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28. Juli 2015

Tipps vom Autodidakten: Wie man jede Sprache in drei Monaten lernt

Andere Länder, andere Sitten: Wer eine neue Sprache lernt, dem eröffnet sich auch eine neue Welt.  Foto: dpa

Nur wer sie spricht, kann eine Sprache auch lernen, findet der polyglotte Benny Lewis. Allein durch „learning by doing“ spreche er inzwischen ein Dutzend, obwohl er in der Schule in Sprachen nicht sonderlich gut war. Seinen Lernansatz erklärt er in seinem Buch - seine wichtigsten Tipps im Überblick.

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Ein Linguist ist Benny Lewis nach eigener Aussage nicht. Auch als Sprachgenie würde er sich wahrscheinlich nicht bezeichnen. Dabei spricht er inzwischen ein Dutzend Sprachen - wie hat er das geschafft? Schließlich war er in der Schule „ausgesprochen mittelprächtig in Sprachen“, wie es in seinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Buch „Fließend in drei Monaten“ heißt. Der selbsternannte „irische Polyglotte“ und „Sprach-Hacker“ hat jedoch ein System entwickelt, mit dem man angeblich jede Sprache „in kürzester Zeit“ erlernen kann, wie er auch auf seiner Internetseite schreibt. Wir stellen seine wichtigsten Tipps vor:

1. Leidenschaft für eine Sprache entwickeln

Wer eine Sprache lernen will, sollte ehrliches Interesse an den Menschen haben, die sie sprechen, und an ihrer Kultur, erklärt Lewis. So habe er in der Schule als Fremdsprache etwa Deutsch gewählt, weil „Deutschland ein wichtiges Wirtschaftsland in Europa ist und ich mir vorstellte, es würde sich in meinem Lebenslauf gut machen.“ Wirkliches Interesse habe er jedoch nicht gehabt, erklärt der Ire.

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„Ich dachte Deutsch wäre nicht mehr als der, die, das und Tabellen einer unmöglich erlernbaren Grammatik. Ich stellte mir vor, die Deutschen seien Roboter, die automatisch grammatikalisch korrekte Sätze ausspucken.“ Das änderte siche erst, als er einige Deutsche kennenlernte, erinnert sich Lewis. Die vermeintlichen Roboter stellten sich als „lustig“ und „interessant“ heraus. „Diese Denkweise ermöglichte es mir, die deutsche Sprache nicht länger als Barriere zwischen den Deutschen und mir zu betrachten, sondern als eine Brücke, über die ich würde gehen können, um mit ihnen zu kommunizieren.“

Die Menschen hinter den Klischees: Wer eine Sprache lernen will, sollte ein ehrliches Interesse an Land und Leuten haben.  Foto: dpa (Symbolbild)

2. Konkrete Ziele setzen

„Geben sie vage Tagträume wie „Spanisch lernen“ auf, setzen sie sich stattdessen spezifische Ziele innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens“, erklärt Lewis. Anstatt „Vorsatz“ bevorzugt er das Wort „Auftrag“. Lewis empfiehlt einen „Aktionsplan“ zu erstellen, mit dem man eine genau definierte Zeitspanne - etwa drei oder sechs Monate - festlegt und das Sprachniveau, das man in dieser Zeit erreichen möchte - zum Beispiel „gesprächsfähig“ oder „fließend“.

3. Von Anfang an sprechen

Der Schlüssel zu jeder Sprache ist laut Lewis das Sprechen. „Beginnen Sie sofort, eine neue Sprache zu sprechen“, erklärt Lewis. Dazu gehöre insbesondere auch der Mut, Fehler zu machen. „Ewig lernen, bis zu einem vagen „Ich bin bereit“-Tag ist nicht der richtige Weg“, schreibt Lewis. „Die Sprache laut und mit einem echten Menschen jeden Tag sprechen, ob nun persönlich oder online, ist die bei Weitem beste Möglichkeit, um mit Riesenschritten auf ein gesprächstaugliches Sprachniveau zuzugehen“, so Lewis.

4. Tandempartner finden - und drauflosreden

Auch wenn man erst ein paar Floskeln und Redewendungen kann, sollte man sich mit einem Tandem, also Sprachpartner, treffen - und drauflosreden. Tandempartner findet man etwa über Universitäten, Volkshochschulen oder Sprachschulen. Vielleicht gibt es in ihrer Stadt ja auch so etwas wie einen Englisch-, Französisch- oder Spanischstammtisch, wo man ohne jede Mitgliedschaft oder Bezahlung auf Muttersprachler trifft, die sich gerne austauschen?

Wer nicht fündig wird, kann auch online versuchen, ein Tandem zu finden, etwa über soziale Netzwerke wie Facebook-Gruppen, und sich zu Skype-Sprach-Sessions verabreden. Lewis empfiehlt etwa die Organisation „InterNations“, die in vielen verschiedenen Städten gesellschaftliche Events planen, zu denen regelmäßig Teilnehmer aus vielen unterschiedlichen Ländern kommen.

5. Nicht in die Muttersprache wechseln

Wichtig ist, dass während der Gespräche nicht in die eigene Muttersprache gewechselt wird, wie Lewis erklärt. Im Notfall solle man sich besser mit Händen und Füßen verständigen. Das mache seinen „kommunikativen Lernansatz“ aus. Beim üblichen akademischen Weg werde die neue Sprache dagegen in der Muttersprache gelehrt: „Ihr Lehrer spricht während der gesamten Stunde hauptsächlich in der falschen Sprache - Ihrer Muttersprache -, da Sie die Grammatik und die Vokabeln sezieren wie einen Frosch im Biologieunterricht.“

6. Alternativen suchen

Für das erste Gespräch mit dem Sprachpartner sollte man sich ein paar Redewendungen und ein kleines Grundvokabular zurecht legen - also etwa „Hallo. Wie geht es Ihnen?“, „Wie heißen Sie?“, „Das verstehe ich nicht“. Wichtig sei es, auch immer nach Alternativen zu suchen. Wer etwa sagen möchte: „Im Juli werde ich nach Spanien reisen“ könne auch sagen: „im Sommer“, „in zwei Monaten“, „bald“ oder „später“, wenn einem die korrekte Übersetzung für Juli nicht einfällt.

7. Regelmäßigkeit ist wichtig

Am besten spricht man jeden Tag mit einem Sprachpartner, so Lewis, auch wenn die Gespräche am Anfang nur ein paar Minuten oder gar Sekunden lang sind. Generell sollte man jede Gelegenheit nutzen, um die neue Sprache anzuwenden.

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8. Serien in der neuen Sprache schauen

Ja, Sie dürfen jetzt ohne Ende ihre Lieblingsserien schauen, ganz ohne schlechtes Gewissen, solange sie es in der Sprache tun, die sie lernen wollen. Auch Radiosender aus dem Land, dessen Sprache man lernen möchte, kann man sich im Internet oft über den Livestream anhören. Wer noch einen Schritt weitergehen will, kann natürlich auch herausfinden, welche Filme und Serien in dem auserkorenen Land besonders beliebt sind, anstatt sich auf synchronisierte Versionen der eigenen Lieblingsserien zu verlassen.

9. Ins Land reisen

Natürlich, eine Reise oder ein Auslandsaufenthalt in dem Land, dessen Sprache man lernt, ist sozusagen die Krönung allen Paukens. Lewis empfiehlt allerdings tatsächlich schon vorher mit dem Erlernen der Sprache zu beginnen und nicht erst im Land selbst damit anzufangen. Wer dort dann schon erste Erfolgserlebnisse hat und merkt, dass die Menschen vor Ort einen tatsächlich verstehen, wird eher am Ball bleiben. (rer)

Informationen zum Buch:

Benny Lewis: „Fließend in drei Monaten.Wie Sie in kürzester Zeit eine Sprache lernen“, erschienen im MVG Verlag, 255 Seiten, 14,99 Euro.

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