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18. November 2012

Hessen-Pokal Galopprennbahn: Warm-up ohne Reiter

 Von Katja Sturm
Starkes Duo: Seismos und Jockey Andrea Atzeni. Foto: Andreas Arnold

Nach einer Solorunde vor dem Start gewinnt Seismos unter Jockey Andrea Atzeni den Hessen-Pokal auf der Frankfurter Galopprennbahn.

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Nach einer Solorunde vor dem Start gewinnt Seismos unter Jockey Andrea Atzeni den Hessen-Pokal auf der Frankfurter Galopprennbahn.

Andreas Wöhler ist ein Routinier im Trainergeschäft. Einer, der bestens einzuschätzen weiß, mit welchen Chancen seine Galopper auf die Bahn gehen. Und doch musste der 50-Jährige nach der Entscheidung im Hessen-Pokal am Sonntag in Frankfurt eingestehen, dass er selbst nicht erwartet hatte, den von ihm betreuten Seismos zuerst an der Zielmarke vorbeilaufen zu sehen. „Das spricht für das Pferd“, erklärte der Gütersloher.

Dass dieses schnell ist, seine Chancen haben würde in dem letzten europäischen Gruppe-Rennen des Jahres, darüber bestand spätestens seit Seismos’ Erfolg bei seinem zuvor einzigen Saisonstart im Oktober in Baden-Baden kein Zweifel. Doch der Mitfavorit des mit 55.000 Euro dotierten Hessen-Pokals für dreijährige und ältere Pferde geriet vor dem Rennen ins Stolpern. Auf dem Weg zum Start kam Seismos auf der Niederräder Sandbahn außer Tritt und entledigte sich seines Jockeys Andrea Atzeni. Der Vierjährige galoppierte reiterlos eine ganze Runde, bevor er eingefangen wurde. Was ihn kräftemäßig stark hätte schwächen können, erwies sich für den Wallach als geeignetes Warm-up. Auf der Zielgeraden zog er im Rennen locker an dem vom Start weg führenden Quinindo unter Stephen Hellyn vorbei und lief, direkt gefolgt von Petit Chevalier unter Andrasch Starke, zuerst ins Ziel.

Für den Italiener Atzeni war es ein perfektes Debüt am Main. Seismos habe sich sehr gut und überhaupt nicht müde angefühlt, erklärte der Jockey. „Es gibt gute und schlechte Pferde, und er ist eben ein gutes.“ Ein ausdauerndes zudem. Denn der Wallach eignet sich auch für längere Strecken bis zu 2600 Meter. Was erklärt, warum er trotz Extrarunde nicht vorzeitig außer Puste kam. Zudem hat Seismos noch keine lange Saison hinter sich. Nach der in diesem Jahr erfolgten Kastration habe er lange Zeit gebraucht, „in Gang zu kommen“, erklärte Wöhler. In der jetzt offenbar guten Form soll er in drei Wochen noch einmal in Dubai ins Rennen gehen. Für seine Besitzer, sollten sie dabei sein, bedeutet das einen erheblich längeren Anreiseweg als diesmal. Die Familie Faust, die auf ihrem Gestüt Karlshof an der Bergstraße erfolgreich Vollblüter züchtet, ist in Frankfurt ansässig, nur wenige hundert Meter von der Rennbahn entfernt.

„Wir haben keine Sekunde überlegt, das Pferd nicht starten zu lassen“, sagte Rennstall-Manager Holger Faust. Es hatte sich beim Stolperschritt nur eine Schramme am Bein zugelegt; zudem gebe es keine Regel, wie sich so eine Soloeinlage direkt vor dem Start auswirkt. Seismos habe bewiesen, „dass er ein richtiges Rennpferd ist“.

Zeitz zieht aus

Der Frankfurter Renn-Klub hatte schon zuvor ein positives Fazit der Saison 2012 gezogen. Daran will das Team um Präsidentin Christiane Weil-Daßbach und Rennleiter Philipp Riethmüller im nächsten Jahr anknüpfen. Zumal es ein ganz besonderes ist. Am 23. August 1863 fand auf dem Roßmarkt das erste Pferderennen in Frankfurt statt. Genau 150 Jahre später bietet dies Anlass zum Feiern und einem Freitags-Renntag. Insgesamt sind sieben Renntage, überwiegend sonntags, geplant. Der Ende Oktober, der stets mit dem Marathon kollidierte, wird nicht mehr ausgetragen.

Auch sonst stehen Veränderungen an. So wird Trainer Clemens Zeitz seinen Stall bis Ende des Monats aufgelöst haben. Der 63-Jährige hat sich mit Rennbahn-Mieter Manfred Hellwig, der ihm schon bei der Übernahme vor fast zwei Jahren gekündigt hatte, auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Der ehemalige Fußballprofi Markus Münch, der zu Jahresbeginn in Niederrad eingezogen war, muss sich einen neuen Coach suchen: Hardy Hötger verließ Frankfurt in Richtung Köln, um dort als Co-Trainer bei Andreas Löwe anzuheuern. Auch einer der Routiniers im Galopper-Geschäft.

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