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Astronomie und Raumfahrt

28. April 2012

Wettervorhersage: Wie wird das Wetter von morgen?

 Von Anatol Johansen
Meteosat soll in 36.000 Kilometer Höhe über dem Äquator platziert werden. Foto: ESA

Europäische Satelliten sollen die Vorhersage weiter verbessern. Sie sollen nicht nur Windstärke, Temperatur und Regenwahrscheinlichkeit, sondern sogar Vulkanasche-Konzentration in der Atmosphäre präzise messen und melden.

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Europäische Satelliten sollen die Vorhersage weiter verbessern. Sie sollen nicht nur Windstärke, Temperatur und Regenwahrscheinlichkeit, sondern sogar Vulkanasche-Konzentration in der Atmosphäre präzise messen und melden.

Ein Stück historischen Weltraum-Schrotts ist dieser Tage zur Erde zurückgekehrt. Ein Teil verglühte über der Mongolei. Die Reste bröselten auf die Antarktis herab. Es war der erste aller russischen Wettersatelliten, der 1,4 Tonnen schwere Meteor 1-1, der ein so unrühmliches Ende fand. Er war 43 Jahre zuvor, am 12. März 1969, gestartet worden.

Leider funktionierte Meteor 1-1 nur etwa ein Jahr und kreiste dann 42 Jahre lang in 650 Kilometer Höhe als nutzloser Weltraum-Müll um die Erde. Noch kürzer in Betrieb blieb der erste Wettersatellit überhaupt, der US-amerikanische Tiros-1, der bereits vor 52 Jahren abhob. Er startete am 1. April 1960 und nahm drei Monate lang etwa 23 000 Wetterbilder auf. Dann fiel auch er aus.

Seit 2009 im Auftrag des Wetters unterwegs: Der esa-Satellit SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity).
Seit 2009 im Auftrag des Wetters unterwegs: Der esa-Satellit SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity).
Foto: dpa

Inzwischen sind wir an die Dienste der Wettersatelliten gewöhnt, wir wussten schon eine Woche vorher, dass an diesem Wochenende mit sommerlichem Sonnenschein zu rechnen ist. Um die Vorhersagen weiter verbessern zu können, rollen die Europäer jetzt ihre neuesten Wettersatelliten, Metop-B und Meteosat-10, an den Start.

Wind und Wolken

Der vier Tonnen schwere und 6,5 Meter hohe Metop-B soll bereits am 23. Mai vom kasachischen Baikonur aus auf einer Sojus-Rakete ins All gewuchtet werden. Er wird mit seinen 13 Präzisions-Experimenten Wind, Temperatur, Feuchtigkeit, Wolken, Niederschlag, Luftdruck, Ozon und selbst die Vulkanasche-Konzentration in der Atmosphäre registrieren und zur Erde melden.

Blick aus dem All

Die Daten, die Metop-B sammelt, werden ein Mal pro Erdumlauf an die Bodenstation in Svalbard (Spitzbergen) geliefert. Außerdem sendet der Satellit auch aktuelle Daten live an Bodenstationen in den jeweils überflogenen Gebieten.
Mit 17,6 Metern Spannweite, 6,5 Metern Höhe, mehr als vier Tonnen Gewicht und einer elektrischen Leistung von 3 900 Watt ist Metop einer der größten und schwersten Wettersatelliten. Deutschland ist an den europäischen Wettersatelliten maßgeblich beteiligt. Den Metop-Hauptauftrag gab die ESA an die EADS-Tochter Astrium.

Der zwei Tonnen schwere und 2,4 Meter hohe Meteosat-10 (Durchmesser 3,2 Meter) soll einen Monat später, am 19. Juni, folgen. Er wird von Kourou in Französisch-Guayana aus auf Europas schubstärkster Trägerrakete Ariane-5 auf eine niedrige Erdumlaufbahn geschossen. Die beiden neuen europäischen Wetter-Späher werden sich – wie schon ihre vorläufig noch aktiv bleibenden Vorgänger – die Arbeit teilen und sich dabei ergänzen.

Der Meteosat soll auf der geo-stationären Umlaufbahn in 36 000 Kilometer Höhe über dem Äquator platziert werden. Dort wird er so mit der Erddrehung umlaufen, dass er – von der Erde aus gesehen – still zu stehen scheint. Das Wettergeschehen über Europa, Afrika und dem Nordatlantik liegt im Zentrum seines Blickfeldes. Er soll von seiner äquatorialen Position aus – wie gegenwärtig noch sein weiter aktiver Vorläufer Metop-A – jene Strömungs-Filme mit wirbelnden Tiefdruckgebieten und Schönwetter-Hochs senden, die allabendlich über unsere Bildschirme laufen.

Nicht für den großflächigen, globalen Überblick, sondern mehr für die meteorologische Nah-Aufklärung über Europa wird Metop-B sorgen. Er soll die Erde nicht in 36 000 Kilometer Höhe umlaufen, sondern lediglich in 820 Kilometer Erdabstand. Dabei wird er, rechtwinklig zum Äquator, beide Pol-Gebiete täglich 13 Mal auf einer gleichbleibenden Bahn überfliegen. Die Erddrehung sorgt dafür, dass alle Regionen der Erde unter dem Satelliten vorbeiziehen und von ihm aus geringer Höhe beobachtet werden können.

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