Region Rhein-Main
Hessen hat gewählt: Ergebnisse, Analysen und Sprüche aus dem Rhein-Main-Gebiet in unserem Wahl-Spezial

27. März 2011

Ticker: Kommunalwahl Hessen: Stichwahl entscheidet über Darmstadts OB

Kumulieren und Panaschieren will gelernt sein. Das beginnt damit, dass man den handlichen Stimmzettel richtig herum hält.  Foto: dpa

Main-Kinzig-Kreis: Pipa muss in Stichwahl +++ CDU stürzt in Gießen ab +++ Main-Taunus-Kreis: CDU-Kandidat Cyriax wird Landrat +++ Absolute Mehrheit für Marburgs OB Vaupel +++ CDU verliert in Biblis absolute Mehrheit +++ Darmstadt wählt Grün

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Main-Kinzig-Kreis: Pipa muss in Stichwahl +++ CDU stürzt in Gießen ab +++ Main-Taunus-Kreis: CDU-Kandidat Cyriax wird Landrat +++ Absolute Mehrheit für Marburgs OB Vaupel +++ CDU verliert in Biblis absolute Mehrheit +++ Darmstadt wählt Grün

Main-Kinzig-Kreis: Pipa muss in Stichwahl
23.15 Uhr: Amtsinhaber Erich Pipa (SPD) setzt sich mit 47,6 Prozent der Stimmen zwar klar gegen seine Kontrahenten bei der Landratswahl im Main-Kinzig-Kreis durch, doch er muss sich in zwei Wochen noch einmal zur Wahl stellen - dann im Duell mit seinem Stellvertreter Günter Frenz (CDU), der auf 29,9 Prozent der Stimmen kommt.

Deutliche CDU-Verluste in Gießen
23.04 Uhr: Die CDU hat in Gießen, der Heimatstadt von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), deutliche Verluste erlitten. Die Christdemokraten verloren im Trendergebnis mehr als 10 Punkte auf 25,6 Prozent (2006: 36,0). Kräftig zulegen konnten hingegen die Grünen mit einem Plus von 10,5 Prozent auf 23,3 Prozent. Stärkste Fraktion bei einer gestiegenen Wahlbeteiligung von 42,3 Prozent (37,9 Prozent) wurde die SPD mit 33,1 Prozent (33,2), wie das Statistische Landesamt berichtete. Die FDP sackte von 5,7 auf 3,2 Prozent ab und blieb damit hinter der Linken (4,4 Prozent) und den Freien Wählern (4,5 Prozent). Für dieses Resultat sind aber 41,5 Prozent der Wahlzettel nicht ausgewertet, weil dort mehrere Kandidaten und keine Listen angekreuzt wurden.

Main-Taunus-Kreis: CDU-Kandidat Cyriax wird Landrat

22.30 Uhr: Mit mehr als 60 Prozent der Stimmen setzt sich Michael Cyriax (CDU) gegen seine Konkurrenten Oliver Conz (parteilos) und Fritz-Walter Hornung (Linke) durch. Er wird damit Nachfolger des bisherigen Landrats Berthold Gall (CDU). Cyriax war bislang Schuldezernent im Main-Taunus-Kreis.

Kommunalwahl in Hessen

Hessen hat gewählt - Zahlen, Sprüche, Analysen in unserem Wahl-Spezial.

Linken-Chef van Ooyen setzt auf Helmut Kohls Steuerpolitik
22.18 Uhr: Willi van Ooyen, Fraktionschef der Linken, hat soeben im Fernsehen dafür geworben, zur Steuerpolitik von Helmut Kohl zurückzukehren. Der Moderator hat ihn mit dem süffisanten Hinweis, dass der Linken-Politiker auf die alte CDU-Linie setze, verabschiedet. Jetzt schlendert er vom Rathaus über den Schlossplatz zurück ins Landtagsbüro. Die Politik von Helmut Kohl? "Ja, 53 Prozent", ruft van Ooyen vergnügt. Er meint keine Wahlergebnisse. Sondern den Spitzensteuersatz.

OB-Wahl in Darmstadt: Partsch vor Hoffmann
22.01 Uhr: Die Stadt Darmstadt könnte nach Bad Homburg den zweiten grünen Oberbürgermeister Hessens bekommen. Bei der Direktwahl am Sonntag erhielt Jochen Partsch mit 37,4 Prozent die meisten Stimmen. Es folgten Amtsinhaber Walter Hoffmann (SPD/29,0) und Rafael Reißer (CDU/26,4). Die anderen drei Kandidaten lagen deutlich hinten. Zwischen Partsch und Hoffmann kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl, da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,2 (46,0) Prozent. Es gab fast 106.000 Wahlberechtigte. Ein Sieg der Grünen wäre historisch: Seit dem Zweiten Weltkrieg saßen immer Sozialdemokraten im Chefsessel des Darmstädter Rathauses.

Offenbach: Wahlbeteiligung doch höher
21.52 Uhr: Zunächst sah es nach einem Debakel aus, zum Schluss gibt es zumindest ein versöhnliches Ende. Nachdem in Offenbach auch die Ergebnisse aus den bürgerlichen Bezirken am Ortsrand eingegangen sind, liegt die Wahlbeteiligung jetzt doch bei 33,8 Prozent. Zwischenzeitlich sah es nach deutlich unter 30 Prozent aus. 2006 waren 31 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen.

Vaupel in Marburg klar wiedergewählt
21.45 Uhr: Klare Sache: Egon Vaupel (SPD) beliebt in Marburg Oberbürgermeister. Mit fast 60 Prozent der Wählerstimmen setzte er sich in der Direktwahl klar gegen seine sechs Kontrahenten durch, wie die Stadt in einer Trendmeldung mitteilte. Vaupel konnte sein Ergebnis von der letzten Wahl 2005 sogar noch verbessern - damals hatte er 52,2 Prozent erzielt.

CDU büßt in Biblis absolute Mehrheit ein
21.28 Uhr: Die Nuklear-Katastrophe in Japan hat politische Auswirkungen auch im südhessischen Biblis. Dort steht eines der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands. Bei der Kommunalwahl büßt die CDU ihre absolute Mehrheit in der Kleinstadt ein. Nach dem von der Gemeinde bekanntgegebenen Trendergebnis liegt sie bei 36,0 (2006: 50,3) Prozent. Die SPD kommt auf 34,7 (32,9) Prozent. Die Freie Liste Biblis FLB - sie setzt sich für mehr Bürgerbeteiligung ein - steigert sich deutlich auf 29,3 (10,2) Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,2 (43,9) Prozent. Die Grünen waren nicht zur Wahl angetreten, da Atomkraft-Gegner in der 9000 Einwohner großen Gemeinde bisher kaum eine Chance hatten.

Grüne legen in Darmstadt deutlich zu
21.22 Uhr: Nach Auszählung von 90 von 117 Wahlbezirken liegen die Grünen in Darmstadt bei 36,3 Prozent. Bei den letzten Kommunalwahlen 2006 kamen die Partei auf 14 Prozent. Verluste müssen dagegen CDU und SPD in Darmstadt hinnehmen. Die Christdemokraten liegen den ersten Ergebnissen zufolge bei 23,0 Prozent gegenüber 30,8 Prozent im Jahr 2006. Die SPD verliert mehr als zehn Prozentpunkte und kommt derzeit auf 20,4 Prozent gegenüber 31,5 Prozent vor fünf Jahren. Die Linke legt dem Zwischenergebnis zufolge mit 4,1 Prozent um 2,1 Prozentpunkte zu. Das Wählerbündnis UFFBASSE liegt mit 6,1 Prozent knapp unter seinem letztmaligen Ergebnis. Die unabhängige Wählervereinigung UWIGA kommt auf 3,3 Prozent und verliert damit rund 3 Prozentpunkte. Die Piratenpartei erhielt bisher ebenfalls 3,3 Prozent.

Hanau: Grüne und SPD triumphieren
21.18 Uhr: 16,1 Prozent für die Grünen (2006: 9,8) und 34 Prozent für die SPD (30) - Rot und Grün sind die Wahlsieger in Hanau. Besonders heftig abgestraft wird die FDP - sie stürzt von 10,1 auf 3,9 Prozent ab. 115 von 130 Wahllokalen sind ausgezählt. Auch die Bürger für Hanau (BfH) konnten ihr Ergebnis von 2006 voraussichtlich nicht halten - und würden voraussichtlich als Bündnispartner nicht benötigt, weil SPD und Grüne zusammen auf mehr als 50 Prozent kommen. BfH-Fraktionschef ist dennoch zuversichtlich: Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) habe zugesagt, weiter im Kleeblatt-Bündnis arbeiten zu wollen. Zwar war es bislang ein vierblättriges Kleeblatt, aber ein dreiblättriges gebe es ja schließlich auch: "Aber eines mit zwei Blättern kenne ich nicht." Der grüne Fraktionschef Wulf Hilbig ließ ebenfalls durchblicken, dass es in der Konstellation SPD, Grüne unds BfH weitergehen könne. Ob die Grünen jetzt den Stadtratsposten beanspruchen, den derzeit noch die FDP inne hat, ließ er offen. (pam)

Hohe Gewinne für Grüne in Kassel
21.05 Uhr: Bei der Kommunalwahl in Kassel zeichnen sich hohe Zugewinne für die Grünen ab. Nach einem Trendergebnis aus 173 der 200 Wahlbezirke liegt die Partei bei 25,75 Prozent der Stimmen und wäre zweitstärkste Fraktion nach der SPD und vor der CDU. 2006 hatten die Grünen in Kassel 15,4 Prozent der Stimmen errungen. Dem Zwischenergebnis zufolge bliebe die SPD trotz leichter Einbußen stärkste Kraft im Stadtparlament mit 36,99 Prozent. Die CDU musste demnach Einbußen hinnehmen und lag bei nur noch 23,44 Prozent. Das Wahlbündnis Kasseler Linke lag dem Trend zufolge bei 6,32 Prozent und hätte ebenfalls leicht verloren. Die FDP rutschte dem Zwischenergebnis zufolge auf 2,2 Prozent ab. Damit lag sie noch hinter der Piratenpartei, die 2,8 Prozent der Stimmen erhielt.

Große Mehrheit für Schuldenbremse
21.02 Uhr: Bei der Volksabstimmung über eine Schuldenbremse für Hessen zeichnet sich immer deutlicher eine klare Mehrheit für die Verfassungsänderung ab. Die Auszählung in mehr als 300 der 426 hessischen Gemeinden ergab am Sonntagabend eine Zwei-Drittel-Mehrheit für das Vorhaben. Stimmt die Mehrheit der Wähler dafür, wird das bereits im Grundgesetz vorhandene Schuldenverbot ab dem Jahr 2020 modifiziert auch in die Landesverfassung aufgenommen.

Kassels Oberbürgermeister Hilgen wiedergewählt
20.57 Uhr: Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) bleibt im Amt. Der 57-Jährige erhielt am Sonntag 51,32 Prozent der gültigen Stimmen und setzte sich damit gegen fünf Herausforderer durch. Für den Christdemokraten Ernst Wegener, der im Wissenschafts- und Kunstministerium arbeitet, stimmten 23,39 Prozent der Wähler, wie die Stadt mitteilte. Andreas Jürgens von den Grünen bekam 14,95 Prozent der gültigen Stimmen. Die anderen drei Kandidaten landeten weit unter 10 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,11 Prozent.

Oberursel: Schwarz-Gelb verliert die Mehrheit
20.20 Uhr: Jens Uhlig hat die Nase voll. "Ich geh jetzt", sagt der 37-jährige CDU-Fraktionschef im Rathaus. Die Union hat nach aktuellem Stand nur noch 14 Sitze im Parlament, die FDP nur zwei. Die schwarz-Gelbe Mehrheit ist dahin. Am stärksten gewinnen die Grünen, die auf zehn Sitze hoffen dürfen. Die Linke stellt erstmals einen Stadtverordneten. (jüs)

Kommunalwahl in Hessen

Hessen hat gewählt - Zahlen, Sprüche, Analysen in unserem Wahl-Spezial.

Beuth (CDU) widerspricht Gabriel (SPD)
20.15 Uhr: Der hessische CDU-Generalsekretär Peter Beuth widerspricht dem SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel, der die Wahlen als "Volksabstimmung" für den Ausstieg aus der Atomkraft bezeichnet hat. Im Rathaus in Wiesbaden sagt Beuth: "Es hat heute in Hessen eine Volksabstimmung über die Schuldenbremse stattgefunden. Ansonsten hat keine Volksabstimmung stattgefunden."

Main-Kinzig-Kreis: Stichwahl zeichnet sich ab
20.08 Uhr: Bei der Landratswahl im Main-Kinzig-Kreis deutet sich eine Stichwahl an. Nach 206 von 440 Wahlbezirken liegt Amtsinhaber Erich Pipa mit 47,2 Prozent vorne, vor Günter Frenz (CDU) mit 28,8 und Manfred Jünemann (Grüne) mit satten elf Prozent. Noch schlechter lief es für FDP-Mann Alexander Noll. Er hatte schon nicht viel erwartet, aber 2,4 sind dann auch für ihn extrem bitter. Er schiebt sein schlechtes Abscheiden der Bundes FDP in die Schuhe. "Die desolate Situation der Liberalen in Berlin gibt wohl kaum Rückenwind für die Kommunalpolitik", so Noll. (sun)

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