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16. März 2013

Netzwerk Roomsurfer: Bett-Schnäppchen und neue Freunde

Ein Privatbett mieten und neue Leute treffen. Foto: dpa

Das Netzwerk Roomsurfer will Reisende und Gastgeber mit gleichen Interessen zusammenbringen. Im Idealfall finden Besucher so nicht nur eine günstige Übernachtung, sondern auch gleich eine Party-Begleitung oder einen Mitstreiter fürs Museum.

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Hotel war gestern – gerade junge Leute reisen heute gerne individuell, sie übernachten in Privatzimmern oder quartieren sich bei Fremden auf der Couch ein. Das ist zum einen sehr günstig und zum anderen viel persönlicher. Denn der Host (Gastgeber) bietet meist nicht nur sein Bett oder das Wohnzimmer an, sondern dient auch als Fremdenführer und Party-Begleiter.

Genau diesen sozialen Aspekt, wie ihn auch schon Portale wie Couchsurfing etabliert haben, verfolgt nun das neue Gastfreundschaftsnetzwerk („Social Travel Network“) Roomsurfer: Reisende und private Gastgeber sollen zusammengebracht werden – und zwar gezielt diejenigen mit ähnlichen Interessen.

Ziel suchen, Interessen eingeben, Match finden

Das Prinzip ist einfach: Auf roomsurfer.com gibt man ein Reiseziel seiner Wahl (zum Beispiel London), einen Preisrahmen und die eigenen Interessen (zum Beispiel Kunst und Musik) ein und bekommt dann gezielt geeignete Gastgeber vor Ort angezeigt. Über ein so genanntes Matching-Verfahren, das mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt wurde, finden sich so Menschen mit gleichen Hobbies, Zielen und Reisevorstellungen.

Roomsurfer.com will Reisende mit netten Gastgebern zusammen bringen.
Roomsurfer.com will Reisende mit netten Gastgebern zusammen bringen.
Foto: Screenshot

So bekommt ein Party-Fan den geeigneten Feierpartner und ein Bildungsreisender jemanden für das historische Museum. Im Idealfall entsteht daraus ein besonders Urlaubserlebnis. Das selbst verkündete Ziel von Roomsurfer ist es, dass sich Reisende aus aller Welt zuhause fühlen und nette Einheimische treffen. Und dass diese ihre Welt mit anderen teilen und neue Kontakte knüpfen können.

Hat man einen Gastgeber ausgewählt, kann direkt auf der Seite gebucht oder reserviert werden. Die Reisen werden im eigenen Profil unter „Meine Trips“ aufgelistet.

In English, please!

Das Portal, geführt von einem internationalen Start-up-Unternehmen aus Berlin, richtet sich an Besucher weltweit und ist rein englischsprachig. Die Infos der Gastgeber findet man aber oft in mehreren Sprachen. Die Hosts stellen sich mit Foto und persönlichem Text vor. Zudem gibt es eine Beschreibung und Bilder der Unterkunft, Informationen zur Lage der Wohnung und zu möglichen Unternehmungen in der Umgebung. Im Profil der Gastgeber werden Buttons angezeigt, die sie zum Beispiel als „Verified User“ („überprüfter Nutzer“) kategorisieren.

Facebook-Anmeldung ist Pflicht

Um bei Roomsurfer mitzumachen, muss man sich aber zunächst über Facebook einloggen. Das bedeutet, dass die Anwendung Zugriff hat auf alle Infos, die man dort teilt, auch Profileinträge und Statusmeldungen. Nutzer sollten dies im Hinterkopf behalten. Auch Informationen aus Diensten wie LinkedIn, Google+, Spotify oder Foursquare können herangezogen werden. Nach eigenen Angaben des Unternehmens werden die Informationen unter strenger Beachtung des Datenschutzes verwendet.

Ein Testbesuch auf Roomsurfer.com zeigt: Noch ist das Gastgeber-Angebot nur in den großen Städten wie London, Barcelona oder Berlin umfangreich. Im schottischen Edinburgh beispielsweise ist bisher nur ein Gastgeber gelistet. Dafür sind auch ab und zu ungewöhnliche Ziele wie Giza in Ägypten oder Mansfield in Australien dabei. Für 20 Euro dort ein Zimmer bei netten Leuten zu buchen, das könnte ein echtes Abenteuer sein – nicht nur für junge Reisende. (iw)

Von Couchsurfing bis zum Volunteer-Job – in unserer Bildergalerie gibt es weitere Spartipps für Individualreisende.

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