Plötzlich steht es vor einem, das monumentale Tier aus Beton, Holz oder Stahl und man erschrickt für einen Moment – bis klar wird, dass es sicherlich nicht auf einen zurennen wird. Ob Riesenhund, Schafkopf oder Elefant: Gebäude mit tierischem Antlitz sind ein echter Hingucker. Meist werden die unübersehbaren Monumente binnen kurzer Zeit zum Aushängeschild einer Region. Für alle sichtbar überragen sie das Stadtbild und sind daher Besuchermagneten.
Aus diesem Grund wird die Tiergestaltung nicht selten als groß platziertes Werbemittel verwendet. Ein riesiges Merino-Schaf etwa lädt im australischen Goulburn zum Woll-Kauf ein. Im Dog Bark Inn in Idaho können Tierfreunde in einem riesigen Holz-Hund übernachten – schon von weitem wird das Bed & Breakfast leicht gefunden.
Sheep Building – Tirau, Neuseeland
Hier denkt jeder sofort an Wolle: Das riesige Schafsgebäude in Tirau beherbergt einen Wollspeicher und ein Wollgeschäft. Ein gelungener Werbeeffekt für die heimische Produktion. Direkter Nachbar des Riesenschafs ist übrigens ein ebenso stattlicher Schafshund, in seinem Schlund ist das Informationszentrum der Stadt untergebracht.
Foto: Flickr/PhillipCViele tierische Gebäude sind auch als Kunstprojekt entstanden, wie etwa der Glaselefant im Maximilianpark Hamm. Andere werden inzwischen wie Kunst-Heiligtümer behandelt, zum Beispiel die 130 Jahre alte Elefantendame Lucy in New Jersey, die inzwischen ein Museum ist.
Nicht immer ist das auffällige tierische Aussehen Ziel der Erbauer: Viele Architekten orientieren sich beim Entwurf ihrer Gebäude einfach an tierischen Formen. Die sieht man den fertigen Bauwerken dann natürlich an, wie zum Beispiel Frank Gehry's Fisch in Barcelona.
Und manche Gebäude werden eher unfreiwillig mit Tieren und deren Behausungen assoziiert. Das Pekinger Olympiastadion wird als Vogelnest verspottet, das Haus der Kulturen in Berlin längst nur noch "Schwangere Auster" genannt. (ig)
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