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Meist erfolglos auf Beutejagd

Die Frankfurt Redbacks laufen in der Australian Football League der Konkurrenz hinterher / Einziger Sieg am letzten Hauptrundenspieltag

Zum Abschluss der Australian Football League haben die Frankfurt Redbacks am Samstag im Ostpark die Hamburg Dockers zwar nicht aufgefressen, aber immerhin souverän mit 60:32 (13:10, 27:22, 40:29, 60:32) besiegt. Ein versöhnlicher Saisonausklang für die Frankfurter, die damit am sechsten und letzten Rundenspieltag ihren einzigen Sieg feiern durften.

Redbacks gehören zu den Spinnentieren. Genauer zu den Schwarzen Witwen, die sich als Kannibalen auch gegenseitig verspeisen. Die Spinnen kommen aus Australien. Das ist allemal Grund genug für die Frankfurt Redbacks, die schwarzen Tiere mit dem roten Strich auf dem Rücken stolz als Wappentier zu tragen. Das tun sie in Frankfurt seit 1995. "Zwei Drittel Rugby und ein Drittel Fußball", bringt der am Samstag erfolgreichste Torjäger Martin Schütz das Wesen des Spiels prägnant auf den Punkt. Anders als bei der amerikanischen Footballvariante oder beim Rugby sind Tore nur dann ertragreich (mit sechs Punkten), wenn sie mit dem Fuß erzielt werden. Touchdowns, also das Tragen oder Ablegen des Spielgerätes hinter der Torlinie, sind nicht das Ziel.

Von Anfang an ist der Vereinsvorsitzende Malte Schudlich hier aktiv. Seither hat das Frankfurter Team mit wechselndem Erfolg gespielt. Vor vier Jahren waren die Footballspieler deutscher Meister, in diesem Jahr setzte es meist hohe Niederlagen.

Insgesamt gibt es sechs Vereine, die den australischen Volkssport in Deutschland betreiben. Wie erfolgreich sie das tun, hängt nicht zuletzt vom Anteil australischer Spieler in den einzelnen Mannschaften ab. Rund 70 Prozent im Team kommen bei den Kölner Rheinland Lions aus dem Heimatland der Sportart, die im Moment die Liga dominieren. Bei Frankfurt sind es rund ein Drittel.

Beim Finale nicht dabei

Wer den harten Männersport von Kindesbeinen an betreibt, hat den ehrgeizigen, aber meist spät zu dieser Sportart hinzukommenden Nicht-Australiern zu viel voraus. "Viele meiner Spieler sind jung und motiviert" erzählt Schudlich, der von einer Umbruchsaison spricht. Er selbst hat zwei Jahre in Australien gelebt und kam vor Ort zu der Sportart. Die älteren Spieler haben zumeist ähnliche Geschichten zu erzählen. So auch der im Frankfurter Kulturzentrum Batschkapp als Konzertveranstalter tätige Martin Schütz, der in Australien Verwandte besuchte und ein Footballspiel als Ausflugsziel präsentiert bekam. Mittlerweile ist der einstige Basketballspieler 40 Jahre alt und hat "Erfahrung aus 15 Jahren. Das können die jüngeren deutschen Spieler nicht ausgleichen."

Am Samstag steuerte der Forward als Angreifer 26 Punkte zur Bilanz seines Teams bei. Vor allem durch gutes Stellungsspiel, sicheres Fangen des Footballs und gerade Kicks auf das gegnerische Tor. Dass man als Footballspieler neben balltechnischen Fähigkeiten auch einstecken können muss, versteht sich. In den Viertelpausen des insgesamt mehr als 80 Minuten andauernden Matches sieht man doch einige Spieler, die interessiert ihre diversen Kratzspuren am Körper begutachten. Auf einen Außenstehenden wirkt es ein wenig wie Trophäensuche. Ernsthafte Verletzungen jedoch blieben aus. Kein einziger Spieler konnte das Spiel nicht beenden.

"Von den Fahrten haben wir Bundesliganiveau, vom Sport gehobene Kreisliga", zieht Schütz einen ansprechenden Vergleich zum Fußball. Am Grand Final Day, der am 5. September in Frankfurt die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft bringen wird, kann sich ab 15 Uhr im Ostpark jeder noch mal ein eigenes Bild machen. Die Frankfurter spielen als Tabellen-Schlusslicht nicht mit. "Das ist ein Fluch, aber vor der organisatorischen Seite ein Segen", sagt Redbacks-Chef Schudlich. Wer auch einmal das Ei kicken will, kann das am gleichen Tag um 11 Uhr tun. "Spiel Footy mit uns", heißt dann die Aufforderung für Jedermann.

Autor:  Nanette-Natalie Naumann
Datum:  24 | 8 | 2009
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