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18. August 2014

Taxen in Prag: Flugblatt gegen Taxi-Mafia

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In Prag gibt es zu viele Taxis. Um ihr Einkommen aufzubessern, greifen viele Fahrer zu unlauteren Methoden.  Foto: Imago

Seit Jahren kämpft die Stadtverwaltung gegen die üblen Praktiken der Prager Taxifahrer. Doch allen Razzien und Strafverfahren zum Trotz erfinden die Fahrer immer neue Methoden, um Touristen abzuzocken. Ein neuer Flyer soll Fahrgäste jetzt über ihre Rechte aufklären.

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"Falls Sie mit der vom Taxi-Fahrer geleisteten Dienstleistung nicht zufrieden sind, rufen Sie unverzüglich den Notruf 156 an und warten Sie auf die Ankunft der Stadtpolizeistreife." Diesen deutlichen Ratschlag gibt die Prager Stadtverwaltung Besuchern in einem in mehreren Sprachen aufgelegten Informationsblatt, das über die Rechte von Taxifahrgästen und die Pflichten der Fahrer aufklärt.

Und Gründe, mit der Dienstleistung von Taxifahrern nicht zufrieden zu sein gibt es in Prag eine ganze Menge: Neben ruppigen Umgangsformen, ungepflegtem Äußeren und schmutzigen, klapprigen Autos ist es vor allem der oft weit überhöhte Fahrpreis, der den legendär schlechten Ruf der Prager Taxis und ihrer Fahrer ausmacht.

Nicht selten bezahlen ausländische Fahrgäste das Zehnfache des erlaubten Preises für eine gewöhnliche Stadtfahrt. Manche Fahrer besitzen sogar die Frechheit, die weit überhöhten Preise offiziell an ihren Autos anzuschreiben: Statt wie erlaubt höchstens 28 Kronen (ca. 1 Euro) pro Kilometer verlangen sie 99 Kronen. Auch die Grundtaxe schnellt von den per Verordnung geregelten 40 Kronen auf die Doppel-Neun, für die Wartezeit, die maximal sechs Kronen pro Minute kosten darf, werden ebenfalls Fantasiesummen berechnet.

Gegen diese räuberischen Methoden ging die Stadtpolizei in der Vergangenheit mit Razzien vor und ließ unerlaubt in der Innenstadt auf Fahrgäste wartende Wucher-Taxis abschleppen oder stilllegen. Mitunter kam es dabei vor den Augen erschrockener Touristen zu wüsten Schlägereien zwischen Polizisten und wütenden Taxifahrern.

Legendär sind auch die Kontrollfahrten, die der frühere Oberbürgermeister Pavel Bém als Tourist verkleidet unternahm: Regelmäßig wurde das Stadtoberhaupt dabei von unehrlichen Taxifahrern abgezockt.

Mit den am Flughafen, auf Bahnhöfen, in Hotels und Touristenbüros ausliegenden Foldern unternimmt die Stadt Prag nun einen neuen Versuch, den Taxiverkehr in geordnete Bahnen zu lenken: "Diese Flyer sollen die Taxikunden informieren und gleichzeitig präventiven Charakter haben. Sie geben Empfehlungen, worauf die Fahrgäste achten sollen, was sie vom Fahrer verlangen können und wie die festgesetzten Höchstpreise sind", sagt der zuständige Stadtrat Lukáš Manhart.

Wenig überraschend rät das Infoblatt etwa, die Fahrgäste sollten nur an offiziellen, als "Fair Place" markierten Taxistandplätzen einsteigen und darauf achten, dass der Fahrer den Taxameter auch einschaltet. Doch auch ein laufender Zähler ist kein Garant für eine ordnungsgemäße Abrechnung der Fahrt: Findige Taxifahrer manipulieren die Elektronik der Taxameter, die dann viel schneller als üblich laufen. Dazu genügt ein Knopfdruck auf einen verdeckt angebrachten Schalter, der diesen sogenannten "Turbo" einschaltet und damit den Fahrpreis künstlich in die Höhe treibt.

Experten schätzen, dass etwa die Hälfte der rund 4000 Prager Taxis mit diesen Geräten ausgerüstet ist. Wie die Prager Zeitung berichtet, sollen vier von zehn Taxifahrten in der tschechischen Hauptstadt nicht korrekt abgerechnet werden. Hauptgrund für die unlauteren Methoden vieler Fahrer ist der hohe Konkurrenzdruck: Experten gehen davon aus, dass um rund 1300 Taxis zu viel auf Prags Straßen unterwegs sind.

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Doch die Zahl der Fahrzeuge, die in Prag um die Gunst der Kunden buhlen, steigt immer weiter an. Im vergangenen Jahr startete der private tschechische Bahn- und Busbetreiber Radim Jančura seinen Taxidienst "Tick Tack", der auf luxuriöse Fahrzeuge und elektronische Überwachung der Fahrpreisberechnung setzt. Und seit vergangener Woche ist nun auch der weltweit umstrittene Limousinendienst "Uber" in Prag aktiv. Wie "Tick Tack" lockt er mit etwas günstigeren Kilometerpreisen und besonders hochwertig ausgestatteten Fahrzeugen.

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