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20. November 2012

Cockpit-Studie: Jeder dritte Pilot ist schon eingenickt

Jeder dritte Pilot in Europa ist schon einmal hinter dem Steuerknüppel eingeschlafen. Foto: dpa

Als Fluggast will man es eigentlich nicht wissen: Laut einer neuen Umfrage ist jeder dritte Flugkapitän im Cockpit schon einmal eingeschlafen. Viele berichten sogar, aus Müdigkeit Fehler gemacht zu haben. Bessere Arbeitszeiten wären die Lösung.

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Jeder dritte Pilot in Europa ist einer Umfrage zufolge schon einmal hinter dem Steuerknüppel eingeschlafen. Neun von zehn Piloten waren demnach im Cockpit schon einmal zu müde, um weiterfliegen zu können. Vier von fünf deutschen Flugzeugführern berichten, dass sie aus Müdigkeit Fehler gemacht haben. Das geht aus einer Umfrage der europäischen Pilotenvereinigung Cockpit bei 6000 Flugzeugführern hervor. Ein Sprecher der Vereinigung Cockpit e.V. bestätigte die Angaben. „Aus meiner eigenen Erfahrung halte ich die Ergebnisse auch für realistisch“, sagte der Pilot.

Erlaubt sind Einsätze von 14 Stunden

Viele Piloten fordern bessere Arbeitszeitregelungen.
Viele Piloten fordern bessere Arbeitszeitregelungen.
Foto: dpa

Die Flugzeugführer wehren sich laut Cockpit deshalb gegen die bestehenden Arbeitszeitregelungen, aber auch gegen die Pläne der Europäischen Luftsicherheitsbehörde (EASA) für künftige Regelungen. „Grundsätzlich sind die Flugdienstzeiten zu lang“, sagte der Pressesprecher der Organisation, Jörg Handwerg. Die Piloten hielten einen Einsatz von bis zu zwölf Stunden für vertretbar, erlaubt seien aber Einsätze von bis zu 14 Stunden.

Auf Kritik der Piloten stößt auch ein EU-Gesetzesvorschlag, den eine Arbeitsgruppe der EASA fertiggestellt hat. Er sieht nach Handwergs Darstellung vor, dass Piloten nachts bis zu elf Stunden im Einsatz sein können, obwohl Mediziner höchstens zehnstündigen Nachteinsatz empfehlen, weil ansonsten die Gefahr von Übermüdung drohe.

Damit der Vogel auch sicher ankommt, sollte der Pilot lieber wach bleiben.
Damit der Vogel auch sicher ankommt, sollte der Pilot lieber wach bleiben.
Foto: dpa

„Nicht gut“, lautet Handwergs Kommentar. Im Augenblick allerdings sei die Situation noch schlimmer, derzeit seien Einsätze von fast zwölf Stunden pro Nacht erlaubt. Die EASA habe zunächst auch zwölfstündige Nachteinsätze anvisiert, nach der Stellungnahme der Wissenschaftler habe sie ihren Vorschlag dann auf elf Stunden verringert. Nach Handwergs Angaben soll der Gesetzesvorschlag zur Verordnung werden. Die einzelnen EU-Mitgliedsländer, die derzeit noch Einflussmöglichkeiten auf nationaler Ebene hätten, könnten dagegen nichts mehr unternehmen. (dpa)

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