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Astronomie und Raumfahrt

22. September 2015

Totale Mondfinsternis: Supermond-Finsternis am frühen Montag

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Während der totalen Mondfinsternis scheint der Mond rot - daher kommt der Name "Blutmond".  Foto: REUTERS

Am Montag lohnt sich das frühe Aufstehen: Es wird eine totale Mondfinsternis in voller Länge zu sehen sein - ein besonders seltenes Ereignis, bei dem in weiten Teilen Deutschlands auch das Wetter mitspielen dürfte. Wir erklären, wann Sie wie was sehen können.

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Nach der partiellen Sonnenfinsternis im vergangenen März hat das Jahr 2015 noch ein weiteres astronomisches Highlight zu bieten: Am 28. September 2015 können Frühaufsteher in ganz Deutschland eine totale Mondfinsternis beobachten. Der Schatten der Erde schiebt sich über den Vollmond – allerdings zu einer Uhrzeit, die vielen Beobachtern ungelegen kommen dürfte: Am frühen Montagmorgen beginnt der Schatten über den Vollmond zu wandern, ab etwa 2.40 Uhr sollte man ihn auf dem Mond sehen können.

Richtig interessant wird es erst gut eineinhalb Stunden später: Um 4.11 Uhr beginnt die Totalität, um 4.47 Uhr ist die maximale Verfinsterung erreicht. Um 6.56 Uhr ist das Naturschauspiel, bei dem der Mond sich scheinbar rot färbt (daher auch die Bezeichnung "Blutmond") wieder beendet.

Doch das frühe Aufstehen dürfte sich – gutes Wetter vorausgesetzt – lohnen: Nicht nur, weil die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland erst am 27. Juli 2018 zu sehen sein wird, sondern auch, weil der Vollmond am 28. September ein so genannter „Supermond“ ist. Der Mond, der die Erde auf einer elliptischen Bahn umkreist, ist der Erde dann besonders nah. Das hat nicht nur Auswirkungen beispielsweise auf die Stärke von Ebbe und Flut, sondern auch auf die Helligkeit und Größe des Mondes: Er wirkt etwas heller und größer als sonst. Aufmerksame Beobachter konnten bereits am 29. August einen "Supermond" am Himmel sehen.

Eine Mondfinsternis während des Supermonds ist äußerst selten - seit 1910 gab es nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa weltweit nur fünf dieser besonderen Naturereignisse. Die nächste Supermond-Finsternis gibt es nach Angaben der Nasa erst im Jahr 2033.

In weiten Teilen Deutschlands dürfte der Himmel dank Hochdruckgebiet "Netti" klar sein - allerdings könnten sich in den frühen Morgenstunden Nebelfelder bilden, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Die seien "schwer vorherzusagen", die Nebelgefahr sei jedoch vor allem in den nördlichen Mittelgebirgen sowie nördlich davon erhöht. Im Süden sei die Gefahr geringer.

Beobachtungszeiten
Beobachtungsort
Beobachtungsausstattung

Der Mond tritt um 2.10 Uhr in den Halbschatten ein, um 3.07 Uhr in den Kernschatten. Ab etwa 2.40 Uhr kann man den Beginn der Mondfinsternis erkennen.

Um 4.11 Uhr beginnt die totale Phase der Mondfinsternis, die maximale Verfinsterung ist um 4.47 Uhr erreicht.

Um 5.23 Uhr endet die totale Phase der Mondfinsternis. Das trifft sich gut, denn bereits wenige Minuten später beginnt die astronomische Dämmerung.

Um 6.27 Uhr tritt der Mond aus dem Kernschatten aus, um etwa 7.00 Uhr ist die Sichtbarkeit der Mondfinsternis beendet. Nur Minuten vorher beginnt die bürgerliche Dämmerung, um etwa 7.15 Uhr geht die Sonne auf.

Der ideale Beobachtungsort für die totale Mondfinsternis am 28. September 2015 ist nach Südwesten ausgerichtet, da sich der Mond im Laufe der Nacht von Süden nach Westen bewegen wird. Weil der Mond im Westen untergehen wird, sollte der Blick in diese Himmelsrichtung möglichst unverstellt sein. Auch wenn der Mond besser zu sehen ist als beispielsweise Sternschnuppen sollte es trotzdem idealerweise möglichst dunkel sein.

Zum Beobachten einer totalen Mondfinsternis benötigt man keine besondere Ausstattung. Wer ein Fernglas hat, sollte es aber griffbereit haben - ein Blick lohnt sich. Anders als bei einer Sonnenfinsternis benötigt man keine speziellen Schutzbrillen oder -filter. Da es in den frühen Morgenstunden Ende September kühl sein kann, empfiehlt sich - gerade wenn der Beobachtungsplatz im Freien ist - eine Decke und warme Getränke.

Zusätzlich zum „Supermond“ handelt es sich beim Vollmond Ende September auch um einen so genannten „Ernte-Vollmond“. Es ist der Vollmond, der zeitlich am nächsten an der Tag-und-Nacht-Gleiche am 23. September ist. Der Name „Ernte-Vollmond“ kommt daher, dass Bauern das Licht des Mondes nutzten, um die Ernte auf den Feldern bis in die späten Abendstunden fortführen zu können.

Die Verfinsterung des "Supermonds" wird nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mittel-, West- und Nordeuropa in ihrer vollen Länge zu sehen sein. Um die Mondfinsternis zu beobachten, sind keine Instrumente nötig, mit bloßem Auge kann man das Ereignis sehen. Wer ein kleines Fernglas zur Hand hat, kann es ebenfalls zur Beobachtung nutzen - Schutzbrillen oder -folien sind im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis nicht notwendig.

Etwas Vorbereitungszeit sollte man jedoch trotzdem vorher investieren und nach einem geeigneten Beobachtungsort Ausschau halten. Von dort aus sollte man freie Sicht nach Südwesten und Westen haben, denn der Mond wird sich im Laufe der Nacht von Süden nach Westen bewegen. Vor allem im Westen sollte auch der Horizont möglichst unverstellt sein, denn der Mond sinkt während der Mondfinsternis in diese Richtung.

Idealerweise sollte der Beobachtungsort außerdem dunkel sein, Lichtquellen stören die Beobachtung jedoch nicht so sehr wie bei der Beobachtung von Sternen. Wer es angesichts der frühen Uhrzeit möglichst einfach haben will, kann es sich auch auf dem eigenen Balkon oder am Küchenfenster bequem machen - so lange der Beobachtungsplatz in Richtung Süd-Westen zeigt und der Himmel klar ist, sollte man die Mondfinsternis sehen können.

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