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08. Juli 2010

Artenschutz kennt keine Grenzen: Affenfleisch, Bärenfelle und Tigerpflaster

Wasser Foto: dpa

Trotz aller Verbote bringen Urlauber immer wieder geschützte Tierarten nach Deutschland. Fernsehspots sollen bei den Reisenden jetzt das Bewusstsein für den Artenschutz schärfen.

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Berlin –  

Trotz aller Verbote bringen Urlauber immer wieder viele geschützte Tierarten mit dem Flugzeug nach Deutschland. Fernsehspots sollen bei den Reisenden jetzt das Bewusstsein für den Artenschutz schärfen.

Viele Touristen wissen gar nicht, dass Reisemitbringsel wie Korallen sie teuer zu stehen kommen können. Bei Souvenirs, die unter ein Artenschutzabkommen fallen, drohen Geldbußen bis hin zu mehreren hundert Euro. Bundesbehörden wie der Zoll empfehlen Urlaubern deshalb zum Beginn der Hauptreisezeit, sich vor dem Aufbruch online über die Artenschutzabkommen zu informieren.

Jedes Jahr beschlagnahmt der Zoll in Deutschland große Mengen illegaler Reisemitbringsel - unter anderem in Koffern am Flughafen, die bei Stichproben auffallen. 2007 entdeckten die Zöllner 14.000 geschützte Tiere und Pflanzen, 2009 waren es schon mehr als 39.000.

Nicht alles gehe aufs Konto von Touristen, sagt Zollamtsleiter Christian Böhm vom Flughafen Berlin-Tegel. Auch über das Internet werde eifrig bestellt, was nach Deutschland nicht eingeführt werden darf: Affenfleisch, Bärenfelle oder Tigerpflaster zum Beispiel.

Schildkröten im Handgepäck

Entsetzt sind die Zöllner, wenn sie lebende Tiere in einem Koffer finden. Ein krasses Beispiel: Ein Berliner Tourist hatte im Jahr 2009 sechs ägyptische Landschildkröten mit Klebeband zusammengebunden und im Handgepäck versteckt, erzählt Böhm. Nur zwei Tiere überlebten.

Am Flughafen Frankfurt hätten Zöllner im Rucksack einer Touristin fünf Eier seltener Meeresschildkröten von den Seychellen gefunden, erzählt Beate Jessel, Leiterin des Bundesamts für Naturschutz in Bonn. Der Frankfurter Zoo ließ die Eier ausbrüten und päppelte die geschlüpften Tiere auf. Dann brachte eine Fluggesellschaft die ungewöhnlichen Passagiere kostenlos zum Auswildern in ihre Heimat.

Mit Fernsehspots des Bundesamtes wollen deutsche Ferienflieger ihren Gästen in diesem Sommer an Bord mehr Bewusstsein für den Artenschutz vermitteln: Auf den Bildschirmen laufen kurze, mahnende Filme. Schwierig bleibt Artenschutz aber in jedem Fall. In armen Ländern ist es der Bevölkerung oft nur schwer zu vermitteln, dass schon abgebrochene Korallen vom Riff ein schwerer Frevel an der Natur sind. Sie bringen beim Verkauf an Touristen eben Geld, und das zählt.

Artenschutz-Hunde schnüffeln

Deutsche Zöllner können aber nicht wissen, ob eine Koralle am Strand gefunden oder gekauft wurde - auch deshalb sind alle Korallenarten als Souvenirs verboten. An den Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt schnüffeln inzwischen "Artenschutz-Hunde" die Koffer von Fernreisenden ab. Nach Eröffnung des neuen Flughafens in Berlin soll künftig auch dort ein vierbeiniger Kollege die Zöllner unterstützen. (dpa/tmn)

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