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Astronomie und Raumfahrt

02. November 2012

Weltraumspaziergang Raumfahrt: Blick von der ISS zur Erde macht "demütig"

Astronaut Fuglesang bei einem Außenbordeinsatz.Foto: dapd/NASA

Der Astronaut Arne Christer Fuglesang ist der ESA-Astronaut, der die größte Erfahrung mit Weltraumspaziergängen hat. Der Blick zur Erde sei "überwältigend, macht zugleich aber auch demütig", erzählt er.

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Mit großem Neid blickt der Astronaut Arne Christer Fuglesang auf seine beiden Kollegen Sunita Williams und Akihiko Hoshide. Die Amerikanerin und der Japaner schwebten am Donnerstag aus der „Quest“-Luftschleuse der ISS, um Außenarbeiten an der Internationalen Raumstation durchzuführen. „Es ist ein ganz besonderes Gefühl aus der Station herauszugleiten“, sagt Fuglesang in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. „Auch wenn man gesichert ist, hat man das Gefühl: Halt dich besser fest! Dieser Instinkt ist einfach da.“

Dabei ist der Schwede ein alter Hase auf diesem Gebiet. Er ist bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) der Astronaut mit der größten „Weltraumspaziergang“-Erfahrung. Bei fünf Ausflügen verbrachte der 55-Jährige mehr als 30 Stunden im All.

Fuglesang zufolge bleibt beim Aussteigen kaum Zeit, auf die Erde herab zu blicken und ihre Schönheit zu genießen. „Man ist vor allem auf seine Arbeit fokussiert“, betont der Physiker, der eine Abteilung am Europäischem Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) im niederländischen Noordwijk leitet. „Ein 'Weltraumspaziergang' dauert im Schnitt etwa sechs bis sieben Stunden, daher versucht man nach dem Ausstieg so viel wie möglich zu erledigen.“

Ab und an gibt es laut Fuglesang bei Einsätzen, die bei Tageslicht stattfinden, aber Phasen, um den Blick aus etwa 350 Kilometer Höhe schweifen zu lassen. „Diese Momente sind überwältigend, machen zugleich aber auch demütig.“ Ein Problem gibt es dabei aber: „Die meiste Zeit weiß man gar nicht, über welchem Erdteil man sich befindet“, gesteht Fuglesang. „Daher muss man jemanden von der Besatzung fragen, der dann auf eine Karte schaut und einem sagt, wo man ist.“

Vorbereitung dauert Tage

Um sich diese Art geografische Auskünfte einholen zu können, ist viel Arbeit notwendig. „Mindestens einen Tag vorher, manchmal aber auch ein paar Tage vorher, beginnen die Vorbereitungen für einen 'Weltraumspaziergang'“. So müssten etwa der Anzug und die Luftschleuse sorgfältig geprüft sowie die benötigten Werkzeuge bereit gelegt werden.

Fuglesang zufolge dauert aber auch die persönliche Vorbereitung viele Stunden. Der Körper muss etwa auf tiefere Druckverhältnisse eingestellt werden, die in dem Anzug herrschen. Dies geschieht etwa, in dem die Astronauten in der Nacht vor dem „Weltraumspaziergang“ in der Luftschleuse schlafen.

Nach getaner Arbeit fühlen sich die Astronauten laut Fuglesang „ziemlich müde“. Insbesondere die Hände und Beine fühlten sich schlapp an. „Aber auch psychisch ist man ausgelaugt, weil für Stunden höchste Konzentration gefragt ist“, wie der Schwede sagte. Hinzu kommt, dass Essen für bis zu acht Stunden nahezu unmöglich ist. „Man ist hungrig“, beschreibt Fuglesang das Gefühl nach einem Ausflug ins All. (dapd)

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