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12. Dezember 2012

Reitturnier Frankfurt: Adventsreiten in der Festhalle

 Von Katja Sturm
Favoriten im Viereck: Nadine Capellmann auf Girasol. Foto: imago

Pferdesportler aus 21 Nationen messen sich ab Donnerstag in Frankfurt. Matthias Rath und Totilas werden nicht am Start sein.

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Adventszeit und Festhallen-Reitturnier gehören für Ann Kathrin Linsenhoff untrennbar zusammen. So wollte die Kronbergerin, deren Eltern 1955 das Frankfurter Pferdesportevent initiierten, auch nicht zustimmen, als der Weltverband FEI eine Verschiebung in den März oder Oktober vorschlug. Das Beharren auf der Tradition, die vom 13. bis 16. Dezember zum 41. Mal gefeiert wird, kostete die Dressur-Kür in der Gud Stubb ihren Weltcup-Status. Das Starterfeld kann sich dennoch sehen lassen.
Zwar wird Linsenhoffs Stiefsohn Matthias Rath mit dem Millionenpferd Totilas nicht dabei sein, weil er sich unter seinem neuen Trainer Sjef Janssen im Neuaufbau befindet. Auch Olympiasiegerin Isabell Werth hat kurzfristig noch abgesagt. Beim Londoner Weihnachtsturnier wurde der Grand Prix auf den kommenden Montag verlegt; der Rheinbergerin, die unbedingt an der Themse reiten will, ist es offenbar zu riskant, am Sonntag dann noch am Main zu sein.

90000 Euro Preisgeld in der Dressur

Doch durch Dorothee Schneider und Helen Langehanenberg, die in Frankfurt allerdings nur ihr Nachwuchspferd Rohjuwel im Burgpokal vorstellt, ist immerhin die Hälfte der mit Silber dekorierten deutschen Olympiaequipe vertreten. Zudem haben Nadine Capellmann und Hubertus Schmidt zugesagt, die beide schon Teamgold bei den Spielen gewannen. Die internationale Konkurrenz führen die frühere Weltcup-Zweite Nathalie zu Sayn-Wittgenstein aus Dänemark und der Europameisterschaftsdritte Patrik Kittel aus Schweden an.
Als Lockmittel diente einerseits die für Dressurverhältnisse hohe Dotierung der Großen Tour, bei der es insgesamt etwa 90000 Euro zu verdienen gibt. Neben Grand Prix und Kür wird dabei auch ein Spécial geritten. „Wir wollten den technischen Teil nicht vergessen“, erklärt Linsenhoffs Ehemann Klaus-Martin Rath. Der käme im Winter, wo die Weltcup-Serie in der Kür entschieden wird, sowieso zu kurz. Im Hinblick auf die EM im nächsten Jahr sei er aber durchaus von Bedeutung, da einer der Einzeltitel in diesem zweiten Prüfungsteil vergeben wird.
Attraktiv für die Dressurspezialisten, unter die sich auch Ingrid Klimke, Team-Olympiasiegerin in der Vielseitigkeit, mischt, ist aber auch, dass diesmal gleich zwei Finals für junge Pferde auf dem Programm stehen. Neben dem des Burgpokals, der inoffiziellen deutschen Meisterschaft der sieben- bis neunjährigen Pferde, auch das des Louisdor-Preises für acht- bis zehnjährige, der von den Reitern als optimaler Übergang in den Grand Prix angesehen wird.

21 Nationen beim Springen

Auch mit dem Starterfeld im Springen sind die Veranstalter mehr als zufrieden. Zwar fehlt der komplette Stall Beerbaum, dafür vertreten der neue Weltranglistenerste Christian Ahlmann und zwei Mannschafts-Weltmeister von Kentucky 2010, Marcus Ehning und Janne Friederike Meyer, den Championatskader.
Zu den Lokalmatadoren, die es auf einen Sieg im Großen Preis am Sonntag abgesehen haben, gehören Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg (Homberg/Ohm) sowie die beiden Nationenpreis-Reiter David Will (Pfungstadt) und Angelina Herröder (Büttelborn). Sie bekommen es im Parcours unter anderem mit Marc Houtzager zu tun, Olympiazweiter mit dem Team der Niederlande, und dem EM-Fünften Henrik von Eckermann aus Schweden.
Mit Teilnehmern aus 21 Nationen befinde man sich bei dem mit 380000 Euro dotierten Turnier sogar über dem selbst festgelegten Soll, sagt Rath. Als Präsident des Hessischen Reit- und Fahrverbandes liegt dem Dressurtrainer allerdings auch der Hessentag am Donnerstag sehr am Herzen, bei dem sich die Vereine der Region einerseits in sportlichen Prüfungen, andererseits auch beim abendlichen Showwettbewerb vor erfahrungsgemäß großer Kulisse präsentieren dürfen.
Ann Kathrin Linsenhoff kann die Vorfreude auch der jüngsten Teilnehmer dabei bestens nachempfinden. Die Mannschafts-Olympiasiegerin, die 2009 mit Wahajama in der Festhalle aus dem Turniersport verabschiedet wurde, weiß, wie es sich anfühlt, vor Tausenden von Zuschauern zu reiten, die einem begeistert zujubeln. „Das sind Erlebnisse, die einem keiner mehr nehmen kann.“

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