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Astronomie und Raumfahrt

14. November 2012

Universum: Planet streift einsam durchs Weltall

 Von Nadja Podbregar
Künstlervision des neu entdeckten Planeten. Foto: dapd

Wissenschaftler haben nahe unseres Sonnensystems einen relativ jungen Planeten entdeckt, der nicht um einen Stern kreist und somit frei durch den Weltraum fliegt. Aufgespürt wurde der CFBDSIR2149 benannte Planet in rund 100 Lichtjahren Entfernung von unserer Sonne.

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Wissenschaftler haben nahe unseres Sonnensystems einen relativ jungen Planeten entdeckt, der nicht um einen Stern kreist und somit frei durch den Weltraum fliegt. Aufgespürt wurde der CFBDSIR2149 benannte Planet in rund 100 Lichtjahren Entfernung von unserer Sonne.

Astronomen haben den ersten eindeutig heimatlosen Planeten entdeckt. Der Einzelgänger bewegt sich etwa 100 Lichtjahre von der Erde entfernt allein durch den Weltraum, statt wie andere Planeten um einen Stern zu kreisen. Die relative Nähe des Planeten zur Erde ermöglichte es einem internationalen Forscherteam, ihn genauer zu untersuchen und ihn so als kosmischen Vagabunden zu identifizieren.

Aus dem Heimatsystem gekickt

Ihren Daten nach handelt es sich um einen 20 bis 200 Millionen Jahre alten Planeten von der etwa vier- bis siebenfachen Masse des Jupiter, der über eine jupiterähnliche Atmosphäre verfügt. Auf seiner Oberfläche ist es vermutlich rund 400 Grad Celsius warm. Getauft wurde der Planet auf die Bezeichnung CFBDSIR2149. Sein geringes Alter lege nahe, dass es sich tatsächlich um einen Einzelplaneten handle, berichten Philippe Delorme von der Université Joseph Fourier im französischen Grenoble und seine Kollegen in einer kommenden Ausgabe des Fachmagazins Astronomy & Astrophysics. Das mache diesen Planeten zu einem wichtigen Bezugspunkt, um die Physik und Entstehung solcher Einzelgänger besser zu verstehen.

Seit den 90er-Jahren haben Astronomen mehrere Himmelskörper entdeckt, die als mögliche Einzelplaneten galten. Da sich aber ihr Alter nicht ermitteln ließ, war man nicht sicher, ob es sich wirklich um Planeten handelte oder aber um sehr alte, abgekühlte Braune Zwerge – Sterne, die zu klein geraten sind, um in ihrem Inneren dauerhaft eine Kernfusion zu entfachen. Am Anfang ihres Lebens sind diese Braunen Zwerge noch deutlich heißer als Planeten, aber sie kühlen im Laufe der Zeit langsam ab und können dann mit den teilweise nur wenig kleineren Planeten verwechselt werden.

Beim neu entdeckten Himmelskörper aber ist diese Unterscheidung etwas leichter. Denn er liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum AB-Doradus-Bewegungshaufen, einer Gruppe junger Sterne. Zudem wandert er auch in die gleiche Richtung wie diese. Die Astronomen schließen daraus, dass der Einzelgänger einst gemeinsam mit diesem Sternenhaufen entstand und wie sie maximal 200 Millionen Jahre alt ist – zu jung, um ein abgekühlter Brauner Zwerg zu sein.

Die Astronomen erhoffen sich weitere Informationen darüber, wie Einzelplaneten entstehen. Bisher ist unklar, ob sie einst in Planetensystemen kreisten und aus diesen herausgeschleudert wurden, oder ob sie wie Sterne in kollabierenden Gaswolken gebildet wurden. „Wenn es sich bei diesem kleinen Himmelskörper tatsächlich um einen Planeten handelt, der aus seinem Heimatsystem herausgekickt wurde, weckt dies die Vorstellung, dass es viele solcher Planeten-Waisen geben könnte, die einsam im Weltall treiben“, sagt Delorme. Entdeckt wurde der Planet bei einer Himmelsdurchmusterung mit dem Canada France Hawaii Telescope auf Hawaii. (mit dapd)

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