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Spielereien erlaubt

Der Frankfurter Bundesstützpunktleiter der Schwimmer, Martin Grabowski, will neue Reize setzen und damit für zusätzliche Motivation sorgen

Treppenlaufen ist angesagt. Jeden Montagnachmittag, fünf Wochen lang. Hessens beste Schwimmer sollen damit fitgemacht werden für die Wintersaison, und der Schauplatz, die beeindruckende Frankfurter Arena, soll beim kraftraubenden, aber auch -entwickelnden Auf und Ab den besonderen Kick geben.

Neue Reize zu setzen und damit bei sportlicher Aktivität für viel Motivation zu sorgen, das hat sich der Frankfurter Bundesstützpunktleiter Martin Grabowski für die nächsten Wochen, nach einer wohlverdienten Sommerpause, vorgenommen. Belastungen abseits von Kacheln und Startblöcken wie ein Ausflug ins Ruderboot stehen dabei auf dem Programm. Und sicher kann auch Shila Sheth mit ihren Ideen frischen Wind ins bisweilen stumpfe Wassertraining bringen. Die 31-Jährige, vormals Co-Trainerin beim deutschen Mannschaftsmeister SC Wiesbaden, ist seit 1. August Nachfolgerin von Grabowski als hessische Landestrainerin. "Sie ist auf dem neuesten Stand und offen für neue Dinge", lobt Grabowski die dritte Frankfurter Kraft neben ihm und Nachwuchstrainer Martin Lobstedt.

Das Trainerteam ist damit komplett, die sowieso schon hervorragenden Bedingungen am Main, laut Grabowski die besten in Deutschland, seien damit um einen weiteren wichtigen Faktor reicher. Lobstedt kann sich jetzt noch intensiver um den Nachwuchs kümmern, denn der habe vor seinem Amtsantritt vor einem halben Jahr noch brachgelegen im Landesverband.

Der Topbereich habe sich derweil besser entwickelt, als es Grabowski bei seinem Dienstbeginn vor einem Jahr in Frankfurt, damals noch als Landestrainer, erwartet hätte. Eine Entwicklung etwa, wie sie die Frankfurterin Sarah Köhler, Fünfte der Jugendeuropameisterschaft in Prag, durchmachte, habe man nicht voraussehen können. Eine Basis sei also gelegt, die es nun zu festigen gelte. Zu 90 Prozent wisse man jetzt, bei welchem Schwimmer welches Trainingssystem funktioniert. Doch ein paar Spielereien wird man sich weiterhin erlauben, um im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012 sicher sein zu können, wer sich am besten wie auf die wichtigen Wettkämpfe vorbereitet.

Noch einmal in Hightech

Dabei sollen auch in der meist nicht so wichtig genommenen Kurzbahnsaison Erfolge herausspringen. "Für mich zählt da die Leistungsentwicklung, für die Öffentlichkeit aber Medaillen", sagt Grabowski. So werden seine Schwimmer in den verbleibenden Monaten bis zur angekündigten Regelmodifizierung am 1. Januar weiter in den Erfolge versprechenden Hightech-Anzügen starten. Das verspreche eine spannende Kurzbahn-EM in Istanbul, "weil jeder sich noch einmal beweisen will". So auch Marco Koch, der nach Verpassen des WM-Finals über 200 Meter Brust sehr niedergeschlagen gewesen sei. Es habe dem 19-Jährigen noch an der nötigen Abgebrühtheit gefehlt, sagt Grabowski. "Aber sein Talent hat er bewiesen, der Rest ist ein Lernprozess."

Den wird Koch, der sich wie sein Darmstädter Vereinskollege Yannick Lebherz für drei Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet hat, in Zukunft zu großen Teilen in Frankfurt durchlaufen. Das nächste Etappenziel deutet sich dabei schon an: In der Türkei, glaubt Grabowski, könnte Koch für einen neuen Weltrekord auf seiner Spezialstrecke sorgen.

Im kommenden Jahr müssen sich die hessischen Schwimmer dann im Sommer eine andere Bleibe suchen. Das Trainingsbad in der Sportschule des Landessportbundes Hessen wird renoviert. Unter anderem bekommt es neue Startblöcke, was der Stützpunktleiter für besonders wichtig erachtet, da "der Start beim Schwimmen eine immer größere Rolle spielt". Nach der deutschen Meisterschaft werden die Hessen deshalb für drei Monate in ein nahe gelegenes Freibad umsiedeln. Im Hinblick auf die dann anstehende EM unter freiem Himmel in Budapest sowieso ein sinnvolles Unterfangen. Und vielleicht auch die Möglichkeit, mal wieder einen neuen Reiz zu setzen.

Autor:  Katja Sturm
Datum:  31 | 8 | 2009
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