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Frankfurt City Triathlon: Entertainment für Frühaufsteher

Meike Krebs und Horst Reichel gewinnen die Premiere des Frankfurter City-Triathlons. Meike Krebs sprach von einem "perfekten Rennen".

        

Triumph in der Heimat: Triathletin Meike Krebs.
Triumph in der Heimat: Triathletin Meike Krebs.
Foto: Michael Schick

Kurz nach ihrem Sieg beim Frankfurter City-Triathlon ließ Meike Krebs ihrer Begeisterung freien Lauf: „Das war ein perfektes Rennen, die Laufstrecke ist einfach sensationell.“ In 2:12,50 Stunden hatte die Lokalmatadorin den Wettkampf über die olympische Distanz vor der Koblenzerin Katja Rabe und Nicole Leder (Darmstadt) für sich entschieden und profitierte dabei von ihrer glänzenden Verfassung und einer speziellen Motivation: „Ich bin hier, weil ich Frankfurterin bin. Allein schon deshalb ist es ein Muss, hier dabei zu sein“, sagte die 28 Jahre alte Profi-Triathletin, die überzeugt ist, dass sich das heuer erstmals ausgetragene Triathlon-Event etablieren wird.

Krebs, die im Ziel am Rossmarkt wie Espenlaub zitterte, monierte allerdings den Zeitplan des Eliterennens, das um sieben Uhr morgens am Langener Waldsee begonnen hatte. „Schade, dass es so früh war. Unterwegs haben leider nur ein paar Obdachlose Unterhaltung gehabt. Und es war auch einfach zu kalt“, kommentierte die in einen Pullover eingemummelte Siegerin, die im November in Florida noch einen Ironman bestreiten will.

Schwimmen im Main geplant

Dieser Problematik ist sich Cheforganisatorin Annette Gasper vollauf bewusst. Da die B 44 zwischen dem Langener Waldsee und Frankfurt jedoch schon um 10.40 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden musste, sei eine moderatere Startzeit nicht möglich gewesen: „Wir werden aber grundlegend darüber nachdenken müssen, ob wir das Schwimmen kommendes Jahr nicht in den Main verlegen. Dann wären wir schon mal in Frankfurt und könnten das Eliterennen später starten“, sagte Gasper, die diesbezüglich jedoch auch Nachteile erkennt − vor allem was die Wasserqualität angeht.

Kein Problem mit der Kälte hatte jedenfalls Horst Reichel (TuS Griesheim), der bei den Männern den Sieg davontrug in 1:55,25 Stunden und mit deutlichem Vorsprung auf den neuseeländischen Kurzdistanzspezialisten Callum Millward und seinen lange Zeit zweitplatzierten Vereinskollegen Marko Schlittchen. Reichel, der als deutscher Vizemeister über die Mitteldistanz und ehemaliger Leistungsschwimmer zum engen Favoritenkreis zählte, hatte sich einen Podiumsplatz insgeheim ausgerechnet. „Aber irgendwann hab ich den Überblick verloren, ich wusste nicht, wo ich liege. Deshalb hab ich auf dem Rad bis zum Umfallen performed.“ Der 28 Jahre alte Lehramtsstudent, der darüber enttäuscht war, dass es für einen hessischen Doppelsieg nicht ganz reichte, wurde so gesehen von seiner eigenen Unwissenheit zum Sieg getrieben. Vier Minuten Vorsprung holte er auf dem Fahrrad heraus. Im Ziel war Reichel dennoch nicht kaputt, was an der olympischen Distanz auch wieder das Schöne ist.

Damit schließt sich der Kreis zur Gesamtintention der Veranstaltung, die in erster Linie ein Angebot für ambitionierte Freizeitsportler sein soll, die sich einen Ironman nicht zumuten wollen oder keine Zeit haben, den dafür nötigen Trainingsaufwand zu betreiben. Dass besonders bei Teilnehmern der Altersklasse 40 plus der pseudo-professionelle Blick auf die Uhr das erste Ritual im Ziel war, versteht sich von selbst. Der Ausdauersport lebt mit und von der Midlife-Crisis.

Autor:  Margit Rehn
Datum:  6 | 9 | 2010
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