten Gebiete des Tierkreises. Saturn, der Mitte Oktober von der Sonne überholt wurde, erscheint im Laufe des November wieder am Morgenhimmel. Bei klarer Luft und ohne den Lichtsmog irdischer Beleuchtung kann man den Ringplaneten ab Mitte November in der beginnenden Morgendämmerung tief am Osthimmel erspähen. Saturn wandert durch das Sternbild Jungfrau und passiert dessen Hauptstern Spica Anfang November gut vier Grad nördlich.

Mitte November flammen in den Morgenstunden die Sternschnuppen der Leoniden auf. Dieser Meteorschauer hat seinen Ursprungsort im Sternbild Löwe, wie sein Name erkennen lässt. Die Leoniden sind recht schnelle Meteore mit Geschwindigkeiten um 70 Kilometer pro Sekunde. Ihre maximale Frequenz erreichen die Leoniden in der Nacht vom 18. auf 19. November, wobei stündlich mit dutzenden Sternschnuppen zu rechnen ist. Dieser Strom führt seinen Ursprung auf den Kometen 55P/Tempel-Tuttle zurück.

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Am frühen Abendhimmel ist noch das Sommerdreieck hoch am Westhimmel zu sehen. Gegen zehn Uhr abends sind im Osten bereits die Wintersternbilder im Anmarsch, allen voran der Stier mit dem roten Aldebaran, die helle Kapella im Fuhrmann sowie der Himmelsjäger Orion. Hoch über unseren Köpfen, fast exakt im Zenit, erblickt man die charakteristische Figur der Königin Kassiopeia. Die Sternenkonstellation der Kassiopeia sieht wie ein großes lateinisches W aus. Man spricht auch vom Himmels-W. Die mittlere Spitze des Himmels-W deutet in etwa auf den Polarstern, der uns die Nordrichtung weist.

Die Sternenkette der Andromeda findet man ebenfalls in Zenitnähe. In der Andromeda entdeckt man bei dunklem Himmel schon mit freien Augen unsere Nachbarmilchstraße, den berühmten Andromedanebel. Die Bezeichnung Nebel stammt noch aus einer Zeit, als man dieses diffuse, schwache Lichtfleckchen als nebelhaftes Gebilde ansah. Inzwischen weiß man, dass die Andromedagalaxie ein Sternensystem mit mehr als 400 Milliarden Sonnen ist. Das Pegasusquadrat ist bereits durch den Meridian gerückt. Hoch im Osten stößt man auf den Perseus mit seinem Teufelsstern Algol, der fast hundert Lichtjahre von uns entfernt ist. Zwischen dem Perseus und Polarstern liegt das unscheinbare Sternbild Giraffe.

Vollmond am 10. November

Vollmond tritt am 10. um 21:16 Uhr ein, wobei die hellglänzende Vollmondscheibe im Sternbild Widder steht. Zwei Tage vorher befindet sich der Mond mit 406.180 Kilometer in Erdferne. In Erdnähe kommt er am 24. November, wobei ihn nur 359.690 Kilometer von uns trennen. Einen Tag später wird exakt um 7:10 Uhr die Phase Neumond erreicht. Dabei zieht unser Nachbar im All an der Sonne vorbei und bedeckt sie teilweise. Es ereignet sich somit in den Morgenstunden am 25. eine partielle Sonnenfinsternis. Sie bleibt allerdings von der gesamten Nordhalbkugel der Erde aus unbeobachtbar. Sie ist sichtbar in der Antarktis, im südlichen Eismeer, von der Südspitze Afrikas und von südlichen Gebieten Neuseelands aus.

Die Sonne erreicht immer südlichere Gebiete im Tierkreis. Sie wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 23. eine Stunde vor Mitternacht in das Sternbild Skorpion, in dem sie nur eine Woche bleibt. Schon am 30. vormittags überschreitet sie die Grenze zum Ophiuchus, dem Schlangenträger. Am 22. November tritt sie in das Tierkreiszeichen Schütze. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um sieben Grad ab, die Tageslänge verkürzt sich im Laufe des Monats um eineinhalb Stunden - der astronomische Winterbeginn ist nicht mehr fern.

Autor:  Hans-Ulrich Keller, dpa
Datum:  24 | 10 | 2011
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